Kreis Coesfeld
Ölpreis treibt Kosten für Straßenbau hoch

Donnerstag, 04.09.2008, 19:09 Uhr

Kreis Coesfeld . Mit 1,45 Millionen Euro war der Straßenunterhaltungs-Topf der Kreisverwaltung in diesem Jahr eigentlich sehr gut gefüllt. Fünf Maßnahmen standen auf der „To-do-Liste“ – doch davon können nur drei umgesetzt werden: Deckenerneuerungen auf Teilabschnitten der K 8 und der K 14 in Vinnum (im Juni/Juli erledigt) sowie auf Abschnitten der K 1 in Havixbeck (Fertigstellung: im Oktober) und der K 2 in Nordkirchen (Baubeginn: im Oktober). Nach ersten überschlägigen Berechnungen ist nach Abschluss dieser Projekte für die ebenfalls bislang geplante Erneuerung einer Brücke über die K 34 in Holtwick und für die Erneuerung der Decke auf einem 1,9 km langen Abschnitt der K 23/3 in Lüdinghausen kein Geld mehr da.

„Die Kosten für bituminöse Materialien sind enorm gestiegen“, nannte Vorsitzender Gottfried Suntrup ( CDU ) aus Senden in der jüngsten Sitzung des Straßen- und Hochbau-Ausschusses des Kreistages den Hauptgrund für diese unerfreuliche Entwicklung. Durch den gestiegenen Ölpreis , führte die Verwaltung aus, müssen bis zu 30 Prozent mehr als im Vorjahr für das Material berappt werden – das hat den Rahmen des diesjährigen Etats gesprengt. Für Suntrup Anlass, auch mit Blick auf die nächsten Haushaltsberatungen zu überlegen, ob der Etat für die Straßenunterhaltung nicht aufgestockt werden sollte.

Für die Verteuerung der einzelnen Maßnahmen in 2008 gab es aber auch individuelle Gründe: In Vinnum hat sich beim Abfräsen der zu sanierenden Buckelpiste herausgestellt, dass auch der Unterbau punktuell nachgebessert werden muss. Dadurch erhöhen sich die Kosten von 50 000 auf 70 000 Euro. Außerdem übernimmt der Kreis Coesfeld ein Drittel der Kosten für die Beseitigung von Schäden an der Kreisstraßen in Vinnum, die durch Schwertransporte aufgrund des Dammbruchs des Dortmund-Ems-Kanals im Jahr 2005 entstanden waren, summa summarum rund 61 500 Euro (den Bärenanteil von 143 500 Euro übernimmt das Wasser- und Schiffahrtsamt).

Die Maßnahme in Havixbeck kostet 1,055 Millionen Euro statt 820 000 Euro. Zusammen mit der Sanierung in Nordkirchen, die mit 170 000 Euro zu Buche schlägt, summieren sich die Investitionen des Kreises in diesem Jahr auf nicht ganz 1,4 Millionen Euro. „Wir haben in diesem Jahr damit nur noch 50 000 Euro Spielraum – damit können wir keine Maßnahmen mehr ausführen“, erläuterte Abteilungsleiter Klaus Dammers.

So bitter das ist – in einem Punkt ist es auch ein Glücksfall. Denn zwischenzeitlich hat die Landesregierung in Aussicht gestellt, dass die Förderrichtlinien geändert werden sollen. Beteiligt sich das Land zur Zeit nicht mehr an der Sanierung von Kreisstraßen auf freier Strecke, soll sich das im nächsten Jahr wieder ändern. Der Bezirksregierung in Münster wurden vor diesem Hintergrund bereits die Planungsunterlagen für die Brücke in Holtwick zugeleitet. 2009 soll es nun was werden, und zwar ohne Kreisgeld. Denn die Maßnahme wird voraussichtlich mit 60 Prozent vom Land gefördert – und für den Rest muss nach einer schon älteren grundsätzlichen Vereinbarung die Gemeinde vor Ort gerade stehen. „Da haben wir ja Glückgehabt, dass wir die Brücke noch nicht gebaut haben“, schmunzelte Lambert Lonz (SPD) aus Senden.

Für die andere noch ausstehende Maßnahme in Lüdinghausen sieht es weniger gut aus. Dafür können trotz der Richtlinienänderung keine Mittel beantragt werden. Dafür muss der Kreis selbst in die Tasche greifen. Auch sie soll aber 2009 in Angriff genommen werden.

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