Hermann Leusing kämpft mit Corona-Folgen
Wenigstens wieder zu Hause

Schöppingen -

Hermann Leusing ist glücklich, auch wenn er gesundheitlich noch nicht wieder voll da ist. „Nach 127 Tagen bin ich wieder zu Hause“, freut sich der 57-Jährige. So lange hat der Schöppinger nach einer Corona-Infektion in diversen Krankenhäusern und der Früh-Reha verbracht. Seit dem 15. September ist er nun wieder zu Hause.

Sonntag, 04.10.2020, 17:10 Uhr
Über den Besuch seiner Enkel Tom (l.) und Finn hat sich der mit dem Coronavirus infizierte Hermann Leusing im Krankenhaus sehr gefreut.
Über den Besuch seiner Enkel Tom (l.) und Finn hat sich der mit dem Coronavirus infizierte Hermann Leusing im Krankenhaus sehr gefreut. Foto: privat

 

Eigentlich sollte Hermann Leusing eine weitere Reha-Maßnahme absolvieren. Doch das hat nicht geklappt, dafür wurde seine Früh-Reha um eine Woche verlängert. „Eine Früh-Reha ist ein Zwischending zwischen Krankenhaus und Reha. Dort wird man noch versorgt“, erzählt Leusing. Erst nach 14 Tagen dort konnte Hermann Leusing das Bett verlassen. Dabei hatte er schon auf der Intensivstation des Krankenhauses angefangen, mithilfe eines Liegendfahrrads zu trainieren.

Nach der langen Bettlägerigkeit fehlen ihm im Augenblick noch Kraft und Ausdauer. „Ich war schließlich fast acht Wochen im Koma“, sagt Leusing, der nach eigener Angabe so gerade mit dem Leben davongekommen ist. Es habe Phasen gegeben, so der 57-Jährige, da sei es ihm so schlecht gegangen, dass er den Tod als Erlösung empfunden hätte.

Nun geht es jedoch wieder aufwärts. Derzeit nutzt er aber noch ein Sauerstoffgerät. Das soll er eigentlich nur nachts und bei körperlicher Belastung verwenden. Aber derzeit ist Hermann Leusing leicht erkältet. Das macht sich umso mehr bemerkbar, da seine Lunge durch die Corona-Infektion Schaden genommen hat. Er selbst geht davon aus, dass er noch lange brauche, bis er „wieder richtig an Luft kommt“. Momentan erhält er neben Physiotherapie-Stunden eine Beatmungstherapie.

Ein großer Vorteil für ihn ist, dass er von seiner Familie zu Hause unterstützt wird. Die Familie hatte ihn mit einem bunten Willkommensplakat empfangen. Im Krankenhaus konnte Hermann Leusing seine Familie erst nach etwa zehn Wochen empfangen. Dafür mussten sich die Familienmitglieder extra einen Termin geben lassen. Da die Besucher in der Klinik mindestens 16 Jahre alt sein mussten, fuhr Leusing im Rollstuhl in den Park, um seine Enkel sehen zu können.

Gefreut hat sich der Schöppinger auch über die regelmäßigen Anrufe seines Arbeitgebers, der Firma Tummel, der Kirchengemeinde St. Brictius und der politischen Gemeinde.

Jetzt will Hermann Leusing nur wieder eins: auf die Beine kommen. Spätestens Anfang des Jahres „möchte ich soweit sein, dass ich wieder arbeiten kann“.

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