50 Jahre Nachbarschaft Münsterstraße
Helfen, wenn es darauf ankommt

Schöppingen -

Mit einer Planwagenfahrt und einem Grillfest feiert die Nachbarschaft Münsterstraße am Freitag (30. August) ihr 50-jähriges Bestehen. Ihre Statuten hat die Nachbarschaft schriftlich fixiert – und kann einige Alleinstellungsmerkmale aufweisen.

Montag, 26.08.2019, 09:00 Uhr
Die Statuten der Nachbarschaft Münsterstraße präsentieren (v.l.) Ulrich Eismann, Brigitte Eismann, Heinz Schmitz und Franz Brüning.
Die Statuten der Nachbarschaft Münsterstraße präsentieren (v.l.) Ulrich Eismann, Brigitte Eismann, Heinz Schmitz und Franz Brüning. Foto: Rupert Joemann

„Wir haben uns schon beim Bauen untereinander geholfen“, erinnert sich Ulrich Eismann an die Anfänge. Die Familien Eismann, Schmitz und Brüning sind die drei, die seit einem halben Jahrhundert an der Münsterstraße wohnen. In den anderen Häusern gab es diverse Wechsel. Doch auch die neuen Familien machen gerne in der Nachbarschaft mit. So wie ein junges Pärchen, das vor Kurzem erst eingezogen ist.

„Wir laufen uns ja nicht jeden Tag über den Weg. Wir helfen uns aber, wenn es darauf ankommt“, sagt Franz Brüning. Ein Termine stehe für die Mitglieder der Nachbarschaft aber fest im Jahreskalender: das Reibeplätzchenfest. „Wir dürften die einzigen sein, die so etwas machen“, sagt Ulrich Eismann, der seit Beginn Ansprechpartner der Nachbarn ist und vieles organisiert.

Einmal im Jahr treffen sich die Nachbarn auf der Münsterstraße, um Reibeplätzchen zu machen. Die Männer schälen die Kartoffeln, und die Frauenübernehmen das Backen. „Wenn jemand, der vorbeiläuft, nett fragt, bekommt er natürlich auch eins“, erzählt Franz Brüning mit einem Schmunzeln.

Die Statuten der Nachbarschaft hat Ulrich Eismann schriftlich festgehalten. Wichtig ist allen dabei, sowohl in guten wie in schlechten Zeiten zusammenzuhalten. So ist es für die Mitglieder eine Selbstverständlichkeit, bei Beerdigungen den Sarg des Verstorbenen zu tragen. Außerdem verteilen zwei Nachbarn in der Kirche die Totenzettel.

Zu besonderen Anlässen erstellen die Mitglieder der acht Familien auch Kränze. Einer sei mal über 100 Meter lang gewesen, so Ulrich Eismann. Die Nachbarn sind halt ins Plaudern gekommen. Zusammen gefeiert werden neben dem jährlichen Nachbarschaftsfest vor allem runde Geburtstage, Hochzeiten und Silberhochzeiten.

Die Nachbarn sind dabei etwas ruhiger geworden. Früher konnte so ein Fest schon mal drei oder mehr Tage dauern. Da wurde Grün geholt und – auch das eine Besonderheit der Nachbarschaft – Eier wurden fürs Eieressen in einer traditionellen Kiepe eingesammelt. Zum Jubiläum begnügen sie sich mit einer Planwagenfahrt und einem Grillfest. Das wird bei einem neuen Nachbarn gefeiert. Die Nachbarschaft Münsterstraße hat auch nach fünf Jahrzehnten nichts von ihrer Attraktivität verloren.

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