Ascheberg
Vogelhotel kostet einen Euro

Dienstag, 07.04.2009, 18:04 Uhr

Ascheberg - Abwrackprämien sind in aller Munde, wenn Alt gegen Neu getauscht wird. Die RWE hat in ihrem Netzbetrieb Dinge verändert, die Bauwerke überflüssig machen. Das gilt beispielsweise für ein Trafohäuschen an der Altefeldstraße in Ascheberg. Seit Ende 2007 fließt hier kein Strom mehr. Normalerweise wäre das quadratische Bauwerk ein Fall für die Abrissbirne. Inzwischen haben sich aber andere Abwrack-Möglichkeiten aufgetan. Der Naturschutzbund Deutschland ( NABU ) interessiert sich für alte Trafohäuschen. „Wir überlassen sie dem NABU als Vogelhotel “, beschreibt Michael Mühlenkamp , Leiter Netzbetrieb im Regionalcenter Münster der RWE, die Zukunft alter Transformatoren-Gebäude. So wurde dem NABU auch das Häuschen an der Altefeldstraße in Ascheberg angeboten. Die Naturschutzorganisation hat mit Hubert Langer vor Ort einen fachkundigen Mitarbeiter und mit Reinhard Löwert aus Lüdinghausen einen Fledermaus-Experten aufzubieten. Sie waren begeistert von dem Angebot und so griff der Kreisverband zu. Denn der Preis, den RWE für das alte Gebäude und 100 Quadratmeter Fläche in den Kaufvertrag eintragen ließ, hat nur symbolischen Wert. Der NABU muss für sein Vogelhotel einen Euro berappen.

Einige Nistkästen hängen bereits an dem Gebäude. Im ersten Schritt denken die NABU-Experten an Sommerquartiere für Fledermäuse und Nisthilfen für Mauersegler. Möglichkeiten sollen auch für Turmfalken geschaffen werden. Der Kauf des Häuschens und der Grundfläche lassen bei den Naturschützern aber weitere Ideen sprießen, so dass es bei diesem Projekt nicht nur um ungestörte Wohnräume für Vögel geht.

„Wir werden rund um das Gebäude Sträucher pflanzen. Noch sieht es ein bisschen trist aus. Mit den passenden Sträuchern werden wir Insekten für die Vögel anlocken“, erklärt Reinhard Löwert. Einen Bach, der neben dem Gebäude vorbei fließt, haben die NABU-Leute auch schon begutachtet. Während die eine Seite gestern Morgen in die Hände spuckte, sind die RWE-Vertreter nicht traurig, dass sie gerade einmal einen Euro kassiert haben. „Unsere Experten haben das durchgerechnet. Die Alternative wäre ein Abriss“, erklärt Michael Mühlenkamp. Anschließend könne das Grundstück veräußert werden. Der Erlös und die Abrisskosten würden sich aber nur langfristig aufrechnen lassen. So sei es für beide Seiten eine „Win-win“-Situation.

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