Kanalnetz: Gemeinde erfüllt Vorgaben / Probleme gibt es teilweise bei großen Regenmengen vom Berg
Schmutzwasser-Gebühr steigt

Schöppingen -

Die Gebühren für Schmutzwasser und Niederschlagswasser sollen im kommenden Jahr steigen. Das sieht ein Beschluss des Betriebsausschusses vor.

Sonntag, 06.12.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 18:10 Uhr

Eine Entscheidung darüber trifft der Gemeinderat in seiner Sitzung am 14. Dezember (Montag).

Demnach soll der Kubikmeter Schmutzwasser künftig 2,66 Euro kosten. Zuvor kostete der Kubikmeter 2,34 Euro. Bereits in den Jahren 2011 bis 2013 hatte der Kubikmeter Schmutzwasser 2,63 Euro gekostet. Anschließend war der Preis bis auf zwischenzeitlich 2,21 Euro (2015 bis 2018) gesunken.

Der Kubikmeter Niederschlagswasser soll auf 32 Cent erhöht werden, das sind zwei Cent mehr als in den vergangenen zwei Jahren. Zuvor betrug der Kubikmeterpreis für das Niederschlagswasser auf versiegelten Flächen von 2014 bis 2018 ebenfalls 32 Cent.

Besteht kein Anschluss an die öffentliche Kanalisation und es wird ausschließlich die Abwasserreinigung in Anspruch genommen, soll die Schmutzwassergebühr 1,59 Euro je Kubikmeter (bisher 1,42 Euro) betragen.

Für die Fäkalannahme soll eine Gebühr von 27,97 Euro (2020: 26,51 Euro) je Kubikmeter und eine Abfuhrgebühr von 23,39 Euro (2020: 23,66 Euro) festgelegt werden.

Neben den Gebühren befasste sich der Betriebsausschuss auch mit dem zentralen Entwässerungsplan der Gemeinde. Diplom-Ingenieur Ingo Strothmann vom der Ingenieurgesellschaft Flick (Ibbenbüren) attestierte der Gemeinde im Bereich eines drei- bis fünfjährigen Regens, den muss das Kanalnetz aufnehmen können, eine funktionierende Kanalisation. Das Kanalnetz bereite lediglich an insgesamt acht Stellen Schwierigkeiten.

Als Problemzonen bei drei- bis fünfjährigen Regenereignissen nannte Strothmann für Schöppingen zwei Abschnitte der Münsterstraße, Leipziger Straße, Isinglau, Krümmlingsweg, Eggeroder Straße und den Bürgerweg. In Eggerode sieht er vor allem an der Vechtestraße Verbesserungspotenzial.

Während das Kanalnetz bei 3/5-jährigen Regenereignissen gut funktioniere, sei die Kanalisation bei einem 20- bis 30-jährigen Regen teilweise überfordert. „Das wird aber vom Regelwerk nicht gefordert“, merkte Strothmann an.

Das Hauptproblem für Schöppingen seien die Wassermassen vom Berg. Hier gebe es einen großen ungeordneten Abfluss in den Ortskern aus mehreren Einzugsgebieten. Strothmann schlug das Rückhalten durch Gräben und Becken vor. Ziel sei es, das Regenwasser mit zehn Litern pro Sekunde ins Kanalnetz einzuleiten.

Dass das in den vergangenen Jahren häufiger nicht gelang, hat sich unter anderem an der Meisenstraße gezeigt. Dort schoss das Regenwasser zum Teil förmlich von den Feldern des Schöppinger Bergs hinunter und riss große Schlammmengen mit. Immer wieder kam es zu Wasserschäden in Häusern. Diesen Straßenbereich hat Strothmann gar nicht als Problembereich klassifiziert.

Im kommenden Jahr sollen die Finanzmittel für die Kanalsanierung von 50 000 Euro auf 100 000 Euro verdoppelt werden.

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