Ausstellung in der Schöppinger Kulturhalle
Chris Hovestädt legt Prüfung zum Ziergeflügel-Preisrichter ab

Schöppingen -

Chris Hovestädt klopft mit dem ausziehbaren Zeigestock ganz leicht gegen das Gitter. Der 27-Jährige möchte, dass sich die Enten aus dem Wasser bewegen. Das hat einen einfachen Grund.

Sonntag, 12.01.2020, 20:00 Uhr
Preisrichter-Kandidat Chris Hovestädt schaut in einem Ringbuch nach den Artenmerkmalen nach und macht sich dann Notizen zu den Tieren.
Preisrichter-Kandidat Chris Hovestädt schaut in einem Ringbuch nach den Artenmerkmalen nach und macht sich dann Notizen zu den Tieren. Foto: Rupert Joemann

„Ich muss schauen, ob die Tiere vollständig beringt sind“, sagt der Rheder, der an diesem Vormittag bei der Ausstellung des Park- und Ziergeflügelvereins Westmünsterland seine Preisrichter-Prüfung für Wildtauben und Wassergeflügel ablegt.

Vier Standards müssen die Prüfer beurteilen: Artenmerkmale, Gefiederzustand, Kondition und das Paarverhalten. Dabei sind die Artenmerkmale das entscheidende Kriterium. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Paar ein ungenügend erhält.

Vorgaben erfüllen

So wie es Preisrichter Willi Diekmann (Südlohn) einem Goldfasan-Pärchen gibt. Das Männchen entspricht zwar den Vorgaben, doch die Henne ist nicht reinrassig, sondern eine Kreuzung und fällt somit durch.

Preise und Pokale für die Sieger

Unter dem Motto „Faszination der Natur“ fand am Wochenende die 32. Westmünsterland Ziergeflügelschau in der Kulturhalle Kraftwerk statt. Von den 50 Mitgliedern des Park- und Ziergeflügelvereins Westmünsterland stellten 18 Mitglieder aus.

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Pokale und Preise

Zum Thema

Vor der Eröffnung nahmen die prämierten Aussteller ihre Preise und Pokale entgegen: Otto Wehrenbeck für die China Buschwachtel, Chris Hovestädt nahm den Preis für seine Wongataube entgegen, Johannes Pott für das Sperlingstäubchen, Heinrich Wigger für die Pfeifente und die Neuseelandtauchente, Christoph Beumer für die Schellente.Aus der Jugendabteilung wurden Lukas Muddemann für den Gelbschwänzigen Glanzfasan, Timo Wigger für die Madagaskar Turteltaube und Finn Volmer für die Rotschulterente prämiert.

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Willi Diekmann holt ein Buch, in dem eine vom Verband als perfekt aussehende Goldfasan-Henne abgebildet ist. Sie verfügt über einen farbigen Schwanz, während der Schwanz des Tieres im Käfig einfarbig ist. „Das ist eine Kreuzung und die wollen wir nicht“, sagt Diekmann.

Es gibt alleine 295 Taubenarten auf der Welt. Mit Unterarten sind es knapp 1000.

Chris Hovestädt, Preisrichter-Anwärter

Derweil blättert Chris Hovestädt in einem dicken Ringbuch. Darin sind die einzelnen Arten aufgeführt. Er bewertet gerade ein Hottentottenenten-Paar, die kleinste Ente der Welt. Auch die Preisrichter können nicht alle Arten mit ihren Unterarten auswendig kennen. „Es gibt alleine 295 Taubenarten auf der Welt. Mit Unterarten sind es knapp 1000“, sagt der 27-Jährige. „Da muss man mit Büchern arbeiten können.“

Während Hovestädt das sagt, diskutieren die Prüfer Bodo Dangela (Blomberg) und Norbert Niemeyer (Rheine) ein paar Meter weiter über ein Tauben-Pärchen. Da schaltet sich Chris Hovestädt, der selbst Wildtauben züchtet, ein: „Das sind Blauringtauben. Der Augenring ist nur bei zwei Unterarten blau“, erklärt der 27-Jährige. Hin und wieder kommt es vor, dass Züchter Tiere unter einem falschen Artennamen anmelden. Der Fehler kommt dann erst bei der Bewertung heraus.

Ausstellungskatalog

Rund sieben Stunden haben die drei Preisrichter am Freitag benötigt, um die 140 Paare zu bewerten. Anschließend übermittelte der Schöppinger Ausstellungsleiter Josef Volmer die Ergebnisse zu einer Druckerei. Denn der Park- und Ziergeflügelverein Westmünsterland ließ zur Ausstellung noch einen Katalog mit den einzelnen Ergebnissen in Billerbeck drucken. „Und die Ergebnisse müssen dort bis 16 Uhr vorliegen“, sagte Josef Volmer.

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Chris Hovestädt bewertet an diesem Tag Wildtauben und Wassergeflügel. In diesen beiden Ziergeflügel-Sparten legt er die Prüfung ab. Bei den Hühnerartigen hat der Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Rhede die Prüfung bereits im vergangenen Jahr erfolgreich absolviert.

Wenn der Prüfungskandidat das ihm zugewiesene Wassergeflügel bewertet hat, geht er zu den Wildtauben. Dann müssen aber zunächst die ausgehängten Ergebnisse der offiziellen Preisrichter abgenommen werden. Hovestädt soll die Tiere schließlich unvoreingenommen beurteilen. Nur wenn die Ergebnisse in einer gewissen Spanne mit den Preisrichtern liegen, besteht er die Prüfung.

Die Sieger freuten sich mit den Verantwortlichen sowie der stellvertretenden Bürgermeisterin Petra Rahms und Sparkassen-Filialdirektor Rainer Wesker über ihre Preise.

Die Sieger freuten sich mit den Verantwortlichen sowie der stellvertretenden Bürgermeisterin Petra Rahms und Sparkassen-Filialdirektor Rainer Wesker über ihre Preise.

Neben dem Wälzen der vom Verband vorgegebenen Ringbücher hat der 27-Jährige, der mit sechs Jahren seine ersten Wildtauben erhielt, auch viel Fachliteratur gelesen und an einem Schulungswochenende teilgenommen. Außerdem ist er schon als Schreiber mit einem Preisrichter mitgegangen.

Auf die Feinheiten kommt es an

Etwa zehn Minuten benötigt ein Preisrichter, um sich ein gutes Bild von einem Ziergeflügel-Pärchen zu bilden. Oft kommt es dabei auf Feinheiten an. Da lohnt sich auch das Klopfen mit dem ausziehbaren Zeigestock ganz leicht gegen das Gitter.

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