Langenölser Heimattreffen im „Goldenen Stern“
Lambertusspatzen singen bei Premiere

Ascheberg -

Erinnerungen müssen gepflegt werden, damit sie wach bleiben. Darum traf sich die Langeölser Dorfgemeinschaft nun zum 45. in Ascheberg, das 1975 die Patenschaft für das Dorf, ehemals in Schlesien gelegen und heute zu Polen gehörig, übernommen hatte. Dabei tauschten sich die Teilnehmer aus, gaben Geschichten weiter und erinnerten sich an ihr Langenöls, aus dem sie nach Ende des Zweiten Weltkriegs vertrieben wurden.

Montag, 03.09.2012, 17:09 Uhr

Langenölser Heimattreffen im „Goldenen Stern“ : Lambertusspatzen singen bei Premiere
Die Lambertusspatzen bestritten den musikalischen Teil des 66. Heimattreffens der Langenölser in Ascheberg. Foto: hahn

Obwohl diese Treffen nun schon oft stattfanden, war jenes am Sonntag eine kleine Premiere. Denn die Jahre zuvor hatte man sich im Haus Klaverkamp zusammen gefunden, das es nun jedoch nicht mehr gibt. Als Ausweichort bot sich aber die Gaststätte „Goldener Stern“ an.

Gleich zu Beginn der kleinen Feierstunde wurde es richtig lebendig und laut. Der Raum füllte sich mit kleinen orangen Lambertusspatzen, die das Programm hindurch musikalische Einlagen boten und mit ihren ansteckenden Melodien und witzigen Texten („Der Gorilla mit der Sonnenbrille“) viel Freude verbreiteten. Danach sprach Pastor Martin Roth die Totenmesse, um an die verstorbenen Mitglieder der Gemeinde zusammen zu gedenken. Die beiden anwesenden stellvertretenden Bürgermeisterinnen Maria Schulte-Loh und Petra Haverkamp begrüßten die Anwesenden und übermittelten Grußworte von Bürgermeister Dr. Bert Risthaus.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags gab es Vorträge und gemeinsames Singen, das vom Ehrenvorsitzenden Willi Bufe mit dem Schifferklavier begleitet wurde. Bufe thematisierte später in seiner Ansprache auch sein Verständnis als Heimatvertriebener von Heimat und Zuhause: „Ich bleibe ein Fremder in meiner Stadt, damit habe ich mich abgefunden.“ Dennoch ist für ihn sein Wohnort sein Zuhause, in dem er schließlich mehr als 50 Jahre wohne. Die Vorsitzende der Gemeinschaft Dr. Idis Hartmann, die sich als Kunsthistorikerin viel mit Schlesien beschäftigte, sprach in ihrem Vortrag das Problem an, dass die Erlebnisgeneration immer kleiner werde und viele Geschichten noch nicht zu Ende erzählt seien. „Eine Verarbeitung der Geschehnisse fand noch nicht komplett statt. Hinter den Zahlen und Daten verbergen sich persönliche Geschichten, die es weiter zu geben gilt“, so Hartmann. Für sie sei es ebenso wichtig, dass das Kulturgut in der alten Heimat erhalten bleibe. Mit den Ausführungen von Dr. Hartmann waren indes nicht alle einverstanden. Pfarrer Carsten W. Franken stieß sich an einigen ihrer Ausführungen, was er am Ende auch deutlich artikulierte. Man einigte sich darauf, sensible Streitthemen später persönlich zu klären. Nachdem sich die Wogen wieder geglättet hatten, tranken die Mitglieder der Dorfgemeinschaft gemeinsam Kaffee und schwelgten in Erinnerungen, während Bilder aus Langenöls und Umgebung präsentiert wurden.

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