Einführung von Pfarrer Strickmann war Anlass für gemischten Chor
Gemener Kirchenchor St. Antonius feiert 40-jähriges Bestehen

Schöppingen -

Totgesagte leben länger. In diesem Fall schon 40 Jahre. Dabei hatten den Kirchenchor St. Antonius Gemen viele 2004 schon abgeschrieben. Doch der Chor entpuppt sich 16 Jahre später putzmunter und kreativ. Ende 2003 ruhte die Chorarbeit. Der Gemener Kirchenchor stand vor einem Umbruch. Es fehlten Tenor- und Bassstimmen, doch es wendete sich alles zum Guten.

Donnerstag, 12.03.2020, 18:40 Uhr aktualisiert: 13.03.2020, 16:36 Uhr
Gute Laune herrscht bei den 27 Mitgliedern des Kirchenchors St. Antonius Gemen und ihrer Chorleiterin Christa Teltenkötter. Der Chor besteht seit nunmehr 40 Jahren.
Gute Laune herrscht bei den 27 Mitgliedern des Kirchenchors St. Antonius Gemen und ihrer Chorleiterin Christa Teltenkötter. Der Chor besteht seit nunmehr 40 Jahren. Foto: Kirchenchor Gemen

die Begeisterung einiger älterer Mitglieder über das Einstudieren englischer Texte in argen Grenzen. So kam es am 1. Februar 2005 zu einem Neustart. Während einige ältere Mitglieder austraten, stießen neue Sängerinnen und Sänger hinzu, sieben Mitglieder blieben.

„Wir müssen uns da reindenken. Wir haben nie Englisch gelernt“, sagt Hubert Schindler, der wie Maria Marpert und Theo Schwering die verbliebenen Gründungsmitglieder sind. Maria Marpert gibt zu, dass es ihr bis heute nicht einfach falle, Englisch zu singen. Sie lässt sich von ihrer Enkeltochter Texte in Lautschrift aufschreiben.

Chor hinterlässt auch beim Fußball eine gute Figur

 

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Doch die drei bleiben mit Leidenschaft zur Musik dabei. Die drei erinnern sich noch an den ersten Auftritt des Kirchenchores. Es war der 7. März 1980 – die Amtseinführung von Pfarrer Heinrich Strickmann .

Seit dem Ruhestand von Pfarrer Hermann Niehoff (1977) hatte die kleine Gemeinde keinen Pfarrer mehr, die Gottesdienste wurden in der Regel von Padres aus der Bardel gehalten. Doch das sollte sich mit einem eigenen Pfarrer wieder ändern. Pfarrkomitee-Mitglied Maria Schulze-Gemen setzte sich stark für das Wiederaufleben der gesanglichen Begleitung von Messen ein. So trafen sich Anfang 1980 rund 30 Frauen und Männer quer durch alle Altersgruppen zur ersten Probe. Bereits zwei Monate später war der ersten Auftritt. „Wir haben uns vorher noch beim Dirigenten Hubert Scheidgen zu Hause getroffen“, erinnert sich Maria Marpert.

Der erste Vorstand

Am 5. August 1980 wählten die Mitglieder des Kirchenchors St. Antonius Gemen ihren ersten Vorstand, der wie folgt besetzt war: Heinrich Oelerich (1. Vorsitzender), Maria Marpert (2. Vorsitzende), Thomas Speckmann (Schriftführer), Hubert Wigger (Kassierer), Irmgard Wigger (stellv. Kassiererin), Heinrich Wenker (Beisitzer), Clemens Schwering (Notenwart), Theo Schwering (stellv. Notenwart).

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Doch auch wenn viele Mitglieder bereits über Chorerfahrung verfügten, klappte anfangs nicht alles perfekt. Doch aber die Gemener improvisierten. So sangen sie während der Amtseinführung Strickmanns ein Lied nur dreistimmig. „Bass und Tenöre bekamen das noch nicht hin“, erzählt Hubert Schindler. Auch kam es mal vor, dass sie in einem Lied von vorne beginnen mussten. Doch diese verständlichen Anfangsschwierigkeiten sind längst vorbei. Die regelmäßigen Proben zunächst bei Hubert Scheidgen, ab 1991 bei Jutta Joswig (geb. Ostendorf) haben sich ausgezahlt. Seit dem 9. Oktober 2008 leitet Christa Teltenkötter den Chor. Dafür sind die Gemener der Kirchenmusikerin sehr dankbar. „Das war eigentlich Christas freier Tag“, erzählt Maria Marpert. So konnte die lange Gesangstradition in der St.-Antonius-Kirche fortgesetzt werden.

St.-Antonius-Kirch wurde 1923/1924 gebaut

Die geht bis zum Bau der Kirche 1923/1924 zurück. Zunächst bestand nur ein kleiner Männerchor als Choralschola, der lateinische Lieder einstimmig sang. Nach dem Zweiten Weltkrieg existierte die Gruppe unter dem Namen Die Sänger.

Bass und Tenöre bekamen das noch nicht hin.

Hubert Schindler

Anfang der 50er-Jahre setzte sich Maria Rawert für einen gemischten Chor ein. Etwa 18 Mitglieder gehörten ihm an. Doch der hatte nicht lange Bestand. Als Rawert, Küster Theodor Bücker, Lehrer Roffhack und Pastor Tombrink umzugsbedingt oder aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung standen, schlief das musikalische Leben in Gemen ein.

Orgelweihe

Aufgrund der Corona-Pandemie hat der Kirchenchor beschlossen, die für den 22. März (Sonntag) vorgesehenen Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Bestehens zu verschieben. Der Chor gestaltet aber die Messe zur Orgelweihe um 9.30 Uhr musikalisch mit.

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Mit dem 1956 nach Gemen gekommenen Lehrer Hubert Scheidgen blühte der Chor auf, wenn auch anfangs als Choralschola. Doch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) forderten mehr Gemener deutsches Liedgut. Die lateinische Choralschola trat in den Hintergrund.

Anfangs nur Choralschola

Aber erst die Zeit Ende der 70er-Jahre ohne einen leitenden Pfarrer zeigte den Gemenern, dass sie wieder einen gemischten Chor für alle vier Stimmen haben wollten. Mit jetzt zehn Sopran-, neun Alt-, vier Tenor- und vier Bass-Stimmen ist der Chor gut aufgestellt.

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