Ein Blechfrosch dient in der Familie Otten als Liebesglücksbringer
Der Traumprinz hängt am Baum

Schöppingen -

Er ist zwar nicht besonders hübsch, aber dafür zweckmäßig: der bunte Frosch, der seit drei Jahren am Weihnachtsbaum der Familie Otten hängt.

Freitag, 27.11.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:46 Uhr
Dieser Blechfrosch kann sich in einen echten Märchenprinzen verwandeln – sofern man dazu den Müll rausbringt und Hundegebell hört. Davon sind Simone und Nicole Otten mittlerweile fest überzeugt.
Dieser Blechfrosch kann sich in einen echten Märchenprinzen verwandeln – sofern man dazu den Müll rausbringt und Hundegebell hört. Davon sind Simone und Nicole Otten mittlerweile fest überzeugt. Foto: Rupert Joemann

Die heute 23-jährige Nicole hat den Blechfrosch 2017 ihrer Zwillingsschwester Simone geschenkt. „Da gab es bei mir gerade eine Männer-Flaute“, sagt Simone Otten rückblickend scherzend. Ihre Schwester wollte sie deshalb necken. „Wir wollten uns nicht gegenseitig vorführen, sondern was Lustiges machen“, sagt Nicole.

Die Abmachung war schnell klar: Wer zu Weihnachten keinen Freund hat, muss in Anspielung auf das Märchen „Der Froschkönig“ den Frosch küssen. Gesagt, getan. Simone küsste den Traumprinzen in spe und – es passierte im darauffolgenden Jahr nichts. Der Prinz tauchte bis zum folgenden Weihnachtsfest einfach nicht auf. Der Frosch blieb ein Frosch und verwandelte sich nicht in einen Prinzen.

Zwei Extra-Bedingungen

Also die gleiche Prozedur noch einmal: Der bunte Frosch bekommt einen dicken Schmatzer. Doch nicht nur das. Mutter Beata weiß, warum es im vorherigen Jahr nicht geklappt hat mit dem Traumprinzen. „Wenn es dunkel wird, musst du noch den Hausmüll vor dem Abendessen rausbringen. Von der Seite, wo Hundegebell herkommt, von dort kommt der neue Freund“, erzählt die gebürtige Polin einen Aberglauben aus ihrer Heimat.

Simone schnappt sich den Müllbeutel und entsorgt ihn in der Tonne. Und sie hat Glück: Sie hört einen Hund bellen. Die Mühe lohnt sich. Im kommenden Jahr endet die Männer-Flaute – zumindest für Simone.

Bei Nicole hat sich das Blatt in die andere Richtung gewendet. Am Weihnachtsfest 2019 ist sie solo. Also muss sie den Blechfrosch küssen und den Müll rausbringen. Auch Nicole hört glücklicherweise einen Hund bellen. Und wie bei ihrer Schwester wendet sich im darauffolgenden Jahr das Liebesglück. „Wir sind die besten Beispiele dafür, dass es funktioniert“, sagt Nicole mit einem Grinsen im Gesicht. Auch Mutter Beata hat ihre Freude: „Heiligabend ist der einzige Tag, an dem die Kinder gerne den Müll rausbringen.“

Das dürfte in diesem Jahr allerdings anders sein. Beide Töchter sind vergeben. Der Frosch soll in der Schachtel bleiben und nicht aufgehängt werden.

Der Frosch muss aber aufpassen, dass er kein Corona kriegt.

Simone Otten

Nicole und Simone bieten allerdings an, wer sich den Frosch ausleihen möchte und somit seinem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen möchte, kann sich in der WN-Redaktion melden und sich den Blechkameraden für das Weihnachtsfest ausleihen. „Der Frosch muss aber aufpassen, dass er kein Corona kriegt“, sagt Simone schmunzelnd.

Weitere Adventsgeschichten gesucht

In der Adventszeit gibt es in vielen Familien und Freundeskreises Bräuche, die sich seit vielen Jahren etabliert haben. Auch gibt es in vielen Haushalten Gegenstände, zu denen es einen ganz besonderen (vor-)weihnachtlichen Bezug gibt. Die Westfälischen Nachrichten wollen sich gemeinsam mit ihren Leserinnen und Lesern in der Vorweihnachtszeit auf Spurensuche begeben und diese Adventsstücke präsentieren und freut sich über Einsendungen per E-Mail an redaktion. gro@wn.de oder persönlich an Guido Kratzke,  02562 932980.

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