Ascheberg
Dreiakter wird in plattdeutschen Sprachtopf getaucht

Samstag, 17.09.2011, 11:09 Uhr

Ascheberg - „Mit Besen, Herz und Schnauze “ steht vorne auf dem Theaterheft, drinnen wird hochdeutsch gesprochen - auf den Plakaten in den Schaufenstern und der Bühne im Ascheberger Pfarrheim kommt der Dreiakter von Christa Bitzer demnächst allerdings plattdeutsch daher. Die Spielschar der Kolpingsfamilie Ascheberg taucht das Stück tief in den regionalen Sprachtopf. Bevor die Proben starten, wird darum fleißig übersetzt.

In der ersten Runde standen die Passagen jener Akteure auf dem Programm, für die plattdeutsch eine Fremdsprache ist, die also nicht selbst übersetzen können. „Anfangs haben wir das in der großen Runde probiert, das ging aber nicht voran“, informiert Hanne Rehr, die dieses Mal wieder die Regie übernimmt. Deswegen setzten die Akteure sich in kleinen Gruppen zusammen. Hier ging es schneller voran, der erste Teil ist übersetzt. „Das war aber gar nicht so einfach“, berichtet Ludger Heubrock bei der zweiten Übersetzerrunde mit den Akteuren, die der plattdeutschen Sprache mächtig sind: „Das Stück lebt vom Wortwitz, wie Heinz Erhardt ihn gepflegt hat. Den möchten wir erhalten.“

Christoph Möller und Karl Mangels , die zusammen eine Rolle wechselweise auf der Bühne spielen werden, sind gerade an so einem Punkt angelangt. „Mädchen im roten Mieder kommen immer wieder nieder“, liest Möller und blickt Mangels ein wenig ratlos an. Sie wiederholen aber nur, was vorher Bärbel Vorrink in ihrer Rolle schon sagen musste. Nachdem die beiden Übersetzergruppen sich kurz geschlossen haben, steht fest: Zuerst einmal bleibt es beim hochdeutsch. Denn die erste Übersetzung ist nicht in Stein gemeißelt. Bleistift und Radiergummi liegen auf allen Tischen - wenn aufgeschriebene Sätze unrund klingen, wird radiert und neu formuliert. Bis zur Premiere wird die Spielschar an den Dialogen feilen.

Weil sie viele Dialoge führen, haben sich Martin Weiß und Franz-Josef Nientiedt an einen anderen Tisch zurückgezogen. Alles mitbekommen muss Angelika Hömann, die als Souffleuse agieren wird. Silvia Naber, Heike Zobel, Alex Rehr, Verena Kirchhoff, Jonas Sellinghoff und erstmals Carolin Kirchhoff sind die weiteren Akteure, die am 14. Januar 2012 bei der Premiere auf der Bühne zu finden sein werden, die Saison läuft bis zum 4. Februar.

Ganz zurückgezogen hat sich auch Generalintendant Max Olbrich nicht. Während er beim Übersetzen hilft, füllt er auch eine Skizze Stück für Stück aus: Das Bühnenbild entsteht.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/102358?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F697434%2F697451%2F
Wie viel Lärm ist für Anwohner zumutbar?
Ob auf diesem Parkplatz an der Ostbeverner/Einener Straße eine Garage für zwei Feuerwehrfahrzeuge gebaut werden darf, damit beschäftigte sich am Montag das Oberverwaltungsgericht Münster.
Nachrichten-Ticker