Abschluss der Marienfestwoche in Eggerode
Aufnahme von Flüchtlingen ist für Weihbischof Dr. Hegge eine Herzenssache

Eggerode -

Nach dem Brand des Lagers Moria auf Lesbos hat Weihbischof Dr. Christoph Hegge eine schnelle Hilfe für die Flüchtlinge auf der griechischen Insel angemahnt – und dabei auch die Politiker in die Verantwortung genommen: „Wie viele wir in Deutschland aufnehmen, ist keine politische Frage, sondern eine Herzenssache“, sagte Hegge am Sonntag zum Abschluss der Marienfestwoche.

Mittwoch, 16.09.2020, 08:54 Uhr
Weihbischof Dr. Christoph Hegge forderte ein rasches Handeln der Politiker bezogen auf die Situation der Flüchtlinge im Moria-Lager auf Lesbos.
Weihbischof Dr. Christoph Hegge forderte ein rasches Handeln der Politiker bezogen auf die Situation der Flüchtlinge im Moria-Lager auf Lesbos. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Gudru

In seiner Predigt nahm der Weihbischof das Leitwort der diesjährigen Wallfahrtssaison, „Ich bin da, wo du bist“, auf und übersetzte es aus seiner Sicht in die Gegenwart: „Er ist auch da, wo die Armen und Schwachen dieser Welt sind – auf Lesbos.“ Den Menschen dort in ihrer Not und Hoffnungslosigkeit zu helfen, „da sind wir als Christen gefragt“, mahnte Hegge an.

Die Sorge mancher, Deutschland könnte mit einer Vielzahl weiterer Flüchtlinge überfordert sein, widersprach der Weihbischof: „Wir haben schon ganz anderes geschafft!“

Die Zusage Gottes , „Ich bin da, wo du bist“, bezog Hegge auch auf Auswirkungen der Corona-Pandemie: „Er ist bei uns, auch in Zeiten, in denen menschliche Nähe unmöglich ist.“ Gott bleibe an der Seite der Menschen, wenn alles zusammenzubrechen drohe, versicherte der Weihbischof und erinnerte an den Vers aus dem Matthäus-Evangelium: „Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt.“

Hegge wünschte sich von den über 350 Pilgern, die den Gottesdienst auf dem Außengelände rund um die Kirche Mariä Geburt mitfeierten, dass sie wie Maria Gottes Nähe in ihren Herzen zulassen, sich wie sie auf ihn einlassen und sich von ihm wie Maria in den Dienst nehmen lassen. Denn: „Christus, Gott, hat keine anderen Hände als die unseren.“

In diesem Sinne lobte der Weihbischof am Ende das besondere Engagement vieler Gruppen während der Corona-Pandemie, die mit ihren Angeboten vor allem den älteren und einsamen Menschen zur Seite gestanden hätten.

Anders als sonst zogen die Gläubigen wegen der andauernden Corona-Pandemie nach dem Gottesdienst zum Ende der Marienfestwoche nicht in einer Prozession mit dem Gnadenbild „Unserer Lieben Frau vom Himmelreich“ durch den Wallfahrtsort. Fahnenabordnungen der kirchlichen Verbände hatten an der Messe teilgenommen.

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