Große Hilfsbereitschaft nach Brand
WN-Leser gibt Familie neues Dach über dem Kopf

Ascheberg -

Am Ende war die Hilfsbereitschaft größer als die Not: Nach dem Bericht über eine Ascheberger Familie, die bei einem Brand alles verloren hatte, löschte die Hilfswelle das Feuer. Der Mietvertrag für eine neue Bleibe ist bereits unterschrieben.

Dienstag, 02.02.2021, 13:00 Uhr aktualisiert: 02.02.2021, 13:05 Uhr
Für Familie Lorenz (r.) hat sich das Blatt ganz schnell gewendet. Andreas Reckel (l.) hat den WN-Artikel gelesen und sofort reagiert. Nun zieht die kleine Familie in seine große Wohnung mit Garten.
Für Familie Lorenz (r.) hat sich das Blatt ganz schnell gewendet. Andreas Reckel (l.) hat den WN-Artikel gelesen und sofort reagiert. Nun zieht die kleine Familie in seine große Wohnung mit Garten. Foto: Tina Nitsche

„Wir sind total glücklich!“ Manuel und Jasmin Lorenz können wieder lächeln. Für sie wendet sich das Blatt zum Guten. Nachdem sie durch einen Brand alles verloren hatten, sitzen sie nun am großen Tisch in ihrem zukünftigen neuen Zuhause. Darauf liegt der Mietvertrag. Andreas Reckel hat ihn schon unterschrieben. „Nun zieht ein BvBler ins Schalke-Haus“, sagt er lächelnd.

Von dem Brand hat Andreas Reckel in der Zeitung gelesen. „Da war ich gerade in Spanien“, sagt er. Als er dann am Samstagmorgen am heimischen Frühstückstisch in Ascheberg die „ Westfälischen Nachrichten “ aufschlug, las er die Geschichte der Familie Lorenz . Diese Geschichte hat ihn bewegt und er hat sich umgehend mit seinen Söhnen Marc und Pascal kurzgeschlossen. Gemeinsam haben Vater und Söhne beschlossen: Wir geben der Familie ein neues Zuhause. Niemals hätten die Lorenz‘ gedacht, dass es so schnell gehen könnte. Sie sind unsagbar dankbar und „ja, richtig happy“, sagt Jasmin, auf deren Gesicht sich ein Lächeln abzeichnet.

"Wenn man so etwas liest, ist Hilfe selbstverständlich"

Für Andreas Reckel fühlt sich dieser Schritt richtig an. „Da stehen plötzlich Menschen, die nichts mehr haben, da ist es selbstverständlich, dass man hilft, wenn man es kann.“ Zum 1. März verlässt Andreas Reckel seine Wohnung, die 120 Quadratmeter misst und zu der eine große Terrasse und ein Garten gehören. Er geht „back tot he roots, an die Dorfheide“, verrät er. Für beide Seiten ein Neubeginn. Aber einer, der Freude bereitet.

„Eigentlich wollte ich mir ja Zeit lassen, mit meinem Umzug, ihn ganz in Ruhe angehen, wenn ich in Rente bin. Aber manchmal kommen Dinge eben wie sie kommen“, erzählt der Vermieter. Die ersten Sachen aus seinem Wohnzimmer hat er schon zur Wohnung an der Dorfheide gebracht. Die Küche und das Schlafzimmer verbleiben an ihrem Platz. Ein Segen für die vierköpfige Familie Lorenz. Ferner können sie auch zwei Holzbetten von Andreas‘ Söhnen für die Kinder bekommen. „Dafür sind wir so dankbar“, sagt Manuel.

Alles verloren - viel bekommen

Mit soviel hätte die kleine Familie gar nicht gerechnet. „Was uns noch fehlt, das kommt nach und nach. Wir haben jetzt ein neues zu Hause, und das ist alles was zählt.“ Dankbarkeit, ist das Gefühl, das derzeit bei Manuel und Jasmin Raum einnimmt. Sie haben alles verloren, „aber durch die Unterstützung so vieler Menschen auf der anderen Seite viel mehr gewonnen. Das was wir an Hilfsbereitschaft erfahren durften, das ist Wahnsinn und dafür sind wir so dankbar.“

Hilfe aus dem Sauerland

Viele Menschen haben auf den WN-Bericht reagiert. Viele Spenden haben ihren Weg zu der kleinen Familie gefunden. „Hier aus der Gemeinde, selbst aus dem Sauerland kamen Menschen und haben uns Sachen gebracht, danke dafür“, bedanken sich Jasmin und ihr Mann auf diesem Wege. Neben den vielen Sachspenden waren dann auch zwei Wohnungsangebote dabei. Denn auch Martin Kehrenberg hatte diesbezüglich Hilfe angeboten. Die von der Größe passende Wohnung, die hatte jedoch Andreas Reckel. Für die Familie ist damit „ganz schnell ein Traum wahr geworden. Dazu sogar einer mit Garten“, sind Manuel, Jasmin, Emily und Anabel überglücklich.

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