Zwei Konzerte am Wochenende auf dem Freigelände neben dem Vechtebad
Schöppinger Feuerwehrkapelle legt die Schockstarre ab

Schöppingen -

Kein erfrischendes Bad, aber irgendetwas mit viel Wasser war es dann doch: „It’s raining men“! Zum samstäglichen Open-Air-Konzert der Band Jackfire am Vechtebad regnete es zwar keine Männer, aber der Himmel hatte buchstäblich seine Schleusen geöffnet.

Montag, 28.09.2020, 17:33 Uhr
Eine ungewöhnlich weiträumige Sitzordnung musste die Feuerwehrkapelle wegen der Hygiene-Bestimmungen am Sonntag auf dem Freigelände neben dem Vechtebad einnehmen.
Eine ungewöhnlich weiträumige Sitzordnung musste die Feuerwehrkapelle wegen der Hygiene-Bestimmungen am Sonntag auf dem Freigelände neben dem Vechtebad einnehmen. Foto: Sabine Sitte

Für Sonntag blieb somit kein Tropfen von oben mehr übrig, unkten die Veranstalter – und hatten Recht: Zum ersten Auftritt des Blasorchesters der Freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahr blieb es auf dem Freigelände trocken. Ein Grund mehr für zahlreiche Besucher, sich am Sonntagnachmittag spontan auf den Weg zu begeben und noch eine Karte zu ergattern.

„Fühlen Sie sich wie zu Hause“, lud Dirigent Rüdiger Wolbeck die etwa 180 Gäste zu Beginn der musikalischen Reise ein: Von Polka und Walzer über Pop und Rock zu sanften Balladen und flotter Marschmusik versprach das Repertoire eine üppige Vielfalt. Für das Ensemble eine kleinere Herausforderung trotz eingeschränkter Probenzeiten.

Schwieriger gestaltete sich das akustische Zusammenspiel, denn mehr Abstand zueinander gilt in diesen Zeiten besonders für Musiker. Wenn der Musikerkollege weiter entfernt sitzt und schlechter zu hören ist, sei es schwieriger, aufeinander zu reagieren, erklärte Wolbeck. Doch das schmälerte weder die Spielfreude noch die Lust des Publikums auf Livemusik unter freiem Himmel.

Das gern zum Dreivierteltakt getanzt hätte, schien es, doch „Sitzen ist das neue Tanzen“, tröstete Rüdiger Wolbeck, und so klatschten die Gäste im Rhythmus zum Eröffnungsmarsch und schunkelten verhaltener zur Amselpolka.

Der Dirigent führte das Publikum sehr charmant und sehr nahbar mit persönlichen Episoden durch das Programm, das auch immer einen Bezug zur aktuellen Situation hatte.

An die „Schockstarre im März“ und „an das Nichtstun“ erinnerte das Orchester mit „Sound of Silence“ von Paul Simon. Doch „Hinter dem Horizont geht’s weiter“, nur anders, lautete eine weitere Botschaft. Trompetensoli für die Filmfigur Rocky Balboa in „Gonna fly now“ und „Viva la vida“ – Lebe das Leben!

Mit den Klassikern der Blasmusik eroberte sich die Kapelle jede Menge weiterer Herzen: Von der Vechtewiese auf die Vogelwiese und später in den Böhmerwald sorgte für spontanen Gesang noch vor dem ersten Ton. Mit der „Herzschmerz-Polka“, „Rosamunde“ und den „Alten Kameraden“ wurden Lieblingsstücke gespielt.

Doch auch neu einstudierte Stücke präsentierten die 37 Musikerinnen und Musiker mit Pop-Songs wie „Señorita“ aus den aktuellen Charts und Genesis’ „Book of love“. „Happy“ verabschiedete sich der Musikzug von seinen Gästen und hoffte auf ein baldiges Wiederhören und -sehen.

Genauso glücklich, weil „endlich mal wieder ein Livekonzert“, so der Tenor, aber pitschnass erlebten die Zuhörer am Abend zuvor das Konzert der niederländischen Band Jackfire. Die Brüder sind keine Unbekannten für die Schöppinger. Bereits vor acht Jahren standen sie – damals noch als Five Brothers – zum Apfelfest auf der Bühne.Mit einem breiten Repertoire aus bekannten Rock- und Popsongs, der eindringlichen Stimme des Sängers Jacko, zwei überdimensional langen Sets und einer Lasershow dankten die vier Musiker der Ausdauer der Besucher: Der strömende Dauerregen hielt die etwa 160 Gäste nicht von guter Laune und Lust auf Feiern ab. Im Gegenteil: nass ist nass und dann bitte gern auch noch zwei Zugaben. „Die Band muss unbedingt wiederkommen“, so der Tenor der Besucher. Dann aber bitte ohne Regen. Halleluja.

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