Kreis Coesfeld
„40 % der Ausbildungsstellen direkt an Hauptschüler“

Freitag, 19.09.2008, 18:09 Uhr

Von Ansgar Kreuz

Nottuln . Gute Perspektiven bei der Suche nach einer Lehrstelle eröffnen sich Hauptschülern zurzeit. „Die Firmen im Münsterland suchen dringend Auszubildende“, erklärte Raimund Greiwe , Berufsberater bei der Agentur für Arbeit. Mit den Teilnehmern der Podiums-Infothek „Wohin nach der Schule“ ermutigte er die Jugendlichen, diese Chance zu nutzen. Rund um die Jobsuche bot der dritte von den Kolpingsfamilien im Kreis Coesfeld zusammen mit der Kreishandwerkerschaft organisierte Gesprächsabend in der Geschwister-Scholl-Hauptschule Nottuln viele Informationen.

„Drei Viertel der Stellen gehen an Schüler der Entlassklassen der Haupt- und Realschulen“, beschrieb Greiwe deren Besetzung durch die Unternehmen. Besonders im Handwerk gebe eine steigende Zahl an Ausbildungsstellen . „Ihr müsst euch bewegen“, forderte er die Mädchen und Jungen auf, selbstständig Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen.

„Wir sind eine starke Gemeinschaft, die sich auch um die Ausbildung kümmert“, machte Dr. Michael Oelck von der Kreishandwerkerschaft auf im kommenden Jahr kreisweit 1800 Ausbildungsplätze in 1600 Betrieben aufmerksam. „40 Prozent der Ausbildungsplätze werden direkt an Hauptschüler vergeben“, unterstrich er, dass entgegen oft vorherrschender Meinungen auch Absolventen dieser Schulform gefragt seien.

Die duale Berufsausbildung mit dem praktischen Teil in den Firmen und dem theoretischen in den Berufkollegs stellten Monika Stoll-Röhl vom Oswald-von-Nell-Breuning-Berufskolleg und Helmut Kortekamp vom Pictorius-Berufskolleg in Coesfeld vor. „Halten sie die Augen offen und konzentrieren sie sich nicht nur auf einen Beruf“, appellierte Stoll-Röhl an die Jugendlichen, flexibel zu sein. „Ohne soziale Kompetenz kommen sie in keinem Beruf weiter“, riet Kortekamp den Schülern, sich auch in der Freizeit zu engagieren.

„Wir haben ein sehr ausgefeiltes Berufsorientierungsprogramm“, wandte sich Schulleiterin Ursula Röttger der Rolle der Geschwister-Scholl-Schule zu. Mit vielen außerschulischen Partnern werde zusammengearbeitet. Als einen Erfolg der Kooperation führte sie an, dass nach dem gerade durchgeführten Betriebspraktikum des zehnten Jahrgangs bereits 17 Schüler eine Ausbildungsstelle fest zugesagt bekommen hätten.

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