Erste standesamtliche Trauung im Burgturm
Vom sauren Apfel zum Eheglück

Davensberg -

Premiere im festlich geschmückten Burgturm mit Sascha und Claudia Horstkötter in den Hauptrollen. Bei der ersten standesamtlichen Trauung im Davertdorf erfuhren die Gäste gestern auch, was es mit der ungewöhnlichen neuen Bank am Burgturm auf sich hat. Sie hat auf einer Seite das Gesicht einer Schlange.

Mittwoch, 02.05.2012, 20:05 Uhr

Erste standesamtliche Trauung im Burgturm : Vom sauren Apfel zum Eheglück
So müssen Interessenten sich eine Heirat im Burgturm vorstellen: Standesbeamtin Margret Bohnenkamp traute gestern Sascha und Claudia Horstkötter, die hier noch auf den Mädchennamen Waibler hört. Foto: Jürgen Peperhowe

Premiere im festlich geschmückten Burgturm mit Sascha und Claudia Horstkötter in den Hauptrollen. Bei der ersten standesamtlichen Trauung im Davertdorf erfuhren die Gäste gestern auch, was es mit der ungewöhnlichen neuen Bank am Burgturm auf sich hat. Sie hat auf einer Seite das Gesicht einer Schlange.

Auf dem Weg ins „Paradies der Ehe“ mussten Sascha Horstkötter und Claudia Waibler auch an eben dieser Schlange vorbei – und der Bräutigam biss auf Wunsch der Bäuerin Anneliese Buntrock in den „sauren Apfel“, den die Schlange in ihrem Mund trug. Der Heimatverein hat sich für Trauungen im Burgturm kräftig ins Zeug gelegt und in neue Stühle fürs Brautpaar und Standesbeamtin Margret Bohnenkamp investiert. Auch das Ambiente war festlich. „Das ist schön hier“, freute sich Bräutigams-Vater Hermann Horstkötter. Seine Frau Ulla hätte auch gerne im Burgturm geheiratet, doch das „kommt 38 Jahre zu spät“.

Wartet vor dem Gang ins Trauzimmer die Schlange auf das Brautpaar, haben künftig Paare nach der Trauung die Möglichkeit ihren „Zusammenschluss“ an der Schlüsselbrücke zu dokumentieren. Auf Initiative von Anton Bitter wird dort noch ein Gestell angebracht, an das Hochzeitsschlösser angebracht werden dürfen. Die Schlüssel fliegen dann in den Emmerbach . Die erste Trauung hat Davensbergs Ideenschmieden mobilisiert.

Gestern war die Burgturmspielschar vor Ort. Das wird bei Trauungen im Burgturm aber nicht zum Standard werden. Die Ausnahme war zwei aktiven Mitgliedern der Laienspielschar geschuldet: Wenn Sascha und Claudia Horstkötter nicht gerade die Hauptrolle bei einer Hochzeit spielen, treten sie für die Spielschar auf und organisieren den Vorverkauf. Deswegen war gestern nicht nur Vorsitzender Franz König gekommen, sondern große Teile der Spielschar. Im Schatten spendierte das Brautpaar den Gästen ein Glas Sekt. Er kam aus jenem Raum, der für Hochzeiten tabu ist: Die Folterkammer mit der Streckbank und dem Verlies unter einer Falltür.

Weitere Heiratstermine im schicken Burgturm sind zurzeit nicht bekannt. Die Horstkötters, die gestern auf den Tag genau acht Jahre zusammen waren, werden aber Nachahmer finden.

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