Malteser richten Corona-Testzentrum im Kraftwerk ein
Heute geht das Testen los

Schöppingen -

Für Michael Frenzel kam der Anruf des Bürgermeisters vor einer Woche überraschend. „Könnt ihr in kurzer Zeit ein Testzentrum im Ort errichten?“, wollte Franz-Josef Franzbach vom Kreisbeauftragten des Malteser Hilfsdiensts wissen.

Donnerstag, 11.03.2021, 18:15 Uhr aktualisiert: 11.03.2021, 18:20 Uhr
Michael Frenzel (l.) hat die Einrichtung des Zentrums organisiert, sein Bruder Erich (r.) leitet es ab heute.
Michael Frenzel (l.) hat die Einrichtung des Zentrums organisiert, sein Bruder Erich (r.) leitet es ab heute. Foto: Malteser Schöppingen

Dahinter steckte die Absicht, die offensive und erweiterte Corona-Teststrategie der Bundesregierung auf kostenlose Schnelltestungen für alle Bürger zu unterstützen. Und es hat geklappt: Ab Freitagnachmittag (12. März) fungiert die Kulturhalle „Kraftwerk“ zunächst einmal wöchentlich als Testzentrum.

Für Franz-Josef Franzbach ist das Testzentrum in Schöppingen eine große Chance, der Corona-Pandemie mit allen Mitteln und Kräften entgegenzuwirken. „Je mehr Menschen getestet werden können, umso besser“, sagt der Verwaltungschef und ist froh, dass die Umsetzung recht schnell geklappt hat.

In fast allen Kommunen des Kreises Borken sind in den vergangenen Monaten ähnliche Zentren entstanden, meist vom Deutschen Roten Kreuz über die Ortsvereine organisiert. In Schöppingen gibt es keinen DRK-Ortsverein. „Mit dem Testzentrum der Malteser können wir nun aktiv mitgestalten“, so Franzbach.

Nur wenige Tage Zeit

Von der Idee bis zur Ausführung hatte der Schöppinger Malteser-Ortsverband wenige Tage Zeit. Es galt als Erstes, Informationen zu beschaffen: Welche Materialien werden gebraucht, welche Richtlinien sind maßgeblich und wer von den ehrenamtlichen Helfern hat Zeit? Wie kann der Ablauf logistisch funktionieren und wer darf den Abstrich für den Test nehmen?

Als Kreisbeauftragter verfügt Michael Frenzel über ein großes Netzwerk an Kontakten. „Ich habe von Borken über Münster bis nach Köln rumtelefoniert, um Fachleute zu befragen.“ Testerfahrungen hat der Malteser Hilfsdienst unter anderem aus Einsätzen in Altenheimen, Krankenhäusern und Unternehmen. „Aber ein eigenes Testzentrum in der Form haben wir noch nirgends installiert“, so Frenzel.

Schnelle Unterstützung

Schnelle Unterstützung bekamen die Organisatoren vom Kreis Borken und aus der Schöppinger Verwaltung. Von der Registrierung als Testzentrum bis zur Ausstattung mit Schutzkleidung durch den Katastrophenschutz waren die logistischen Anforderungen zügig bewältigt.

Manchmal auch recht unkonventionell: Die Schnelltests hat Frenzel persönlich in Bocholt abgeholt, „um Zeit zu sparen“, und ein örtliches Unternehmen hat über 100 Kurzzeitwecker gesponsert, mit denen die Zeit bis zu den Testergebnissen im Labor überwacht werden kann.

Los geht’s am heutigen Freitagnachmittag (12. März): Von 15 bis 20 Uhr haben erwachsene Bürger die Möglichkeit, sich ohne vorherige Terminvergabe in der Kulturhalle „Kraftwerk“ in der Feuerstiege kostenlos auf das Corona Virus testen zu lassen.

Wichtig sei, unbedingt ein gültiges Ausweisdokument und einen eigenen Kugelschreiber zum Unterschreiben mitzubringen, betonen die Helfer des Malteser Hilfsdiensts. Von der Registrierung bis zum Testergebnis wird alles codiert.

Ergebnis nach 15 Minuten

Die Point-of-Care (PoC)-Antigen-Schnelltests werden von medizinisch geschulten Helfern mittels eines Nasenabstrichs ausgeführt und direkt im eigenen Test-Labor in der Halle untersucht. Nach etwa 15 Minuten steht das Ergebnis fest. Sollte ein Schnelltest positiv auf das Coronavirus ausfallen, wird der Betreffende umgehend mit einem PCR-Labortest nachgetestet.

Der Nachweis über das Ergebnis wird digital versandt, kann aber auch vor Ort ausgehändigt werden. Vor der Premiere haben die Helfer den Ablauf mehrfach geprobt, um sicherzugehen. Hier kommt den Maltesern die jahrelange Blutspende-Arbeit zugute. „Wir können nicht voraussetzen, dass alles gleich reibungslos läuft“, so Michael Frenzel, der die Leitung des Testzentrums an seinen Bruder Erich Frenzel übertragen hat. „Aber wir lernen aus unseren Erfahrungen.“

Das Testzentrum wird auch am kommenden Freitag (19. März) von 15 bis 20 Uhr öffnen. Weitere Termine werden über die die Tageszeitung und die sozialen Medien bekannt gegeben.

Ab Montag auch in der Linden-Apotheke

Ab der kommenden Woche bietet auch die Linden-Apotheke kostenfreie Testungen für die Bevölkerung in ihren Räumen an. Hier ist allerdings vorab eine Terminvereinbarung unter  02555 2323 notwendig.

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