Quarantäne legt Betrieb still
Boeser Frischfleisch GmbH in Schöppingen schließt für zwei Wochen

Schöppingen -

Nachdem bei einer Großaktion am vergangenen Samstag 33 Mitarbeiter der Boeser Frischfleisch GmbH positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist der Zerlegebetrieb am Dienstag geschlossen worden.

Dienstag, 12.05.2020, 13:40 Uhr aktualisiert: 12.05.2020, 18:05 Uhr
Der Schlachthof Tummel und der Zerlegebetrieb Boeser arbeiten in Schöppingen eng zusammen. Während im Schlachthof normal weiter gearbeitet werden kann, ist der Zerlegebetrieb vorerst geschlossen.
Der Schlachthof Tummel und der Zerlegebetrieb Boeser arbeiten in Schöppingen eng zusammen. Während im Schlachthof normal weiter gearbeitet werden kann, ist der Zerlegebetrieb vorerst geschlossen. Foto: rmj

„Wir wollen jetzt in Ruhe sehen, ob es Verläufe gibt“, begründet Geschäftsführer Christian Boeser den Schritt. Ein weiterer Grund war auch, dass dem Betrieb schlicht und einfach die Mitarbeiter fehlten. „Jeder der positiv Getesteten nimmt Kontaktpersonen ersten Grades mit in Quarantäne“, sind nicht nur die infizierten der rund 100 Mitarbeiter vorerst nicht einsatzfähig.

Bislang keine Symptome

Bislang sei der Verlauf jedenfalls sehr unauffällig gewesen, keiner der Betroffenen habe Symptome einer Krankheit gezeigt.

Zunächst soll der Betrieb, der eng mit dem Schlachthof Tummel – bei dem lediglich eine Person, die besonders engen Kontakt zu dem benachbarten Zerlegebetrieb hatte, positiv auf das Coronavirus getestet wurde – zusammenarbeitet, für zwei Wochen geschlossen bleiben.

Für die Landwirte, die ihr Fleisch in Schöppingen anliefern, hat das keine unmittelbare Auswirkung. „Tummel kann in vollem Umfang weiter schlachten“, erklärt Christian Boeser.

Schwierige Zeit für Landwirte und Händler

Für das Zerlegen wird das Fleisch dann vorübergehend in andere Betriebe geliefert. „Man versucht, sich untereinander kollegial zu helfen.“

Ohnehin sei es gerade für Landwirte und Händler eine schwierige Zeit, weiß der Geschäftsführer: In den ersten Wochen der Coronakrise hätten die Hamsterkäufe in den Lebensmittelgeschäften die Absatzverluste durch die geschlossenen Gastronomiebetriebe noch ausgleichen können. Nun seien die Kühltruhen aber voll – und die Fleisch-Nachfrage niedrig.

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