Komparsin beim Münster-Tatort
Wenn eine Vernissage zwölf Stunden dauert

Ascheberg -

Eine Vernissage rund um die Uhr: Sabine Geldmacher-Nielsen hat ihren Ausstellungsbesuch im Landesmuseum Münster nicht bereut, denn dort stand sie als Komparsin für den Münster-Tatort vor der Kamera.

Samstag, 04.05.2013, 09:05 Uhr

Sabine Geldmacher-Nielsen war in der Nacht zum Freitag als Komparsin bei den Tatort-Dreharbeiten.
Sabine Geldmacher-Nielsen war in der Nacht zum Freitag als Komparsin bei den Tatort-Dreharbeiten. Foto: hbm

Elf Stunden Vernissage für sechs Minuten Tatort: Sabine Geldmacher-Nielsen aus Ascheberg war mittendrin als in der Nacht zum Freitag im Landesmuseum Münster für das nächste Stück mit Professor Börne und Kommissar Thiel gedreht wurde. Als Vernissage-Gast lernte sie mit dem Komparsinnen-Alltag auch ein bisschen die Tatort-Welt kennen.

„Der Münster-Tatort ist die Nummer eins“, steht der Krimi aus der Westfalen-Metropole für Sabine Geldmacher-Nielsen an erster Stelle. Bei Facebook gehört sie darum auch einer Gruppe von Tatort-Fans an. Als hier gepostet wurde, dass die Casting-Firma Komparsen suchte, schickte die Aschebergerin ihre Bewerbung ab. Gefragt waren ein Portrait-Foto, eine Aufnahme von der Sohle bis zum Scheitel, dazu Fotos in Abendgarderobe. „Eine Woche nach der Bewerbung wurde ich eingeladen“, berichtet die Aschebergerin.

Am Set ging es zwanglos zu: „Alle haben sich geduzt. Es war eine angenehme Atmosphäre, auch im Umgang mit den Schauspielern. Und es hat Spaß gemacht.“ Bereut hat Sabine Geldmacher-Nielsen nur ihre Schuhwahl: „Ich hatte zu hohe Schuhe ausgesucht. Die hätte ich gerne gewechselt.“ Das allerdings ist beim Dreh für einen Fernsehkrimi nicht drin: „Wir haben zu Beginn unser Sektglas für die Vernissage bekommen, Es roch auch nach Sekt, aber wir durften nicht trinken. Die Gläser waren nummeriert, so dass nichts durcheinander kommen konnte“, berichtet die Aschebergerin von der großen Akribie mit der beim kleinsten Detail vorgangenen wird, um keine Brüche ins Bild zu setzen.

Tontechnisch war der Dreh ebenfalls eine Herausforderung. Die Aschebergerin musste sich zwar - wie das unter Vernissage-Gästen üblich ist - unterhalten. Allerdings hatten die Gespräche lautlos zu sein. Beim Schauen eines Tatortes wäre sie auch nicht auf die Idee gekommen, dass unter Schuhe aus tontechnischen Gründen Filz geklebt wird. „Das muss sehr sensibel sein“, mutmaßt Geldmacher-Nielsen.

Dass ihr Einsatz einige Zeit dauern würde, war der Aschebergerin spätestens nach dem ersten Bild klar: „Das hat zwei bis zweieinhalb Stunden gedauert.“ Für sie bedeutete das: Immer wieder die gleichen Gesten, die gleichen Gespräche und die identischen Wege gehen. „Einiges war nach drei, vier Mal im Kasten, bei anderen Einstellungen hat es bis zu 20 Mal gedauert“, beschreibt sich die Bandbreite beim selbst erlebten Filmdreh. Bei der Vernissage war übrigens Professor Börne (Jan-Josef Liefers) dabei, Thiel (Axel Prahl) hatte frei. Kurz vor 18 Uhr musste Sabine Geldmacher-Nielsen am Donnerstag in Münster ein, um sechs Uhr fiel sie am Freitag müde ins heimische Bett.

Das Warten auf den nächsten Münster-Tatort „Die chinesische Prinzessin“ ist seither intensiver: „Ich bin bespannt, was zu sehen sein wird.“ Bis zum Herbst muss die Komparsin sich gedulden.

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