Schöppinger Karneval
Geldstrafe nach Übergriff auf Toilette

Schöppingen -

Der Fall liegt anderthalb Jahre zurück, es war nicht wenig Alkohol im Spiel. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Beweisaufnahme zu einem Fall sexueller Nötigung auf einer Kneipentoilette in Schöppingen während des Karnevalssonntags 2018. Der Richter verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Geldstrafe.

Dienstag, 13.08.2019, 18:00 Uhr
 
  Foto: Matthias Hiekel/dpa

„Subjektiv hat die 22-jährige Geschädigte sicherlich Schlimmeres erlebt und wahrgenommen, als wir es nach der eingehenden Beweisaufnahme heute tatsächlich ausurteilen können“, sagte gestern vor dem Amtsgericht in Ahaus der Richter des 3. Schöffengerichts bei der Urteilsbegründung. Wegen versuchter sexueller Nötigung hatte sich ein 24-jähriger Syrer mit zeitlich befristeter Duldung und Arbeitserlaubnis zu verantworten. Er lebt mittlerweile nicht mehr in Schöppingen, sondern arbeitet und wohnt jetzt in Bonn. In Würdigung der akribisch geführten Beweisaufnahme wurde der Angeklagte wegen Nötigung und Gewaltanwendung zu 90 Tagessätzen à 25 Euro verurteilt.

Auf dem Höhepunkt des Schöppinger Karnevals vor 18 Monaten soll der junge Mann die 22-Jährige auf der Herrentoilette einer Schöppinger Kneipe von hinten körperlich angegangen, umfasst und versucht haben, sie in eine Toilettenkabine zu zerren. Weil die Damentoilette überfüllt war, hatte die Zeugin diesen Ort gewählt. „Ich habe geschrien, mich gewehrt und hatte die totale Panik, zweifelsfrei erkannt habe ich die Person nicht“, so die Zeugin. Sie schaffte es irgendwie, sich allein in eine Kabine einzuschließen und glücklicherweise kam ein Mann hinter einer Zwischenwand hervor, kümmerte sich um die fassungslose Frau und half, den Bedränger dingfest zu machen. Die Polizei sicherte kurz nach dem Vorfall deren Oberbekleidung.

Der 24-Jährige bestritt heftig vor Gericht, vor dem er gestern zu spät erschien, die Frau in der ihm in der Anklageschrift vorgeworfenen Intention angegangen zu haben. „Das habe ich in meiner Heimat nicht getan, da tue ich auch hier nicht. Zudem habe ich aufgrund schlimmer Vorfälle in meiner Heimat immer wieder Erinnerungslücken und am besagten Karnevalssonntag 2018 stand ich unter dem Einfluss von mir nicht gewöhntem Alkohol“, beteuerte er immer wieder. Die Karnevalsumstände und vor allem auch der dabei zumeist genossene Alkohol machten zudem Erinnerungen und präzise Schilderungen der Abläufe am 11. Februar 2018 bei der Geschädigten und des erwähnten Zeugens eben nur mäßig verwertbar. So ließ sich der Vorwurf einer versuchten sexuellen Nötigung am Ende nicht aufrechterhalten. Aber die Nötigung durch den jungen Syrer ließ sich durch präzise Untersuchungen der Oberbekleidung der beiden durch einen anwesenden Kriminaltechniker aus Düsseldorf klar belegen.

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