Ascheberg
Premiere an einem vertrauten Ort der Kindheit

Sonntag, 02.05.2010, 17:05 Uhr

Herbern - „Sie schreibt gut“, meldet sich Ralf Thenior mit einem Einwurf zu Wort. Deswegen ist seine Tochter Helena am 1. Mai aber nicht heimgekehrt zu den Wurzeln. Im Keller des Schlosses Westerwinkel erzählt die 29-Jährige über die Malerei. Sie ist für eine Premiere dorthin zurückgekommen, wo sie ihre Kindheit gelebt hat. Zum ersten Mal präsentiert sie ihre Werke dem Publikum in einer eigenen Ausstellung. Ein vertrautes Umfeld gibt Sicherheit.

Die Frage nach dem Schreiben ist dem Apfel, der nahe vom Stamm landet, geschuldet. Denn die Eltern der jungen Künstlerin arbeiten als Autoren: Ralf Thenior und Jutta Richter, die preisgekrönte Kinderbuchautorin ist immer noch auf Schloss Westerwinkel zu Hause. Helena Thenior hat aber schon immer gerne gemalt, jetzt ist sie Meisterschülerin an der Kunstakademie Hamburg. Dort hat sie mit anderen Studierenden gemeinsam schon einmal Werke ausgestellt. „Das hier in Westerwinkel ist aber meine erste eigene Ausstellung. Hier werden nur meine Bilder gezeigt“, erzählt Helena Thenior.

Sie hat dafür den Aufwand, alle Werke von Hamburg ins Münsterland zu bringen, auf sich genommen. Gemeinsam mit Andreas Fabritius aus Herbern hat sie die Bilder im Schlosskeller aufgehängt. Für die Besucher ergibt sich ein faszinierender Kontrast von vielfarbigen Bildern und dem Sandstein drumherum. Nur zwei Tage waren ihre Werke hier zu sehen. Vor zehn Jahren ist Helena Thenior von Westerwinkel fortgezogen. Trotzdem ist ihr Zugang zum Zyklus der Natur in den Werken zu sehen. Vater Ralf Thenior ordnete seine Tochter zudem im „Lager der Mystiker“ ein. In das künstlerische Schaffen floss auch ein, dass Helena Thenior seit dreieinhalb Jahren Mutter einer Tochter ist.

„Jeder hat das Recht auf einen eigenen Blick aufs Bild“, entließ Ralf Thenior die Besucher der Eröffnung in Richtung der Werke seiner Tochter. Ein weiteres künstlerisches Standbein sind Videoarbeiten. Noch finanziert sie ihren Alltag, indem sie Kindern in Seminaren das Zaubern beibringt. Vielleicht nährt sie bald auch die Kunst - die Eltern haben es vorgemacht. Das gilt ganz besonders, wenn Besucher den Tipp von Vater Ralf beherzigt haben: „Wenn ein Bild Sie nicht loslässt, wenn es Labsal für die Seele ist, dann zögern Sie nicht und nehmen Sie es mit nach Hause.“

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