Produktion in Takkad
Raguse produziert in Marokko

Herbern -

Seit 1991 produziert die Firma Raguse im rumänischen Heltau, jetzt hat sie in einem zweiten Standbein den Betrieb aufgenommen. Joachim Raguse war zum Start vergangene Woche in Takkad (Marokko) persönlich dabei.

Dienstag, 29.10.2013, 09:10 Uhr

In Takkad hat die Maroc S.A.R.L. am Mittwoch die Produktion aufgenommen. Doch was haben die 37 frisch angestellten Marokkanerinnen in der Nähe von Agadir mit der Gemeinde Ascheberg zu tun? Sie fertigen medizinische Abdeckungen für die Firma Raguse in Herbern, die das neue Unternehmen im Sommer vor Ort gegründet hatte. „Nach Heltau in Rumänien ist das unsere zweite Produktionsstätte“, berichtet Joachim Raguse, der zum Produktionsstart selbst in Afrika weilte.

1991 hat Raguse seine Produktion von Herbern nach Rumänien verlegt. Zwischenzeitlich hat der Herberner in China fertigen lassen. Allerdings: „Man weiß nicht, welche Qualität man dort bekommt. Dort produzieren zu lassen, ist kein einfaches Geschäft. Es gibt mehrere Unternehmen, die sich deswegen aus China zurückziehen. Außerdem dauert es sechs bis acht Wochen, bis die Produkte hier sind“, erklärt Raguse seinen Abschied von China. Der letzte Container aus Asien ist gerade eingetroffen.

Vor einem Jahr hat sich Joachim Raguse erstmals in Marokko umgesehen und eine Betriebsleiterin engagiert. Im Juli wurden alle Verträge in zwei Tagen in trockene Tücher gebracht. Raguse mietete für drei Jahre eine leerstehende Halle, die für die Produktion ertüchtigt werden musste. Sie erhielt einen neuen Boden und ein neues Dach. Aus hygienischen Gründen wurden Schleusen für die Mitarbeiter und Filteranlagen für die Luft eingebaut. Zum Reinraumsystem gehört auch, dass die 37 neuen Mitarbeiterinnen sich an das Umkleiden und Arbeiten in der Reinraumkleidung genauso gewöhnen mussten wie an die Vorschriften zur Händedesinfektion.

Dass in Marokko weniger Vorschriften als in Deutschland zu beachten sind, empfindet Raguse nicht als Vorteil: „Das ist ein Abenteuer. Weil vieles nicht strikt vorgegeben ist, muss überall nach Lösungen gesucht werden. Das für zur einer Unmenge von langen Diskussionen.“ Die Betriebsleiterin, die ein Jahr Deutsch gelernt hat, fungiert als Dolmetscherin.

Arbeitskräfte zu bekommen, war kein Problem. für die zuerst benötigten 37 Produktionskräfte gingen über 300 Bewerbungen ein. Logistisch wird mit Schiffen gearbeitet. „Montags geht ein Container in Agadir auf die Reise, freitags ist er in Bremerhaven. Von dort liefern wir Rohmaterial zurück. Das ist ein Pendelverkehr“, erklärt Raguse.

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