Meike Dirksen fliegt zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem Hilfsprojekt nach Tansania
Sich die eigene Routine schaffen

Schöppingen -

Sie war schon einmal kurz da und wollte helfen – doch dann kam Corona. Jetzt fliegt die Schöppingerin Meike Dirksen erneut nach Tansania. Ihre ursprünglichen Reisepläne hat sie allerdings aufgegeben.

Freitag, 24.07.2020, 19:31 Uhr aktualisiert: 24.07.2020, 19:41 Uhr
Die 20-jährige Meike Dirksen hält die Flagge Tansanias. Am 4. August fliegt sie zum zweiten Mal in diesem Jahr in das ostafrikanische Land.
Die 20-jährige Meike Dirksen hält die Flagge Tansanias. Am 4. August fliegt sie zum zweiten Mal in diesem Jahr in das ostafrikanische Land. Foto: privat

Tansania zum Zweiten. Die Schöppingerin Meike Dirksen macht sich am 4. August zum zweiten Mal in diesem Jahr auf, um im ostafrikanischen Tansania an einem Hilfsprojekt teilzunehmen. Der erste Abstecher wurde im Frühjahr durch die Corona-Pandemie jäh gestoppt.

Eigentlich wollte die 20-Jährige damals zunächst drei Monate bei dem Hilfsprojekt in der Nähe der 420 000-Einwohner-Stadt Arusha mitanpacken und anschließend drei Monate durch den Kontinent reisen. Nach Südafrika wollte sie auf jeden Fall, den Rest „auf sich zulassen kommen“. Doch daraus wurde nichts.

Anfangs seien die Einheimischen davon ausgegangen, dass Dunkelhäutige nicht mit dem Coronavirus infiziert werden könnten, so Meike Dirksen. Als Mitte März aber der erste offiziell bestätigte Corona-Fall in Tansania bekannt wurde, änderte sich die Haltung schlagartig. „Die Leute hatten Angst“, sagt Dirksen.

Zuweilen seien die weißen Europäer verbal angefeindet worden, weil die Tansanier selbst nicht viel reisen und somit davon ausgingen, die Ausländer hätten das Corona-Virus in das Land eingeschleppt. „Wir sind manchmal aus den Kleinbussen geworfen worden“, erzählt die 20-Jährige. So entschied die Schöppingerin mit ihrer Projektleiterin, nach Deutschland zurückzukehren. Allerdings vereinbarte sie wiederzukommen, sollte sich die Situation entspannen. Das ist jetzt der Fall.

Leben von der Hand in den Mund

Dass anfangs versucht wurde, dass Corona-Problem herunterzuspielen, kann Meike Dirksen durchaus verstehen. Denn ein Lockdown, der zu einem Einbruch der Wirtschaft führen könne, hätte schlimme Folgen. „Entweder Corona oder Hungertod“, macht die Schöppingerin deutlich. Schließlich lebten die meisten Menschen in Tansania von der Hand in den Mund. Mittlerweile seien Nasen-Mundmasken jedoch ebenso verbreitet wie Desinfektionsmittel.

Es geht alles ganz langsam und ist nicht so strukturiert wie in Deutschland

Meike Dirksen

In zehn Tagen fliegt sie trotz alledem wieder nach Tansania. Insgesamt sei sie sehr herzlich empfangen worden, so Dirksen. In Arusha hilft sie in einem Kinderheim, in dem Mädchen und Jungen im Alter von bis zu drei Jahren in zwei Gruppen betreut werden. „Das sind Kinder, deren Mütter gestorben sind, die ausgesetzt wurden oder für die sich niemand verantwortlich fühlt“, sagt Meike Dirksen.

Aufgrund der Corona-Pandemie fehlen dem Kinderheim aber jetzt Spendengelder, mit denen „das Essen und das Personal bezahlt wird“. Deshalb hat die Schöppingerin eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Über ein Spenden- und ein Paypal-Konto können Interessierte Geld spenden, das die 20-Jährige vor Ort übergeben will. Nähere Informationen gibt sie per E-Mail ( meikedirksen@web.de ).

Kein völliges Neuland

Wenn Dirksen am 4. August wieder in Tansania ankommt, betritt sie kein völliges Neuland so wie beim ersten Mal. Einige Tage brauchte sie, um sich an die Lebensweise zu gewöhnen. „Es geht alles ganz langsam und ist nicht so strukturiert wie in Deutschland“, erzählt Meike Dirksen. In der Stadt habe sie das Gefühl gehabt, dass es keine Verkehrsregeln gebe. Auf dem Land sitzen die Menschen den ganzen Tag neben ihren Kühen und bewachen die Tiere. „Mir ist gesagt worden, dass ich kommen und gehen kann, wann ich will.“ Deshalb habe sie sich ihre eigene tägliche Routine geschafft.

Bei der Arbeit mit den kleinen Kindern ist ihr aufgefallen, dass die fast nie schreien, „weil sie das so gewohnt sind“. Es habe fast immer Ruhe im Kinderheim geherrscht.

Ich wollte ein bisschen was Handfestes machen.

Meike Dirksen

Meike Dirksen, die im Herbst ein Studium der Medienwissenschaft beginnen möchte, hat sich ganz bewusst für ein Hilfsprojekt entschieden, statt nur auf der faulen Haut zu liegen. „Ich wollte ein bisschen was Handfestes machen.“ Außerdem sei das Kinderheim ein guter Ort, „um erst einmal irgendwo anzukommen“. Von Anfang an ganz alleine durch Afrika zu reisen, das hätte sie sich nicht getraut.

