Nadine Heselhaus aus Raesfeld geht für die SPD in den Landrats-Wahlkampf – ihr Ziel:
„Die Herren im Kreis in Wallung bringen“

Kreis Borken -

Die SPD will mit ihrer Landratskandidatin dem Amtsinhaber einen heißen Wahlkampf liefern. Am Samstag wurde eine Frau aus Raesfeld zur Herausforderin von Dr. Kai Zwicker gewählt.

Samstag, 20.06.2020, 18:37 Uhr aktualisiert: 21.06.2020, 16:42 Uhr
Blumen überreichte SPD-Unterbezirksvorsitzender Marc Jaziorski (rechts) an die SPD-Kandidatin Nadine Heselhaus. Sie will nach der Kommunalwahl im September Landrätin werden. Links SPD-Kreistagsmitglied und stellvertretender Landrat Gerhard Ludwig..
Blumen überreichte SPD-Unterbezirksvorsitzender Marc Jaziorski (rechts) an die SPD-Kandidatin Nadine Heselhaus. Sie will nach der Kommunalwahl im September Landrätin werden. Links SPD-Kreistagsmitglied und stellvertretender Landrat Gerhard Ludwig.. Foto: Horst Andresen

Sie will kämpfen um den Posten als Landrätin. Und hat den ersten Kampf dazu gewonnen: Mit 35:28 Stimmen bei einer Enthaltung setzte sich am Samstag Nadine Heselhaus aus Raesfeld gegen die Velenerin Birgit Schlautmann (49) als SPD-Kandidatin durch. Ob sie dem amtierenden Landrat und Kandidaten der CDU, Dr. Kai Zwicker , einen heißen Wahlkampf liefern werde? „Natürlich will ich das!“, antwortete die 41-Jährige selbstbewusst.

Mit der grünen Kandidatin Susanne Trautwein-Köhler (44) aus Epe habe es „Herr Zwicker jetzt mit zwei Damen zu tun, die nicht auf den Mund gefallen sind. Wir wollen die Herrenriege im Kreis in Wallung bringen.“

Nadine Heselhaus setzte sich im zweiten Wahlgang durch. Zuvor hatte es bei drei Enthaltungen fast pari (30:31 Stimmen) gestanden. Im zweiten entschied die einfache Mehrheit.

Der kommende Wahlkampf bis zur Kommunal- und Kreistagswahl am 13. September werde wegen Corona anders aussehen: digitaler, virtueller, sagte Nadine Heselhaus. Gleichwohl wolle sie mit den SPD-Ortsvereinen buchstäblich „vor Ort“ um jede Stimme kämpfen, bürgernah. „Dann haben wir gute Chancen“.

Nadine Heselhaus hat Juso-Vergangenheit, stand 2007 bei Demos auf der Straße, führte in Grevenbroich den Ortsverein und bekräftigte in ihrer Vorstellung ihre Wahlkampferfahrung. Sie habe 20-jährige Verwaltungsarbeit (aktuell als Prüferin bei der Gemeindeprüfungsanstalt in Herne) – und machte keinen Hehl daraus, dass sie in Düsseldorf als Städterin aufgewachsen sei, aber „das Landleben auch sehr gut kenne“. Seit vier Jahren wohnt die alleinerziehende Mutter mit ihren vier Kindern in Raesfeld.

Monika Schlautmann, verheiratet, Mutter zweier erwachsener Kinder, Betriebswirtin, Büroleiterin der Bischöflichen Stiftung Haus Hall und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Velen-Ramsdorf, hatte ihre gesamte Familie mitgebracht. Sie sei 2016 in die SPD eingetreten, um die Partei „nach vorne“ zu bringen. Sie sei bodenständig, familiär, heimatverbunden. Sie wolle vieles voranbringen: Digitalisierung, Bildung, Umwelt, Verkehr. „Kommunen und Kreis sollten wieder eine Einheit werden.“

Die Velenerin verzettelte sich buchstäblich in ihren vielen Vorhaben: Als ihre 15-minütige Redezeit zu Ende war, sprach sie trotz Hinweises der Versammlungsleitung einfach weiter. Das kam bei einigen Delegierten nicht gut an. Die 64 Stimmberechtigten, darunter 17 Frauen, entschieden – „eine Wahl mit zwei unterschiedlichen Typen“, fasste Gewinnerin Heselhaus zusammen: „Es war wohl ein Vergleich zwischen konservativ gegen das Moderne.“

Marc Jaziorski (Gescher) SPD-Chef im Kreis, freut sich über Frische im Kampf ums Landratsamt. Er kündigte an: „Wir werden CDU-Kandidat Zwicker an der Nase herumführen.“ Und Elisabeth Lindenhahn (Raesfeld), Fraktionsführerin im Kreistag, wünscht sich eines: „Wir wollen, dass die schwarze Wand im Kreistag deutlich kleiner wird.“

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