Ausklang der „Haltlosen Prosa“: Texte mit Lokalkolorit
Literarische Kabinettstückchen

Ascheberg -

Gut eine Woche lang stand Ascheberg ganz im Zeichen der „Haltlosen Prosa“. Mit der Lesung der zwölf Preisträger des Wettbewerbs fand die Aktion am Freitagabend ihren Abschluss.

Sonntag, 28.10.2012, 14:10 Uhr

Ausklang der „Haltlosen Prosa“: Texte mit Lokalkolorit : Literarische Kabinettstückchen
Für ein würdiges Finale der „Haltlosen Prosa“ sorgten die Nachwuchsautoren mit ihrer Lesung im Hotel Clemens-August. Im Namen der Gemeinde dankte die stellvertretende Bürgermeisterin Maria Schulte-Loh (gr. Foto, l.). Bei den Ascheberger Gasteltern (kl. Foto) bedankte sich Dr. Susanne Schulte von der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit. Foto: nico

Literatur kann so vielfältig sein: Sie kann zum Lachen und zum Weinen bringen, mit lyrischen Sprachbildern faszinieren oder einfach nur unterhalten. Ein Kaleidoskop sprachlicher Glanzstücke bot am Freitag die Abschlusslesung der „Haltlosen Prosa“-Preisträger im Hotel-Restaurant Clemens-August in Davensberg . Dort brachten zwölf Nachwuchsautoren unter die Leute, was sie in den Workshops mit Jutta Richter , Ralf Thenior , Oliver Uschmann und Thomas Pletzinger erarbeitet hatten.

„Was kann man eigentlich von zwölf Stunden Literaturwerkstatt erwarten?“ macht Ralf Thenior deutlich, wie begrenzt der Zeitraum war, den Profis und Nachwuchs miteinander verbracht haben. Und dennoch: Was Annalisa Hartmann, Artur Krutsch, Julia Rothenburg, Katharina Stegen, Lara de Simone, Lisa Herden, Melanie Ulrike Junge, Semra Koca, Thekla Stobbe, Livia Anne Hott, Paula Fürstenberg und Jennifer Polonski in diesen wenigen Stunden zu Papier gebracht haben, ist beachtlich. Komplett unterschiedlich in Thematik, Wortwahl und Form eint sie jedoch eins: ein sicheres Gespür für Sprache.

„Diese Talente werden sich durchbeißen“, ist sich Jutta Richter sicher. „Wir haben ihnen ja auch einen Einblick in den real existierenden Kulturbetrieb verschafft“, ergänzt Oliver Uschmann, der zusammen mit Thomas Pletzinger sechs „Kandidaten“ im Workshop betreute. Dort haben die Jungautoren unter anderem Geschichten „in einem Rutsch“ ohne den Stift abzusetzen geschrieben: „Wenn man mehr als fünf Sekunden an einem Wort überlegt, ist die Übung vorbei“. In der Arbeitsgruppe von Jutta Richter und Ralf Thenior formulierten sechs Literatinnen unter anderem zum Stichwort „Monsterbaby“.

Anders als die zwölf Jungautoren haben Anke Richter-Weiß, Christian Hahn und Reinhard Bourichter keine Ambitionen beruflich literarisch tätig zu werden. Das sie ihre Gedanken dennoch gut in Worte kleiden können, zeigen ihre Beiträge zu „Eine Gemeinde schreibt“, in denen die drei Ascheberger ihre Lieblingsorte wiedergeben. Als Gewinner dieses Wettbewerbs brachten Anke Richter-Weiß und Christian Hahn ihre Siegertexte, die bereits in den WN veröffentlich wurden, noch einmal bei der Lesung zu Gehör; Melanie Wiebusch las den Beitrag von Reinhard Bourichter.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von der „Foggy Horns Brass Band“, die mit Spielfreude für gute Laune sorgte. „Zwischen den Geschichten, die hier mit leiser, ruhiger Stimme vorgelesen werden, machen wir ordentlich Krach“, hatte Bandleader Jörg Drewing versprochen, bevor er der Band musikalisch ein Stück New Orleans nach Davensberg holte. „Ihr seid gar nicht ‚foggy’ (neblig), sondern ein echter Sonnenschein“, lobte Dr. Susanne Schulte von der Gesellschaft zur Förderung der Westfälischen Kulturarbeit, die die „Haltlose Prosa“ mit veranstaltet hat. „Die Texte waren toll. Diese Prosa ist wirklich absolut haltlos gewesen“, freute sie sich. Ihr Dank galt auch den Gastfamilien, die die Preisträger beherbergt hatten. Dass der Aufenthalt in Ascheberg die Literaten in ihrem Schaffen beeinflusst hat, war an einigen Stellen zu hören: Da bildete münsterländisches Lokalkolorit die Kulisse für amüsante Texte.

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