Ascheberg
Kuhlmann: Bewährtes pflegen

Freitag, 30.07.2010, 19:07 Uhr

Ascheberg - Hildegard Kuhlmann ist Gründungsmitglied der OJA und war mit Dieter Voß , Elisabeth Raters und Stepfan Ronge im ersten Vorstand des Trägervereins der Offenen Jugendarbeit Ascheberg vertreten. Zum 15. Geburtstag blickt sie, die 2008 aufs dem Vorstand ausschied, im Gespräch mit WN-Redakteur Theo Heitbaum zurück und nach vorne.

Warum haben Sie damals im Vorstand des Trägervereins mitgemacht?

Kuhlmann: Ich kann im Rückblick drei Gründe ausmachen: Erstens: Die Zusammenarbeit seinerzeit im Pfarrgemeinderat mit Michael Franzke hat mir deutlich gemacht, dass zukünftig ein allein kirchliches und ehrenamtliches Angebot für Jugendliche nicht ausreicht. Zweitens: Aufgrund meiner zehnjährigen Tätigkeit in der Suchtberatung in Lüdinghausen waren mir Alkohol- und Drogenprobleme bei Jugendlichen bekannt und ich wusste, dass eine präventive und begleitende Jugendarbeit nicht nur in Großstädten sinnvoll ist. Gerade in ländlichen Gemeinden fehlt es häufig an Treffpunkten, Anlaufstellen, Ansprechpartnern und Angeboten. Drittens: Als Kommunalpolitiker war es mir dann ein Anliegen für unsere Gemeinde ein bedarfsgerechtes und passendes Angebot zu entwickeln und nicht einem externen Träger die Aufgabe zu überlassen, Konzepte anderer Orte auf Ascheberg zu übertragen. Jugendarbeit ist meines Erachtens nicht an einen Träger zu delegieren sondern muss vor Ort gemeinsam, gerade an der Nahtstelle zu Vereinen, Schulen, Kirchen und anderen Institutionen entwickelt werden.

Wie sehen Sie die Entwicklung der OJA im Rückblick?

Kuhlmann: Für mich war die Zeit im Vorstand der OJA eine meiner schönsten ehrenamtlichen Tätigkeiten. Aufbauarbeit heißt auch gestalten zu können und hierzu war der Vorstand ein tolles Team. Die Konzeptarbeit, mit der die OJA angetreten ist, gilt in ihren Säulen Jugendarbeit, Jugendförderung, Beratung und Hilfe noch heute und ist um die Arbeit mit und für Kinder ergänzt worden. Es ist gelungen, über die Jahre doch ein kompetentes, kreatives, engagiertes Mitarbeiterteam gewonnen zu haben - und sie auch in Ascheberg halten zu können. Weil man sich kennt, kann die Arbeit immer weiter ausgebaut und verbessert werden, das ist für die Jugendlichen und die Kooperationspartner ein großer Vorteil. Voraussetzung ist aber auch, dass den hauptamtlichen MitarbeiterInnen ausreichend gute Arbeitsbedingungen und Unterstützung in Ascheberg erhalten bleiben. Besonders freut mich, dass die OJA neben dem Alltagsgeschäft - Öffnungszeiten, Gewinnung von Ehrenamtlichen, Juleica-Schulung, eigenen Angebote - sich mit besonderen Projekten einen Namen auch über den Kreis Coesfeld hinaus gemacht hat. Unser Sommerferienprogramm - unter Mitwirkung vieler Vereine - ist ein einmalig! Das Wochenendzeltlager ist nicht mehr wegzudenken und die vielen Ehemaligen engagieren sich immer noch in der Begleitung weil eine große Gemeinschaft entstanden ist. Aber auch in nicht so eingängige Projekte, wie „Nein darf sein“ haben die Mitarbeiter viel Kraft und Zeit investiert und schwierige Themen bearbeitet. Last but not least ist die Schulsozialarbeit strukturell und inhaltlich bei der OJA richtig angebunden (Hilfreich sind die Synergien) und so konnten die Schulen in unserer Gemeinde schwierige Themen ähnlich bearbeiten..

Wo sollte sich die OJA künftig engagieren?

Kuhlmann: Wichtig erscheint mir die Fortsetzung der Themenabende im Bürgerforum. Eltern und die Gemeinde können sich so über aktuelle Themen der Jugendlichen informieren. Dazu: Unterstützung und Hilfestellung für Eltern in pädagogischen Fragen; Unterstützung Jugendlicher bei der Berufsfindung und Bewerbungsverfahren; Zusammenarbeit mit Schulen und Familienzentren. Wichtig ist: Bewährtes pflegen - auf den Erfahrungen der vergangen 15 Jahre aufbauen und Angebote qualifizieren, optimieren und weiterentwickeln.

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