Franz-Josef Franzbach: Gekippte CDU-Mehrheit kann Demokratie befördern
Bürgermeister sieht neue Machtverhältnisse im Schöppinger Rat auch als eine Chance

Schöppingen -

Die Kommunalwahl hat in der Vechtegemeinde die politischen Verhältnisse kräftig durcheinandergewirbelt. Eine Konstante ist geblieben.

Dienstag, 15.09.2020, 18:10 Uhr

Die Kommunalwahl hat in der Vechtegemeinde die politischen Verhältnisse kräftig durcheinandergewirbelt. Eine Konstante ist geblieben: Franz-Josef Franzbach bleibt für weitere fünf Jahre Bürgermeister.

„Der Gemeinderat ist bunter geworden, zudem haben sich auch die Mehrheitsverhältnisse verändert“, sagt Franzbach. Die gekippte absolute Mehrheit der CDU sieht der parteilose Bürgermeister, der unter anderem von der CDU unterstützt worden war, nicht negativ. Das Ergebnis sei „ein klarer Ausdruck von Demokratie“. Und die nicht automatisch gegebene Mehrheit einer Partei könne auch mehr Demokratie befördern, so der Verwaltungschef.

Neue Machtverhältnisse im Schöppinger Rat

Die neuen Verhältnisse werden auf jeden Fall zusätzliche Arbeit für Franzbach und seine Mitarbeiter bedeuten. Nicht nur der Rat werde sich neu aufstellen müssen, sondern auch der Bürgermeister, so Franzbach. Da macht sich der 60-Jährige nichts vor. Er erwartet zuweilen eine intensivere Diskussion, nicht nur in den politischen Gremien, sondern auch, die er selbst führen werde. Wobei er davon ausgeht, dass die sachbezogene Arbeit fortgesetzt werde, möglicherweise sogar noch stärker. Franz-Josef Franzbach kann sich auch vorstellen, dass „vielleicht eine veränderte Ratskultur“ entsteht.

Anfeindungen gegen Schöppinger Lokalpolitiker

„Nicht mehr der Austausch von Argumenten“, stand für ihn bei der Diskussion um das Baugebiet Am Berg im Mittelpunkt. Hier habe es persönliche Anfeindungen gegeben, auch gegen Lokalpolitiker. „Das war der Tiefpunkt der vergangenen fünf Jahre“, sagt der mit 78,4 Prozent der Stimmen Wiedergewählte. Er habe daran lange zu knacken gehabt. Dabei ging es ihm mehr um den Umgang mit den Ratsmitglieder als mit ihm.

Franzbach will, dass Schöppingen eine „lebens- und liebenswerte Gemeinde bleibt“. Er hofft, dass daran nicht nur die Politik, sondern auch die Vereine und Bürger mitarbeiten.

Das war der Tiefpunkt der vergangenen fünf Jahre.

Franz-Josef Franzbach, Bürgermeister

„Der Gemeinsinn in der Gemeinde ist schon hoch einzuschätzen“, lobt der Bürgermeister das ehrenamtliche Engagement in Schöppingen, Eggerode und Gemen. Das wolle er auch in der neuen Amtsperiode weiter unterstützen.

Ein wichtiges Ziel ist für Franz-Josef Franzbach, die Infrastruktur nicht nur „auf Stand zu halten“, sondern weiter auszubauen. Bei der Infrastruktur beschränkt er sich nicht auf die kommunalen Einrichtungen, sondern bezieht ausdrücklich die Sportstätten und Räumlichkeiten der Vereine mit ein.

Lange Warteliste für Baugrundstücke in Schöppingen

Aber Franzbach weiß auch, „es gibt nichts, wo man dauerhaft einen Haken dranmachen kann“. Genauso wie bei Flächen für Wohnbebauung. Mit der Erweiterung des Baugebiets Im Winkel, der angedachten Bebauung des ZUE-Geländes sowie dem geplanten Baugebiet Am Berg sieht Franzbach die Kommune für die kommenden Jahre gut aufgestellt, „jungen Familien Bauland zur Verfügung zu stellen“. Derzeit stünden rund 70 Interessenten auf einer Warteliste für ein Grundstück in Schöppingen, in Eggerode kämen noch einmal etwa zehn hinzu.

Derzeit kann das Baugebiet Am Berg noch nicht umgesetzt werden, da ein Anwohner vor dem Verwaltungsgericht Münster dagegen Klage eingereicht hat.

Hallenbad ist ein Alleinstellungsmerkmal

Ein ganz wichtiges Thema in Zukunft ist aus seiner Sicht die Digitalisierung. Dabei gelte es nicht die gleichen Fehler zu wiederholen, die andere gemacht hätten. Franzbach räumt ein, dass große Kommunen mit mehr Personal in diesem Bereich führend seien. Doch er möchte auch die Gemeindeverwaltung digitaler machen.

Insgesamt „sind wir überall am Ball“. Das bezieht er auch aufs Hallenbad. Damit habe Schöppingen für eine Kommune in dieser Größe ein Alleinstellungsmerkmal erster Güte. Dass das so bleibt, auch dafür will er sich die nächsten fünf Jahre einsetzen.

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