Schöppinger Feuerwehr hat sich auf die Corona-Krise vorbereitet
Das Miteinander muss warten

Schöppingen -

Ralf Mensing bittet seine Kollegen eindringlich, derzeit soziale Kontakte untereinander einzustellen. „Dass ich das einmal sagen werde, hätte ich mir nicht vorstellen“, sagt der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Schöppingen. Denn schließlich ist das Miteinander und der Zusammenhalt ein wichtiges Element in der Freiwilligen Feuerwehr.

Donnerstag, 02.04.2020, 15:46 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 15:56 Uhr
Schutzmaterial, das Wehrleiter Ralf Mensing (l.) und sein Stellvertreter Thomas Sievert präsentieren, liegt für die Feuerwehrfrauen und -männer in den Einsatzfahrzeugen bereit.
Schutzmaterial, das Wehrleiter Ralf Mensing (l.) und sein Stellvertreter Thomas Sievert präsentieren, liegt für die Feuerwehrfrauen und -männer in den Einsatzfahrzeugen bereit. Foto: Rupert Joemann

Doch mit dieser Maßnahme soll lediglich die Einsatzfähigkeit der Wehr in Corona-Zeiten gesichert werden.

Die Einsatzfähigkeit ist gesichert. Derzeit befinden sich zwei Kameraden in häuslicher Quarantäne. Drei sind bereits aus der Quarantäne entlassen und stehen wieder zur Verfügung. Dennoch stehen Wehrleiter Ralf Mensing und sein Stellvertreter Thomas Sievert mit Nachbarwehren in Kontakt, um sich im Bedarfsfall gegenseitig helfen zu können.

Über eine spezielle App können Feuerwehrleute mitteilen, ob sie derzeit einsatzfähig sind oder nicht. So behalten Mensing und Sievert ständig den Überblick.

Wir schränken uns ein, damit wir einsatzfähig bleiben.

Wehrleiter Ralf Mensing

Die beiden bekommen zudem eine Sofortnachricht aufs Smartphone, wenn die Zahl der Atemschutzgeräteträger unter einen kritischen Punkt sinkt. Dann würden sie bei den Nachbarn fragen, ob diese im Ernstfall einspringen könnten. Die Gefahr der Personalknappheit besteht allerdings momentan nicht.

„Bei anderen Feuerwehren, jedoch nicht hier in der Region, sieht das allerdings anders aus“, sagt Thomas Sievert mit Blick auf entsprechende Meldungen. „Wir schränken uns ein, damit wir einsatzfähig bleiben“, sagt Mensing.

Dabei achten die Feuerwehrleute selbstverständlich auf das Einhalten von Hygienevorschriften. Die Dienstabende sind ebenso ausgesetzt wie Besprechungen. Nach einem Einsatz werden erst einmal die Fahrzeuge gründlich desinfiziert. Doch schon beim Ausrücken achten die Kameraden auf einen gebührenden Abstand zueinander. „Normalerweise fahren neun Leute im Wagen mit, jetzt sind es maximal vier, fünf“, sagt der stellvertretende Wehrleiter Thomas Sievert. So rückt die Schöppinger Wehr in der Corona-Krise mit mehr Fahrzeugen aus.

Jeder, der sich nicht topfit fühlt, soll zu Hause bleiben

Es wird aber auch darauf geachtet, dass nur die wirklich benötigte Zahl an Einsatzkräften rausfährt. Als die Wehr zuletzt zu einem umgestürzten Trecker mit Gefahrstoffen ausrückte, fuhren nur zwei Gruppen mit 16 Feuerwehrleuten. Zum Gerätehaus waren aber 26 gekommen. Die anderen wurden sofort wieder nach Hause geschickt. Auch nach Einsätzen treffen sich die Frauen und Männer nicht mehr Aufenthaltsraum.

Grundsätzlich gilt: Jeder, der sich nicht topfit fühlt, soll zu Hause bleiben. Ralf Mensing hält es für einen Vorteil, dass rund ein Drittel der Kameradinnen und Kameraden eine rettungsdienstliche Ausbildung haben.

Die Feuerwehrleute sind zwar auf den Umgang mit biologischen Stoffen geschult, „aber nur auf punktuelle Ereignisse, nicht in der Fläche“, so Thomas Sievert.

Für die Krise gewappnet

Die Schöppinger Verantwortlichen haben sich frühzeitig mit Material eingedeckt. Dabei loben Mensing und Sievert die Verwaltung, bei der sie stets ein offenes Ohr finden. „Wir haben Kraftstoffe und Verbrauchsmaterial hochgefahren“, sagt Ralf Mensing.

Und Thomas Sievert fügt hinzu: „Wir wissen ja nicht, wie lange die Sachen noch lieferbar sind.“ Auch Masken mit Ausatemventil hat Ralf Mensing besorgt. Die Schöppinger Wehr scheint auch für die Corona-Krise gewappnet zu sein.

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