Apfelfest
Die (un)bekannte Frucht

Schöppingen -

Er heißt Santana und wird für Apfelallergiker empfohlen: Den ersten Apfel gibt es bei Klaus Dirksen, während er die Saftpresse in Stellung bringt. Seit etwa 20 Jahren stellt sich Klaus Dirksen einmal jährlich vor das Modegeschäft seiner Frau, um Groß und Klein zu demonstrieren, wie selbst die sauersten Äpfel leckeren, erstaunlich süßen Saft geben.

Sonntag, 15.09.2019, 20:00 Uhr
Werner Meinders und Andre Busemas haben leckere Äpfel und andere „Erfrischungen“ in Kiepe und Korb.
Werner Meinders und Andre Busemas haben leckere Äpfel und andere „Erfrischungen“ in Kiepe und Korb. Foto: Christiane Nitsche

Er heißt Santana und wird für Apfelallergiker empfohlen: Den ersten Apfel gibt es bei Klaus Dirksen , während er die Saftpresse in Stellung bringt. Seit etwa 20 Jahren stellt sich Klaus Dirksen einmal jährlich vor das Modegeschäft seiner Frau, um Groß und Klein zu demonstrieren, wie selbst die sauersten Äpfel leckeren, erstaunlich süßen Saft geben. „Wir hatten damals mit einigen Geschäften die Idee, ein Apfelfest als Werbung zu machen“, erklärt er.

Die Idee zündet am Sonntag einmal mehr. Noch vor 12 Uhr, kaum dass das Fest offiziell eröffnet ist, schieben sich die Besucher durch die Hauptstraße – vorbei an geöffneten Läden, an Ständen mit regionalen Leckereien, Handwerkskunst oder Selbstgemachtem und unzähligen Körben mit Äpfeln.

Apfelfest in Schöppingen

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„In Deutschland gibt es rund 3000 Apfelsorten“, erklärt Andreas Beesten . Der Münsteraner ist Experte für Baumschnitt und „Pomologe“ – Apfelexperte. Kritisch beäugt er eine kleine Frucht von allen Seiten, betastet die rotglänzende Schale und schüttelt schließlich mit dem Kopf. „Ich brauche ausgereifte Früchte, um sie beurteilen zu können.“ Etwa 80 Sorten kenne er aus dem Stand, so Beesten. Die habe er im Detail beschrieben. Für alles andere braucht er seine Bücher, etwas Zeit und sein geschultes Auge. Zu oft ähneln die Früchte einander zu sehr.

Zum Beispiel Gravensteiner und Dülmener Herbstrose: Rein äußerlich gleichen sie einander wie ein Apfel dem anderen – dieselbe rotgelbe Maserung. „Der Gravensteiner kam im 18. Jahrhundert aus Italien nach Deutschland“, erklärt er. Der Dülmener Lehrer Jäger züchtete ihn weiter und erntete schließlich einen Apfel mit unverkennbar blumigem Duft: die Dülmener Herbstrose. „Damals war das modern“, erläutert Beesten. „Jeder, der etwas auf sich hielt, beschäftigte sich mit der Kultivierung von Obst.“

Wissen verloren gegangen

Er bemühe sich, wo immer möglich, alte Sorten anzupflanzen. Leider sei heute viel Wissen über alte Sorten verloren gegangen, bedauert er. Gängig seien gerade mal noch die maximal zwölf Sorten, die im Supermarkt angeboten würden. Auch gebe es kaum noch Baumschulen, die selbst Bäume zögen, die meisten kauften Ware an und beschränkten sich dabei eben auf das, was gängig ist.

Eine ähnliche Mission verfolgt das Team von „Apokalypse Münsterland“. Hier erleben Groß und Klein einen Museumsbesuch der besonderen Art, mithilfe einer „Virtual-Reality-Brille“ (Bericht folgt).

Kurzen für die Großen

Ganz traditionell sind die Kiepenkerle Werner Meiners und Andre Busemas unterwegs – mit Äpfeln zum Probieren in Kiepe und Korb und einem Kurzen für die Großen. Schnell zeigt sich, dass die Strecke zwischen dem Flohmarkt am Künstlerdorf, Rathaus und Modegeschäft Reinhart lang und der Andrang groß ist. „Ich muss Nachschub holen“, verkündet Meiners unermüdlich ein ums andere Mal.

Nur bei der Segnung des jüngsten Mannschaftswagens der Feuerwehr durch Pfarrer Thomas Diedershagen (Bericht folgt) gönnen sich die beiden eine Pause – und einen herzhaften Biss in die Frucht, um die sich alles dreht. Welche Sorte, ist leider nicht festzustellen. Der Pomologe steht am anderen Ende der Straße.

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