Wasser-Kraft-Spielplatz in der Feuerstiege ist eröffnet
Wasser lockt die Kinder an

Schöppingen -

Henrik konnte es nicht bis zur offiziellen Eröffnung abwarten. „Mit ein paar Kumpels war ich schon gestern hier“, sagt der Neunjährige und meint den Wasser-Kraft-Spielplatz in der Feuerstiege, der seit dieser Woche freigegeben ist.

Freitag, 03.07.2020, 17:49 Uhr
Mit hölzernen Rinnen kann der Lauf des Wassers verändert werden
Mit hölzernen Rinnen kann der Lauf des Wassers verändert werden Foto: Rupert Joemann

Henrik konnte es nicht bis zur offiziellen Eröffnung abwarten. „Mit ein paar Kumpels war ich schon gestern hier“, sagt der Neunjährige und meint den Wasser-Kraft-Spielplatz in der Feuerstiege, der seit dieser Woche freigegeben ist. Gleich am ersten Tag haben zahlreiche Kinder das abenteuerliche Areal erobert, das den Abschluss der Neugestaltung des Freiraumgeländes um das Künstlerdorf bildet. Mit dem Ende der Bauarbeiten im Außenbereich ist der zweite Abschnitt des Projekts „Regionale 2016 – Kraftwerk Künstlerdorf“ umgesetzt.

Matschen, stauen, durch Wasserfontänen rennen – der Wasser-Kraft-Spielplatz bietet ein schier unerschöpfliches Potenzial an Spiel und Spaß. Ganz nebenbei erfahren die Kinder, wie durch einfache physikalische Verfahren Wasserkraft in Energie umgesetzt wird. Die Wipp-Saug-Pumpe holt das kühle Nass aus der Tiefe und schleudert es als Fontäne meterhoch. Mechanische Weichen in den hölzernen Rinnen verändern den Lauf des Wassers, ein Stauwehr im Kiesbett hält es zurück und ein Schaufelrad transportiert es über Hürden hinweg.

„Kraftstation“

Für die Umsetzung haben die Fachleute die vormals unterirdisch verrohrte Quellwasserleitung an die Oberfläche geholt und den Wasserlauf geöffnet.

Der Wasser-Kraft-Spielplatz ist eine als „Kraftstation“ konzipierte Idee zum Projekt „Kraftwerk Künstlerdorf“ und fügt sich thematisch in den Kontext Kunst und erneuerbare Energie ein.

Das Gesamtprojekt „Regionale 2016 – Kraftwerk Künstlerdorf“ gliedert sich in vier Projektbausteine: die Umgestaltung der vormaligen Halle Hüntemann in die modernisierte Kulturhalle „Kraftwerk“, die energetische Sanierung des Rathauses und die Freiraumgestaltung am Künstlerdorf.

Im September 2019 wurde die Kulturhalle „Kraftwerk“ eröffnet und versorgt seitdem mittels einer Hackschnitzelanlage auch das Neue Rathaus und die Gebäude des Künstlerdorfs mit regenerativer Energie. Im Juli 2019 haben die Bauarbeiten am Neuen Rathaus begonnen und sollen im Spätherbst dieses Jahres abgeschlossen sein.

Etappenweise realisiert

Seit August des vergangenen Jahres waren zwischen dem Abenteuerspielplatz am Nikolaus-Kindergarten und dem Parkplatz in der Feuerstiege schwere Baufahrzeuge etappenweise am Werk. Auf dem Abenteuerspielplatz wurden die Bereiche für die Altersstufen neu gegliedert, Spielgeräte umgesetzt, modernisiert und neue angeschafft. Eine Sitztribüne, Fahrradständer und der Mehrgenerationenbereich samt Fitnessparcours mit Outdoorgeräten werten das Gelände weiter auf. Auf dem angrenzenden Bolzplatz wurde der Rasen erneuert und die Tore ausgerichtet. Die Halfpipe für die Skater glänzt mit einer frischen Verkleidung. Ein Bachlauf schlängelt sich neben dem Hauptweg am Spielplatzgelände vom Richtung Künstlerdorf entlang zur Vechte. Im Uferbereich wurde die Böschung abgeflacht, und Sandsteinblöcke in loser Gruppierung laden zum Sitzen ein.

Die große Festwiese bietet für zukünftige Veranstaltungen nun mehr Stabilität: ein etwa 15 Meter breiter Streifen neben dem Hauptweg wurde mit einer Drainage und Schotter verfestigt.

Hohe Aufenthaltsqualität

Vom Hauptweg verzweigen asphaltierte Wege in alle Richtungen und verbinden die zahlreichen Gebäude des Künstlerdorfs miteinander. Über den Bach an der Museumsscheune führt nun eine neu installierte Brücke mit einem Metallgeländer aus Cortenstahl. Die Bäume und Hecken auf dem Freigelände haben einen Pflegeschnitt erhalten, Bänke wurden aufgestellt und der gesamte Bereich gut ausgeleuchtet.

Aus dem ehemaligen Parkplatz in der Feuerstiege ist eine großzügige Multifunktionsfläche entstanden. Eine Beschichtung mit hellem Natursteinsplit markiert den Hauptweg als Freiraumachse über das gesamte Areal und ist Blickfang und verbindendes Element zum historischen Ortskern.

Die Gesamtkosten für die Gestaltung des Freiraumgeländes belaufen sich auf etwa 1,1 Millionen Euro. 50 Prozent davon werden aus dem Städtebauförderprogramm des Landes NRW durch Landes- und Bundesmittel bezuschusst. Für Bürgermeister Franz-Josef Franzbach ist die neue Aufmachung ein attraktiver Pluspunkt für Schöppingen: „Das neu gestaltete Areal mit all seinen Möglichkeiten für die Bürger birgt eine hohe Aufenthaltsqualität und wertet die Ortsmitte auf. Die Mühen haben sich gelohnt.“

Henrik, Luisa, Moritz und den anderen Kinder am Wasser-Kraft-Spielplatz sind Kosten und Ästhetik egal: Sie wollen nur spielen und finden ihn „einfach toll“.

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