„White Sox“ trainieren mit einem Profi
Singen, bis die Sportschau kommt

Ascheberg -

Der Männerchor „White Sox“ legt sich ins Zeug, um im April eine reife Leistung auf die Bühne zu bringen. Dazu bedient sich das Ensemble auch professioneller Unterstützung.

Mittwoch, 27.02.2013, 13:02 Uhr

Training mit dem Profi:  Intensiv probten die „White Sox“ Bei einem Workshop mit Arrangeur Otmar Stangl (am Klavier) für Ihre Konzerte im April.
Training mit dem Profi:  Intensiv probten die „White Sox“ Bei einem Workshop mit Arrangeur Otmar Stangl (am Klavier) für Ihre Konzerte im April. Foto: nico

Restlos begeistert war das Publikum vom Konzert der „White Sox“ vor gut einem Jahr in „Frenkings Festscheune“. In diesem Jahr hat der Männerchor noch mehr vor: Aufgrund der großen Nachfrage sind zwei Konzerttermine angesetzt. Dafür legen sich die Herren mit den weißen Socken mächtig ins Zeug. Am Samstag ließen sie sich von Arrangeur Otmar Stangl und Schauspielerin Christiane Athmer einen „besonderen Schliff“ verpassen.

„Ich will ein strahlendes A hören, also stützt das Zwerchfell und singt nach oben“, fordert Otmar Stangl von den Herren, die sich im Halbkreis um das Klavier postiert haben. Leicht macht es ihnen der Krefelder, der schon viele Stücke für den Chor arrangiert hat, nicht. In dem ganztägigen Probenworkshop, den die „White Sox“ in der Gaststätte „Goldener Stern“ durchführen, stehen zwar nur zwei Stücke auf der Agenda – die aber richtig.

Takt für Takt geht Stangl mit den Sängern die Werke durch. Dabei engagiert er sich gehörig: Er demonstriert, wie es klingen soll und begleitet dann die einzelnen Stimmen. Dabei wippt, dirigiert und stampft er, und manchmal reißt es Stangl gar völlig von seinem Stuhl am Klavier.

Dabei wird klar: Das Beherrschen von Noten und Text, Phrasierung, Artikulation und Dynamik sind hier nur Grundlagen. Erst die gemeinsame musikalische Arbeit macht die Werke wirklich „bühnenreif“.

Zunächst einzeln, dann zusammen erarbeiten sich Tenor- und Bassstimmen ihren Part; erst in Herman van Veens „Weg da!“, anschließend in Westernhagens „Willenlos“. Letzteres hat Stangl als A-capella-Version für den Chor arrangiert. Diese komplexe und verschachtelte Interpretationsart ist eine echte Herausforderung für die Singgemeinschaft. „Man muss genau wissen, wann man dabei Begleitung ist und wann Instrument“, verdeutlicht Otmar Stangl.

Unterstützt wird er bei dem Workshop von der Schauspielerin Christiane Athmer. Sie trainiert die „White Sox“ in Sachen Stimmbildung. „Ich möchte die Chorroutine auflockern, Gewohnheiten aufbrechen und Möglichkeiten aufzeigen, wie man Lieder auf andere Art angehen kann“, erläutert sie.

Dabei sorgen diese „anderen Arten“ durchaus für gute Stimmung in der Sängerrunde. „Versucht euren Part mal wie kleine Kätzchen oder trompetenartig zu singen“, fordert Otmar Stangl die ersten Tenöre auf. Die kriegen vor Lachen zunächst kaum noch einen Ton über die Lippen, fügen sich aber schließlich artig und trösten sich mit dem Gedanken: Vielleicht kommt es für die anderen Stimmen noch schlimmer.

Klar definiert ist das Ende des Probenworkshops, selbst wenn die weiß besockten Herren mit dem Üben zeitlich etwas in Verzug geraten ist.

Doch Otmar Stangl weiß um samstagabendliche Männergewohnheiten und schmunzelt: „Ihr habt doch nur Angst, dass ihr die Sportschau verpasst“.

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