ASC Schöppingen und SV Eggerode bereiten sportlichen Wiederbeginn vor
Die Kühlschränke bleiben leer

Schöppingen -

Feierabend. Zufrieden schweift der Blick von Detlef Wehrmann an diesem Abend noch einmal über den Hauptplatz im Vechtestadion. „Dabei tut es in der Seele weh, dass auf so einem herrlichen Rasen nicht gespielt werden darf“, sind sich Lothar Zurholt und Thomas Roters beim Blick auf den grünen Teppich einig.

Mittwoch, 20.05.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 22.05.2020, 18:34 Uhr
Pressegespräch im Vechtestadion. Natürlich halten Thomas Roters (l.) und Lothar Zurholt den Mindestabstand ein.
Pressegespräch im Vechtestadion. Natürlich halten Thomas Roters (l.) und Lothar Zurholt den Mindestabstand ein. Foto: Stefan Hoof

„Da leckt sich doch jeder Fußballer die Finger nach“, betonen die beiden Vorsitzenden des ASC Schöppingen und SV Eggerode . Anlässlich eines Pressegesprächs haben sie sich am Platz getroffen.

„Die Fußballer sind heiß, sie wollen sich wieder bewegen und dem Ball hinterherjagen“, weiß Roters . Das gilt aber ebenso für die Aktiven aller anderen Abteilungen, die diese beiden Schöppinger Sportvereine beherbergen.

Doch noch ruht der Spielbetrieb. Davon zeugt die Stille rund um die Platzanlage. Nur der kalte Wind pfeift durch das Stadion. Das ist sonst an einem Donnerstagabend mitten in der Saison beinahe undenkbar. Kein Torjubel, kein Geschrei, keine Trainerkommandos auf den Fußballfeldern. Keine Leichtathleten oder Freizeitsportler auf der Bahn, die sich für den Sportabzeichenwettbewerb fit machen. Es ist so ruhig, dass Wehrmann , wenn er wollte, das Gras wachsen hören könnte.

Unser Bürgermeister Franz-Josef Franzbach ist unheimlich vorsichtig. Aber das ist auch gut so.

Lothar Zurholt und Thomas Roters

„Noch hat die Gemeinde in Absprache mit uns die Fußballplätze und Hallen gesperrt“, erläutert Zurholt. „Unser Bürgermeister Franz-Josef Franzbach ist unheimlich vorsichtig. Aber das ist auch gut so“, treiben die beiden Vereinsvorsitzenden nicht zur Eile. Bis Pfingsten wird es ruhig bleiben im Stadion. „Mindestens“, versichert Zurholt, „und auch danach werden wir immer vorsichtig bleiben müssen. Mit dem Corona-Virus werden wir weiter leben müssen, das alles wird uns noch lange verfolgen.“

Aber mittlerweile sind die Einschränkungen gelockert worden. „Natürlich wollen wir alle so schnell wie möglich wieder beginnen, aber eben auch nichts überstürzen“, bekräftigt Roters. Aber auch er mahnt zu Geduld und Vorsicht.

Zur Vorbereitung des Wiederbeginns haben der ASC und SVE nun schon mehrfach miteinander gesprochen und sich auch mit der Verwaltung abgestimmt. „Die Zeit bis dahin müssen wir nutzen, um Konzepte zu entwickeln, um zu planen, wie wir mit unseren Abteilungen und Gruppen in den nächsten Wochen umgehen, um zu klären, wer wann wieder beginnen kann. Ebenso müssen wir schnell ein Hygienekonzept aufstellen, vermutlich mehrere Hygienebeauftragte benennen“, meint Zurholt.

Wiederbeginn in kleinen Schritten

In jedem Fall wird es ein Wiederbeginn in kleinen Schritten. „Wir werden nicht die Türen aufreißen, und alle stürmen gleich ins Stadion“, bittet Zurholt schon heute um Geduld.

„Wir, der ASC und der SVE, wollen und werden nichts überstürzen“, verdeutlicht Roters. „Wir werden uns von Woche zu Woche hangeln, müssen immer die aktuellen Entwicklungen im Blick behalten“, bekräftigt Zurholt.

Dabei sei nicht auszuschließen, dass auch mal eine Ortschaft oder ein Kreis wieder in den Lockdown geschickt werde.

„Jeder Verein muss sein eigenes Konzept umsetzen. Aber der ASC und SVE werden eng zusammenarbeiten und gemeinsam die Kapazitäten nutzen“, sagt der Vorsitzende des SV Eggerode, der den Hallensportlern jedoch keine Hoffnungen machen kann: „Breitensport in der Halle wird es vorerst noch nicht geben.“

Dafür bieten jedoch die Plätze rund ums Vechtestadion und auch die beiden Spielfelder in Eggerode jede Menge Möglichkeiten.

Die Geselligkeit wird leiden

„Hier finden wir beste Bedingungen vor“, freut sich Zurholt und fragt: „Warum kann die Gymnastik- oder Thai-Bo-Gruppe sich im Sommer nicht auch draußen treffen?“

Wie auch immer der Re-Start organisiert wird, die Sportler werden sich an andere Abläufe gewöhnen müssen. „Die Geselligkeit wird leiden.

Die Kiste Bier und Fachsimpelei nach dem Spiel oder Training, das ist Geschichte“, stimmt Roters die Seniorenfußballer auf andere Zeiten ein. „Es gibt ein Training unter Auflagen. Danach geht es direkt aufs Rad oder ins Auto, geduscht wird zu Hause“, ergänzt Zurholt.

Und auch das Clubheim bleibt geschlossen: „Die Kühlschränke werden nach Pfingsten nicht voll sein“, wissen Roters und Zur­holt.

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