Einfach zu voll

Die Tour nach Südafrika streicht sie jetzt aber ebenso wie eine Reise zur Insel Sansibar. Dort ist es ihr in Corona-Zeiten einfach zu voll. „Da fühle ich mich nicht unbedingt sicher.“ Wenn sie nicht schon einmal in Arusha gewesen wäre, würde sie jetzt nicht dort hinfahren. Doch sie hat Vertrauen zu den Menschen gefasst. Und alle hätten ihr bestätigt, dass es kein besonderes Risiko gebe. Deshalb heißt es nun: Tansania zum Zweiten.

Sommer, Sonne, Rachenabstrich - Kostenlose Tests für Rückkehrer

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  • Die Rückkehr in die Heimat dürfte für viele Urlauber künftig einen Rachenabstrich mit sich bringen. Wer aus dem Ausland nach Deutschland kommt, soll die Möglichkeit erhalten, sich kostenlos auf das Coronavirus testen zu lassen. Das haben die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag beschlossen.„Wir sind noch mitten drin in der Corona-Pandemie“, sagte Bundesminister Jens Spahn (CDU). Der zunehmende Reiseverkehr erhöhe das Risiko. „Daher wird der Bund die Nationale Teststrategie so ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können.“ Die wichtigsten Fragen zu den Beschlüssen.

    Foto: Sebastian Gollnow/dpa
  • Welche Länder zählen zu den Risikogebieten?

    Das Robert Koch-Institut (RKI) hat weltweit mehr als 100 Staaten als Gebiete eingestuft, in denen ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus besteht. Dazu gehören etwa Ägypten, Israel, die Türkei, Südafrika und die USA. Nahezu die komplette EU und einige andere europäische Staaten wie die Schweiz fallen nicht darunter.

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  • Was gilt künftig für Urlauber?Auf Corona soll sich künftig jeder kostenlos testen lassen können, der aus dem Ausland zurückkommt - unabhängig davon, ob er in einem Land war, das als Risikogebiet eingestuft ist. Die Möglichkeit besteht 72 Stunden nach der Einreise etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.Für Reisende aus Risikogebieten - Staaten mit hohem Infektionsrisiko - soll es Teststellen an Flughäfen und Seehäfen geben. Können sie kein negatives Testergebnis vorweisen, müssen sie wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. 

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  • Sind Corona-Tests dann Pflicht?Formal vorerst nicht. Die Gesundheitsminister sprechen davon, nach grenzüberschreitenden Reisen „grundsätzlich die Möglichkeit“ dafür zu schaffen. An Bahnhöfen, Busbahnhöfen, Häfen, Flughäfen soll mit mehrsprachigen Flugblättern für Tests geworben werden. Beschlossen haben die Minister aber, eine rechtliche Verpflichtung zu prüfen. 

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  • Ist der Test sicher?Ein einzelner Test nicht. Es kann vorkommen, dass das Virus bei einem erst kürzlich Infizierten zum Testzeitpunkt noch nicht nachweisbar ist. „Eine negative Testung kann immer nur eine Momentaufnahme darstellen“, heißt es im Beschluss der Minister. Fünf bis sieben Tage nach dem Einreise-Test sei ein Wiederholungstest sinnvoll. Wer nach einem negativen Test unklare Symptome habe, müsse unverzüglich Kontakt zu einem Arzt aufnehmen. „Wir appellieren an die Eigenverantwortung aller Reisenden.“

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  • Ab wann gilt das?Einen einheitlichen Zeitplan gibt es nicht. Die Länder setzen die Beschlüsse jetzt um. Berlin etwa hat angekündigt, an seinen Flughäfen voraussichtlich ab kommender Woche Rückkehrer auf das Coronavirus zu testen.

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  • Welche Vorkehrungen sind noch geplant?Ob Flugzeug, Schiff, Bus oder Bahn: Reisende aus Risikogebieten sollen auf einer sogenannten Aussteigerkarte Kontaktmöglichkeiten und Mitreisende angeben. Es soll nahe den Grenzen stichprobenartige Kontrollen mit Hilfe der Bundespolizei geben. Nahe der Grenze sollen Tafeln über Quarantäne und Testmöglichkeiten informieren. „Auch soll an ausgewählten Stellen die Möglichkeit einer Testung vor Ort ermöglicht werden“, heißt es ohne nähere Details.

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  • Um welche Tests geht es?Dazu gibt es bislang keine Informationen. Gängige Tests auf eine akute Corona-Infektion sind die sogenannten PCR-Tests. Dabei nehmen Helfer in der Regel mit einem Stäbchen Abstriche aus Nase oder Rachen, die dann auf Erbgut des Erregers Sars-CoV-2 untersucht werden.

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  • Was sagen Airlines zu dem Thema?Sie sehen in Tests eine Chance, den von der Corona-Krise hart getroffenen Luftverkehr wieder in Schwung zu bringen. Das gilt vor allem für die lukrativen Langstreckenverbindungen zwischen den USA und Europa, die wegen der Einreisebeschränkungen in der Pandemie stark eingeschränkt sind. „Wir begrüßen, dass mit dem Beschluss dieser Teststrategie keine neuen Reisebeschränkungen innerhalb der EU aufgebaut werden“, teilte der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft mit. 

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  • Wie lässt sich bei Umsteigern nachvollziehen, ob sie aus einem Risikogebiet kommen?

    Die Fluggesellschaften verfügen über die Daten der Passagiere, die Reisewege und neben wem sie gesessen haben. Grundsätzlich ließe sich damit nachvollziehen, ob ein Fluggast, der beispielsweise aus Rom kommt, dort auf dem Rückweg aus einem Risikogebiet umgestiegen ist. Die Bundesregierung will ein Verfahren entwickeln, Passagierdaten digital zu übertragen. 

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