Neujahrskonzert in der St.-Brictius-Kirche
Spielfreude und tänzerischer Schwung

Schöppingen -

Welch ein Glanz, welch ein wunderbarer positiver Auftakt für das Jahr 2020 beim Neujahrskonzert in der voll besetzten St.-Brictius-Kirche. Die Kirche präsentierte sich am Sonntag in strahlendem Licht mit ihrem Altar, dem Weihnachtsschmuck und der Krippe.

Dienstag, 07.01.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 20:44 Uhr
Werke vom frühen Barock bis ins 20. Jahrhundert hatten sich die Musiker für das Neujahrskonzert ausgesucht.
Werke vom frühen Barock bis ins 20. Jahrhundert hatten sich die Musiker für das Neujahrskonzert ausgesucht. Foto: Ulf Kapitza

Strahlend war auch der Klang der beiden Trompeten, die Mittelpunkt und Glanzlicht des musikalischen Programms waren, das vom frühen Barock bis ins 20. Jahrhundert reichte.

Solisten waren die Trompeter Peter Mönkediek und Peter Roth, beide Trompeter im WDR-Sinfonieorchester, sowie Markus Lehnert, Organist und Kantor an der St.-Nikomedes-Kirche in Borghorst. Unterstützt wurden sie von einem vorzüglichen Streichorchester, das sich aus Musikern des Sinfonieorchesters Münster zusammensetzte.

Seit 20 Jahren fester Bestandteil

Mönkediek, der aus Ahaus stammt, und Roth sind seit Jahren fester Bestandteil der Schöppinger Neujahrskonzerte. In Mönkedieks kurzer Ansprache erwähnte er, dass dies schon das 20. Neujahrskonzert sei, das er gestalte.

Und das wurde mit dem Concerto F-Dur von Gottfried Heinrich Stölzel, einem Zeitgenossen Johann Sebastian Bachs , eröffnet. Bereits hier zeigte sich in der Streichereröffnung des ersten Satzes, wie präzise das Orchester, das ohne Dirigent spielte, agierte. Die Solisten nahmen den schwungvollen Rhythmus auf und schwangen sich mit ihren Bachtrompeten strahlend in die Höhe – wer dachte da nicht an den Eingangschor des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach. Der zweite Satz verzauberte das Publikum durch weite, melodische Bögen und den warmen Klang der Trompeten.

Die Trompeter Peter Roth (l.) und Peter Mönkediek wurden von Streichern des Sinfonieorchesters Münster unterstützt.

Die Trompeter Peter Roth (l.) und Peter Mönkediek wurden von Streichern des Sinfonieorchesters Münster unterstützt. Foto: Barbara Schweicher

Im D-Dur Kanon von Johann Pachelbel für vier Streichersolisten füllten Karin Stuck, Christoph Struck, Ulrike Drüge und Christian Fagerström den hohen Kirchenraum mit wunderbaren Streicherklängen, wobei der Klang stets durchsichtig und die Artikulation präzise blieb.

Die beiden Concerti für Hörner, Streicher und Basso Continuo von Johann Valentin Rathgeber (ein Zeitgenosse Bachs, der als Benediktinermönch Organist, Chorleiter und Komponist war) spielten Orchester und Solisten mit Spielfreude und tänzerischem Schwung. Zwischen den beiden Concerti erklangen zwei alpenländische Ländler „Zwoa Sterndl“, auf den Diskanthörnern berührend gespielt, was einem Zuhörer einen leisen, aber hörbaren Seufzer „sehr schön“ entlockte und den das Publikum spontan mit warmem Beifall bestätigte.

Für den „Dialogue pour deux Trompettes“ griffen die beiden Trompeter zur großen Instrumenten und zeigten an diesem eindrucksvollen Stück in souveräner Manier scheinbar mühelos, mit perfektem Zusammenspiel und sicherer Intonation, die vielfältigen Möglichkeiten der Trompete: Ihren großen Dynamikbereich vom fortissimo bis zum pianissimo, Fanfarenstöße, schnelle Läufe und nicht zuletzt im langsamen Satz ihr gesangliches, warmes Legato.

Einschließlich Zimbelstern

Markus Lehnert spielte die großartige und virtuose Choralfantasie „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ von Dietrich Buxtehude mit sicherer Technik und farbiger Registrierung und schöpfte dabei die Möglichkeiten der Orgel voll aus (einschließlich des Zimbelregisters – sehr zur Freude des Publikums).

Vor dem Schlussstück des Abends wurde es noch einmal weihnachtlich mit dem Krippenjodler für zwei Hörner und im langsamen Satz des Vivaldi-Konzerts F-Dur für zwei Hörner, Streicher und Basso Continuo.

Ein Arrangement der Arie „Let the bright Seraphim“ aus der Oper „Samson“ von Georg Friedrich Händel war der glanzvolle Abschluss des Konzertes.

Kaum war der letzte Ton verklungen, erhob sich das Publikum und applaudierte lautstark, wofür sich die Musiker mit zwei Zugaben bedankten.

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