„Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser“
„Keiner kann das Risiko abschätzen“

Herbern -

Beim Thema Fracking kann noch keine Entwarnung gegeben werden – das ist das Fazit eines Informationsabends im Jochen-Klepper-Haus.

Donnerstag, 19.04.2012, 16:04 Uhr

„Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser“ : „Keiner kann das Risiko abschätzen“
Fordert ein klares Bekenntnis von der Politik: Hermann Darbrock (l.) referierte auf Einladung der Bürgerinitiative in Herbern. Foto: iss

Zu einem Informationsabend hatte am Dienstagabend die „ Bürgerinitiative für sauberes Trinkwasser (BIST)“ ins Jochen-Klepper-Haus eingeladen. Rund 20 Interessierte waren gekommen, um sich über den aktuellen Stand beim Thema Gasbohrungen zu informieren.

Hermann Darbrock, stellvertretender Vorsitzender des Landesfischereiverbandes, riet allen Mitgliedern der Initiative, Bürgern und vor allem den Parteien, einen Brief an den Umweltminister Norbert Röttgen zuschreiben, da dieser bisher ja scheinbar kein großes Interesse an dem Thema Fracking habe. „Die Parteien müssen das Fracking zum Thema machen und auch nach der Wahl etwas daraus machen“, forderte Darbrock.

Die Beantragung nach dem Umwelt-Rechtsbehelfsgesetz wurde beim Landesfischereiverband bisher immer abgelehnt. Die Bürgerinitiativen haben auf diesem Gebiet mehr Einfluss, so der Verbandsvertreter.

Denn im Kreis Coesfeld und Unna herrscht weitgehend Einigkeit, dass Fracking hier unerwünscht ist. „Uns drückt der Schuh, so geht das nicht!“, betonte Darbrock.

Das alte Bergbaurecht besage, dass weitere Förderungen erlaubt sind, wenn eine Probebohrung erfolgreich verlaufen ist.

Wenn das Grundwasser (ob oberflächennah oder in der Tiefe) erstmal durch Chemikalien verseucht ist, ist es zu spät, warnte Darbrock. Hier helfe nur, Fracking gar nicht erst zuzulassen, und sowohl Bürger als auch Entscheidungsträger in der Politik zu sensibilisieren.

„Für mich ist das eine Katastrophe“, erklärte Lutz Wendland. Mit seiner Meinung stand er nicht alleine dort. „Es wird alles nur beschönigt“, rief Reinhard Busch in den Raum. Auch Marie Luise Voß äußerte sich höchst kritisch. „Keiner kann das Risiko einschätzen oder eindämmen.“

Obschon Fracking in NRW vorerst untersagt ist. Bis zur Landtagswahl gebe es noch viel zu tun, um ein klares Bekenntnis der Politik zu erhalten – das war das Resultat des Abends.

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