Filipe Raposo und Rita Maria gastieren im Alten Rathaus
Rhythmisch über Stock und Stein

sCHÖPPINGEN -

Wenn zwei Musikbegeisterte aus Lissabon stammen und sich 4000 Kilometer nordöstlich in Stockholm begegnen, wenn sie zudem in die Kultur außereuropäischer Länder eingetaucht sind, wenn sie ihr erstes gemeinsames Album „Live in Oslo“ aufnehmen – dann ist es ja beinahe zwangsläufig, dass sie früher oder später im Alten Rathaus in Schöppingen auftreten, oder? Filipe Raposo und Rita Maria gastierten dort am Freitagabend im Rahmen des Münsterland-Festivals.

Sonntag, 10.11.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 10.11.2019, 19:06 Uhr
Musikalisch ein Herz und eine Seele: Pianist Filipe Raposo und Sängerin Rita Maria in Aktion.
Musikalisch ein Herz und eine Seele: Pianist Filipe Raposo und Sängerin Rita Maria in Aktion. Foto: Martin Borck

Ihr Suchen nach Einflüssen und Finden von eigenem Ausdruck merkt man ihrem Programm an: Filipe Raposo am Flügel ist im Jazz bewandert – aber er kennt sich hörbar auch mit Formen der barocken Suite und Oper aus. Dass sich auch aus diesen Formen swingender Jazz entwickeln lässt, hat schon Jacques Loussier bewiesen. Filipe Raposo fand eine eigene Art der musikalischen Metamorphose. Wobei Rita Maria eine große Rolle spielte: Ihre Stimme verschmolz mit der melodischen Hauptlinie des Klaviers, füllte so das Tonvolumen. Gemeinsam ging es rhythmisch über Stock und Stein. Und das nicht nur bei den raschen Stücken, deren barock-angehauchte Intros mit der Erwartungshaltung der Zuhörer spielten.

Unterschiedliche Stile und Einflüsse gaben sich bei dem Duo die Klinke in die Hand. Da wechselten sich brave amerikanische Songs wie „My favorite things“ ab mit nordafrikanischen Liedern, Stücken aus der Feder portugiesischer Komponisten oder einer Arie aus Monteverdis Oper „L’incoronazione di Poppea“. Da gab es Kompositionen, bei denen die Stimme perkussive Aufgaben übernahm. Rita Marias Stimme changierte zwischen herb und zerbrechlich, kräftig und verspielt, geschmeidig und fest. Aber nicht beliebig: Der Vortrag – so unterschiedliche die Einflüsse und Herkunft der Titel auch waren – hatte seinen eigenen, erkennbaren Charakter. Rita Maria verfügt über einen imposanten Tonumfang und sichere, saubere Intonation. Filipe Raposos druckvolles Spiel am Piano war für den doch eher kleinen Saal im Alten Rathaus etwas zu forte, aber nicht so sehr, dass der Gesamteindruck gestört wurde.

Mit ausdrucksstarken Interpretationen des wunderbaren „Smile“ von Charlie Chaplin und „Moon River“ von Henry Mancini verabschiedete sich das Duo.

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