Übung des Malteser Hilfsdienstes
Ruhige Helfer trotz Unfallchaos

Schöppingen -

Die Unfallstelle bietet den Ersthelfern des Malteser Hilfsdienstes ein erschreckendes Bild: zwei Autos sind frontal ineinander gerast. Zum Glück sind Unfall und Einsatz nur eine Übung. Trotzdem haben die Malteser alle Hände voll zu tun.

Montag, 13.05.2019, 16:28 Uhr aktualisiert: 14.05.2019, 16:26 Uhr
Bei der Übung sind viele Ersthelfer des Malteser Hilfsdienstes gefordert. Die Situation: Jugendliche haben bei einer Wettfahrt die Kontrolle über ihre Autos verloren.
Bei der Übung sind viele Ersthelfer des Malteser Hilfsdienstes gefordert. Die Situation: Jugendliche haben bei einer Wettfahrt die Kontrolle über ihre Autos verloren. Foto: Sabine Sitte

Der Krankenwagen fährt zügig über die holprigen Wege, sein Blaulichter sind auf dem Schöppinger Berg weit zu sehen. Die Unfallstelle bietet den Ersthelfern des Malteser Hilfsdienstes ein erschreckendes Bild: zwei Autos sind frontal ineinander gerast. Wie geht es den Insassen? Was ist als Nächstes zu tun? Zum Glück sind Unfall und Einsatz nur eine Übung: Die Ortsgruppe der Malteser probte jetzt für den Ernstfall.

Die Situation für die Übung ist frei erfunden und nachgestellt, doch im Alltag keine Seltenheit: Jugendliche haben sich auf dem Weg zum Feiern eine Wettfahrt ihrer Autos geliefert und die Kontrolle verloren. Auch eine Kiste Bier spielt eine große Rolle.

Die Vorbereitungen für den imaginären Einsatz sind aufwendig. Über Stunden werden den Protagonisten echt aussehende Wunden geschminkt: offene Unterarmfrakturen, ein Brillenhämatom, eine Bauchwunde und eine Verletzung am Kopf. Alles soll so authentisch wie möglich sein.

Vor der Übung teilt Christian Eckrodt am Malteser-Heim die zwölf Männer und Frauen in Gruppen ein; Sarah Berkenbrock , Leiterin der Jugend-Gruppe, gibt Details zum Unfallhergang preis und verschickt die Koordinaten des Standortes. Die Helme werden justiert und Funkfrequenzen gecheckt. Ausbilder Siegfried Maruschke hält sein Klemmbrett in der Hand; er wird den Ablauf mit Distanz beobachten und auswerten.

Frank Wöstmann und Rainer Veltel treffen mit dem Krankenwagen (KTW) zuerst am Unfallort ein und sondieren die Lage. Zwei kollidierte Autos mit mindestens fünf verletzten Personen. Schnell wird klar: Hier werden der Notarzt, Rettungsfahrzeuge und mehr Einsatzkräfte gebraucht.

Gruppenleiter Wöstmann gibt die Informationen per Funk an die Leitstelle weiter. Rainer Veltel kümmert sich bereits um die beiden verletzten Frauen im Kleinwagen. Sie sind kaum ansprechbar und brauchen dringend medizinische Versorgung. „Vital bedroht“, schätzt der Rettungssanitäter die Verletzungen ein. Stufe rot, schwer verletzt. Die Kameraden mit dem Rettungswagen und dem Gerätewagen treffen ein. Dann geht alles sehr schnell: Halskrausen werden angelegt, Infusionen vorbereitet, Decken ausgebreitet. Und immer wieder das Gespräch mit den Patientinnen gesucht. „Geht es dir noch gut?“ „Welcher Tag ist heute?“ „Ich lege dir jetzt die Decke über.“

Im Bulli gegenüber sieht die Situation etwas anders aus. Am Steuer sitzt ein junger Mann, die halbvolle Bierflasche noch in der Hand, er wirkt verwirrt. Im Fonds hocken zwei junge Frauen. Alle drei stehen unter Schock und sind nur leicht verletzt. Die Helfer messen die Vitalwerte und verbinden die blutenden Wunden.

Plötzlich herrscht Aufregung auf dem Platz. Zwei weitere Frauen wurden unweit der Unfallstelle gefunden. Sie waren nach dem Zusammenstoß ausgestiegen und orientierungslos durch die Gegend gelaufen. Nun rennen sie laut schreiend über die Unfallstelle und rufen verzweifelt nach ihren Freunden. Die Malteser haben alle Hände voll zu tun, die renitenten Damen zu beruhigen und zu untersuchen.

„Das gehört zur Inszenierung“, sagt Sarah Berkenbrock. „Wir wollten ein bisschen Chaos provozieren.“ Doch die Helfer lassen sich nicht aus der Ruhe bringen und meistern die Übung souverän bis alle Verletzten versorgt und abtransportiert sind. Das loben der Einsatzleiter Christian Eckrodt, Matthias Höing und Siegfried Maruschke bei der Manöverkritik und geben noch ein paar Tipps: die Vitalwerte der Verletzten regelmäßig kontrollieren und am Besten notieren, den Unfallopfern die Flaschen abnehmen und alle Verbrauchsmaterialien aus den Rettungsrucksäcken im Depot sofort wieder auffüllen. Auch die imaginären Opfer haben sich von den Helfern gut betreut gefühlt.

Für die nächste Übung planen die Malteser einen Rollentausch: die Jugendgruppe wird ihr Können unter Beweis stellen und die verletzen Erwachsenen retten.

► Für den Herbst plant die Malteser-Ortsgruppe die Gründung einer neuen Jugendgruppe. Angesprochen sind die aktuellen Zweit- und Drittklässler. Der Kennenlern-Tag für Neugierige soll am 7. September (Samstag) stattfinden.

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