Kreis Coesfeld
Ernte: Einbußen von bis zu 50 Prozent

Montag, 08.08.2011, 00:08 Uhr

Kreis.Coesfeld . Die Bauern im Kreis Coesfeld hoffen in den nächsten Tagen auf gutes Wetter, um die Wintergetreideernte abschließen zu können. Während die Ernte der Wintergerste bereits eingefahren ist, stehen beim Weizen noch 50 Prozent auf dem Halm. Haben die Erträge angesichts des trockenen Frühjahrs gelitten? Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Franz Kückmann , muss diese Frage zweigeteilt beantworten: "Speziell auf schwereren Böden wurden gute Erträge erzielt. Auf leichteren Sandböden hingegen mussten viele insbesondere bei der Gerste deutliche Einbußen von bis zu 50 Prozent hinnehmen." In Jahren mit solchen Wetterextremen wie in 2011 träten diese Unterschiede verstärkt zu Tage, erklärt Ackerbauberater Ludger Laurenz von der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW: "Lehmböden kommen mit weniger Regen besser klar, weil sie das Wasser gut speichern können." Diese Böden herrschen im Kreis Coesfeld nord-östlich der Linie Coesfeld-Dülmen-Lüdinghausen vor. Auf leichteren Sandböden, wie man sie häufig im südwestlichen Kreisgebiet findet, liegen die Hektarerträge bei Wintergerste, Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) und Roggen laut Laurenz teilweise unter 50 Dezitonnen: "Auf besseren Böden konnten die Landwirte hingegen zufriedenstellende Erträge um die 80 Dezitonnen einfahren." Ähnlich hat der Raps auf die Bodenunterschiede reagiert, der inzwischen bis auf wenige Ausnahmen abgeerntet sei. Besonders schwer habe die Trockenheit die Rinderhalter getroffen, weiß Kückmann: "Die ersten beiden Grasschnitte in diesem Jahr sind recht dürftig ausgefallen." Auch deswegen sei auf dem Strohmarkt derzeit das Angebot sehr knapp: "Viele Milchbauern greifen jetzt alternativ auf Futterstroh aus der Gerstenernte zurück. Stroh ist allerdings insgesamt in diesem Jahr ein knappes Gut, weil die Halme bei der zwischenzeitlichen Trockenheit nicht so lang gewachsen sind." Für eine unter dem Strich zufriedenstellende Erntebilanz soll nun der Mais sorgen. "Der sieht auf den meisten Flächen exzellent aus. Da steht eine dicke Wolle drauf. Immer kurz bevor es ihm zu trocken wurde, kam genau passend der Regen", berichtet Laurenz. Bei der weltweit wichtigsten Getreideart seien die züchterischen Erfolge in den letzten Jahren immens gewesen. "Der Mais ist eine fantastische Kultur. Keine andere Getreideart kommt so gut mit Wetterkapriolen zurecht, wie wir sie in diesem Jahr erlebt haben", schwärmt der Getreideexperte.

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