Erste Sprechstunde in Schöppingen
„Wohn-Mobil“: Niedrige Hemmschwelle soll Kontakt erleichtern

Schöppingen -

„Wir arbeiten mobil und dezentral, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagt Ingo Hoppe vom Projekt „Wohn-Mobil“. Das Projekt des Vereins für katholische Arbeiterkolonien in Westfalen ist ein niedrigschwelliges Hilfsangebot vor allem für wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen im Kreis Borken. Jetzt fand die erste Sprechstunde in der Schöppinger Gemeindeverwaltung statt.

Dienstag, 10.12.2019, 08:00 Uhr
Bürgermeister Franz-Josef Franzbach (l.) spricht mit Ingo Hoppe vom Projekt „Wohn-Mobil“.
Bürgermeister Franz-Josef Franzbach (l.) spricht mit Ingo Hoppe vom Projekt „Wohn-Mobil“. Foto: Gemeinde Schöppingen

Ingo Hoppe hat noch die Jacke an und den Laptop unter dem Arm, als ihn vor dem Beratungsraum der erste Interessent anspricht und nach einem Termin fragt. Sein Begleiter braucht Rat und Hilfe: Der junge Mann lebt mit drei weiteren anerkannten Flüchtlingen in einer Gemeinschaftswohnung. Um für seinen Deutschkurs und die Prüfungen zu lernen, fehlen ihm dort Ruhe und der nötige Rückzugsort. „Auch das sind Probleme, mit denen die Menschen zu uns kommen“, weiß Ingo Hoppe.

Es geht beim Wohn-Mobil nicht um das Klischee des Obdachlosen, der unter der Brücke lebt. Das Beraterteam möchte Menschen erreichen, die aus unterschiedlichen Gründen Sorge tragen, ihre Wohnung zu verlieren, in unzumutbaren Wohnverhältnissen leben, Mietschulden haben oder bereits wohnungslos sind.

Um das Angebot möglichst vielen zu eröffnen, ist das Projekt mobil und dezentral ausgerichtet. Eine leichte Kontaktaufnahme über Telefon, ✆ 0151 56329963, Messenger oder E-Mail (wohn-mobil@va-ambulante-dienste.de), feste Sprechzeiten in den Kommunen, aber auch die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden beraten zu werden, soll die Hemmschwelle niedrig halten.

„Wir haben keinen Pool an Lösungen oder Wohnungen“, so Hoppe, „aber wir haben ein Netzwerk an Kontakten zu Stellen, die weiterhelfen könnten.“ Darum ist dem Sozialarbeiter die Zusammenarbeit mit den Jobcentern und den Ordnungs- und Sozialämtern in den Kommunen wichtig, aber auch Vermieter und Beratungsstellen können sich an das „Wohn-Mobil“ wenden.

Das Projektteam wünscht sich gleichwohl „ein Netzwerk zu Wohnungsgebern jeglicher Art“. Denn vordergründig soll Wohnungslosigkeit verhindert werden, so ein Ziel des Projektes, das bis Ende 2020 befristet ist.

Wer das „Wohn-Mobil“ kontaktiert oder zu Ingo Hoppe in die Sprechstunde kommt, braucht Hilfe. „Wichtig ist, welche Erwartungen die Menschen mitbringen“, weiß Hoppe. Im Gespräch werden die Situation und der eigentliche Hilfebedarf geklärt. Unterstützen, stärken, motivieren sind konkrete Handlungskriterien des Projekts. „Wir wollen zudem die Klienten begleiten, bis Lösungen gefunden wurden.“

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