Graffiti an der Firmenwand
Ein Gemälde auf 400 Quadratmetern

Ascheberg -

In den Hallen der Firma Klaas sind schon viele Kräne entstanden. Jetzt wird allerdings der Boden für einen Kran bereitet, der größer ist als alle Geräte, die jemals an der Raiffeisenstraße gebaut wurden. Andreas Plautz hat den Kran auf einem Din-A-4-Blatt gezeichnet und ist nun dabei, ihm den Boden zu bereiten.

Dienstag, 04.06.2013, 19:06 Uhr

Lasten wird das Gerät aber nie befördern, denn es ist das i-Tüpfelchen auf einem Kunstwerk, das gerade auf der Wand einer neuen Hallen entsteht. Andreas Plautz , Künstlername Smoe, sprayt das Graffiti mit Firmenlogo und Kran auf einer Fläche von 400 Quadratmetern.

Die Grauzone des Sprayens hat Smoe schon lange verlassen. Seit sieben Jahren verdient der Münsteraner mit legalen Kunstwerken auf Firmenwänden , mit Portraits von 100-Jährigen im Tibusstift und mit anderen Aufträgen seien Lebensunterhalt. Der „gute Sprayer“ ist in Münster bekannt, betreut dort legale Projekte und verfügt über gute Kontakte zu illegalen Sprayern. Zu seinem bisher größten Kunstwerk kam der Münsteraner, weil sein Bruder mit Tobias Klaas die Meisterschule besucht hatte. Deswegen war er in Ascheberg bekannt, wurde er kontaktiert und nach dem Gefallen seines Entwurfes mit einem Auftrag versehen. „Vier Wochen wird es dauern, bis alles fertig ist“, schätzt Smoe, der am Donnerstag nach Pfingsten gestartet ist.

Weil die Wand durch den Bau gerastert ist und der Sprayer Übung im Übertragen von Din-A-4-Bildchen auf Wände hat, bereitet es Smoe keine Mühe, die Farbe an der richtigen Stelle zu platzieren. Zur Kontrolle geht er aber schon einmal bis zur Raiffeisenstraße, um das Gesamtbild zu überprüfen. Fürs Gestalten ist wichtig, das Graffiti nicht mit Details zu überfrachten. „Davon hat nur der Bauer auf dem Feld direkt an der Halle etwas“, erzählt Smoe.

Der Künstler verwendet Lacke, die aus der Automobilbranche kommen. Sie sind hoch UV-beständig. Die Dosen werden sogar für legale Graffiti befüllt. „Für Kunst, nicht für Vandalismus“, steht auf ihnen. Smoe rechnet damit, zwischen 400 bis 500 Dosen zu benötigen: „Genau kann ich das noch nicht sagen. Ich bestelle immer 100 Dosen, die in zwei Tagen da sind.“ Es gibt übrigens auch illegale Schwesterdosen. „In denen sind weniger Kugeln, sie sind also leiser“ erklärt der Experte.

Die Herausforderung beim Werk in Ascheberg ist die Größe. Das Bild erstreckt sich auf 400 Quadratmetern und ist nicht nur eine kreative, sondern auch eine körperliche Herausforderung. Andreas Plautz erklärt: „Ich stehe mit der Dose völlig frei. Wichtig ist, den Abstand zur Wand konstant zu halten. Deswegen ist der Körper komplett gespannt. Wenn ich nur einen Zeh bewege, mache ich einen nicht gewollten Schlenker mit der Dose.“ Hinzu kommt, dass beim Sprayen eine Maske getragen wird und wegen der weißen Wand eine Sonnenbrille Pflicht ist. Deswegen hat der Sprayer auch einen Monat für das fertige Bild eingeplant.

Nach dem Himmel, Firmenlogo und Schriftzug erhält das Bild aktuell im unteren Bereich einen Grünstreifen. Der Kran wird am Ende aufgesprüht. Er hat einen Ausleger, der bisher in den Hallen noch nicht gebaut werden kann.  

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