Ascheberg
Wortwitz und gelungene Parodien

Sonntag, 13.03.2011, 16:03 Uhr

Ascheberg - Heinz Weißenberg lacht aus vollem Herzen. Schon wieder taucht Marion im Programm der Bullemänner mit ihren Muffins auf. Dieses Mal am Himmelstor. Den Blödsinn muss sich erst einmal jemand ausdenken und dann auch noch so knochentrocken vortragen. Aber Heinz Weißenberg kann das.

Heinz Weißenberg? Auf der Bühne und im Publikum? Was ist denn das für ein Namenssalat? Es ist kein Zufall, dass sich da Namensvettern in zwei Rollen begegnen. Sie sind tatsächlich verwandt. Und so schmunzeln Insider besonders über diesen Satz: „Seid froh, dass ihr Wessel an Werne losgeworfen seid“, lästert der Bullemann auf der Bühne. Er muss es wissen, denn sein Vater ist in Wessel groß geworden, ist in Herbern zur Kirche gegangen. St. Benedikt liegt für Weißenberg gleich hinter den Zuschauern und der Schutzheilige der Kirche ist „der Diktus, der dafür gesorgt hat, dass die Davensberger zurückgetrieben wurden.“ Zur Not habe ein „echter Herberner ein Messer in der Tasche“.

In Ascheberg gehört Heinz Weißenberg zu 600 Zuschauern, die am Freitag und Samstag bei drei Aufführungen in der Aula der Theodor-Fontane-Schule in den Genuss des neuen Programms der Bullemänner kommen: iKuh - das sind drei Stunden, in denen die Bildung nach Westfalen kommt. Und sie ist in Ascheberg bestens aufgehoben, findet Weißenberg: „Mit der Profilschule ist Ascheberg die Bildungshauptstadt von Westfalen.“ Bis die Schule kommt, müssen aber die Bildungstipps von Heinz Weißenberg, Augustin Upmann und der „Tastenfachkraft aus der Ukraine“ Svetlana Svoroba reichen.

Das Trio lästert und stichelt sich schlagkräftig durch das neue, technisierte Westfalen, das sich schlau geben will, wenn beispielsweise die schwarzen Wagen von Street View durch die Straßen fahren. Ob durchgeknalltes Pferdemädchen (Upmann grandios) oder als Junge, der seinen Vater erziehen will (Weißenberg), ob Besuch in Spanien oder Begräbnis - der Funke springt von Beginn an zum Publikum über. Die Bullemänner sind ein Garant für Wortwitz und gelungene Parodien, ihre musikalische Note hat durch Svetlana Svoroba gewonnen. Jeder Besucher findet seinen persönlichen Höhepunkt. Vielleicht ist das Upmann in seiner Paraderolle als „Panhas“, der Renate umschwärmt. Sich auf eine Pointe festzulegen ist aber schwer, denn der nächste Lachangriff folgt sofort. Das Trio auf der Bühne beweist, warum sich die Menschen in Ascheberg fast um Eintrittskarten gestritten haben. Zwei Zugaben sind nötig bevor das Trio von der Bühne gelassen wird.

Apropos Streit um Eintrittskarten: Für den Kunst- und Kulturverein Ascheberg, Davensberg und Herbern (Kukaduh) erklärt Vorsitzender Peter Sommer, wie im Vorfeld Karten angeboten worden sind und warum es dabei zu Problemen gab. Die Bullemänner greifen das gleich auf. Sie haben in ihrem Dorf schließlich auch einen Verein, die Suchtdruper Dorf-Kultur, kurz Sudoku. Und dort wird ein anderes Modell beim Kartenverkauf gepflegt, wie Heinz Weißenberg den Aschebergern nahelegt: „Bei uns gibt´s nur Karten an der Kasse, die Stärksten kommen durch.“ Die Bullemänner sind auch sicher, dass Suchtdrup zu den Orten gehört, die man lieber umfahren sollte. Deswegen steht die Bullemänner-Heimat „bei den Umgehungsstraßen vor Herbern“. Wer am Wochenende aber drumherum fuhr und nicht geradewegs in die Aula, der hat etwas verpasst.

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