Haltestellen-Bildungsreise in die Bundeshauptstadt
Zeitzeugen und Originalschauplätze

Schöppingen -

Die vom LWL geförderte außerschulische „Haltestellen“-Bildungsreise nach Berlin mit 15 Jugendlichen und drei Betreuern gab den Jugendlichen ein Gefühl für Möglichkeiten und Perspektiven in Teilbereichen der deutschen Geschichte, Politik und in ihrem eigenen Alltag.

Dienstag, 25.08.2020, 18:20 Uhr
Die Teilnehmer der
Die Teilnehmer der Foto: Haltestelle

Ein Zeitzeuge des ehemaligen DDR-Überwachungsstaats, der als politischer Gefangener im Stasigefängnis Hohenschönhausen und im Gefängnis Naumburg einsaß, schilderte den Jugendlichen authentisch seine Biografie und machte dabei das Leid, die persönlichen Zersetzungsprozesse, aber auch die Kraft, die er aus diesem Martyrium gewann, deutlich.

Jacqueline Köster schilderte, wie sie als jüdisches Mädchen der Verfolgung der Stasi ausgesetzt war. Um der totalen Überwachung zu entgehen, riskierten auch Mitglieder ihrer Familie gewagte Fluchten.

Ein weiteres politisches Highlight war die Spurensuche an Original-Schauplätzen per Fahrrad, die die Gruppe zur Bernauer Straße, Geisterbahnhöfen, einem Flakturm oder dem Führerbunker führte.

Spannbreite von Lebensentwürfen

An diesen spannenden Orten abseits der klassischen Touristenpfade wurden interessante Gespräche zu Themen rund um das Dritte Reich und das geteilte Deutschland geführt.

Das nächste Thema stand im Bundesgesundheitsministerium mit Jens Spahn an. Es lautete: „Gestern geteilt, heute vereint?“ In diesem Block ging es um die Spannbreite von Lebensentwürfen in Berlin und im Westmünsterland. Immer wieder konnten die jungen Schöppinger dabei Parallelen zwischen Berlin und ihrem eigenen Leben auf dem Land ziehen. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass es im Münsterland viel Land gebe, aber die Lebensentwürfe der verschiedenen Menschen auch aufgrund der mangelnden kulturellen Vielfalt begrenzt seien.

Mehr Rückgrat in der Politik

Auch der Umgang mit der aktuellen Corona-Pandemie wurde angerissen und dabei die Frage, ob Heimat eine Konstante in Krisenzeiten ist, erörtert. Die Teilnehmer wünschten sich von den führenden Politikern in Umwelt- und Zukunftsfragen mehr Rückgrat in der Politik.

„Durch die Fahrt hat sich im politischen Bewusstsein der Jugendlichen und in der Art, wie sie zusammenleben wollen, einiges klarer gemacht“, ist Haltestellen-Leiter Rainer Scharmann überzeugt. Die außerschulische Bildungsfahrt nach Berlin habe allen Teilnehmern wieder einmal gezeigt: Information, Aufklärung, Toleranz, Nachdenken, Auseinandersetzungen mit Menschen und Menschenrechten haben ihren Reiz und bewahren ein würdevolles Leben.

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