Plattdeutsches Theater
Landeier gehen auf Brautschau

Herbern -

2013 sind Internet, Facebook und You Tube auch im hinterwäldlerischsten Bauerschaftswinkel angekommen. Und sie sind bereit bei „Bauer sucht Frau“ eine wichtige Rolle zu übernehmen, wie die Laienspielschar Herbern am zweiten Weihnachtstag bei der Premiere der „Landeier“ bewies.

Freitag, 27.12.2013, 17:12 Uhr

Augenzwinkernd: Kaum hat Pfarrer Rudolf Kruse angekündigt, dass er Herbern verlässt, wird Forsthövel zum Sündenbabel. Zwar nur auf der Bühne in der Theodor-Fontane-Schule, aber drei frauenlose Jungbauern überhitzen dort bei der Suche nach einer Lebensgefährtin. Sehr zur Freude des Publikums, dass bei der Premiere der „Landeier“ am zweiten Weihnachtstag viel Spaß hatte.

Die Laienspielschar schickt in diesem Jahr ein junges Ensemble auf die Bühne. 32,3 Jahre ist das Durchschnittsalter des Sextetts, das die Komödie von Frederik Holtkamp spielt. Das passt wunderbar, weil es über sechs Akte in einer Dorfkneipe eben um junge heiratswillige Leute geht. Martina Nachtmann hat in der Maske dieses Jahr ein vergleichsweise überschaubares Programm.

Eine Hochzeit hat weniger der Dorfkneipier (Jörg Frigge) im Sinn. Dafür sind der Schweinezüchter (Christoph Freise), der Schafhalter (Kai Nienhaus ) und der Ökobauer (Dirk Storksberger) auf Brautschau. Bei nur zwei weiblichen Wesen, einer Studentin (Sarah Kos) und der Postbotin (Kathrin Schulze Aquack) werden zwei Heiratswillige auf der Strecke bleiben.

Textsicher und spielfreudig macht die junge Truppe schnell deutlich, dass sich die Freunde des plattdeutschen Theaters in Herbern keine Zukunftssorgen machen müssen, auch wenn die KAB als Verein hinter der Laienspielschar weggebrochen ist. Zwei neue Talente (Storksberger, Kos) harmonieren mit dem etwas erfahreneren Quartett, in dem Kai Nienhaus die schwerste Aufgabe hat, denn er muss mit Naturtalent Christoph Freise, der an Nienhaus Vater Heribert erinnert, mithalten – dank der Gene vom Vater gelingt ihm das wunderbar. Es passt toll zusammen, was unter der Regie von Walburga Sennekamp und Marion Kraß tief in der etwas verträumten – um sie nicht hinterwälderisch zu nennen – Bauerschaft, die aber schon das Internet, Facebook und You Tube kennt, angerichtet worden ist.

Andreas Nölkenbockhoff, Franz Wemhoff, Kai Nienhaus, Ralf Wenner, Jörg Frigge, Thomas Schulze Aquack und Daniel Zimmermann haben ihnen eine schöne Dorfkneipe als Bühne gebaut. Die Technik, inklusive des bedrohlichen Gewittergrollens, wurde von Heinrich Roters ausgetüftelt, das Bühnenbild hat Markus Grauthoff gemalt. Dekoriert wurde von Manfred Neuhaus. Als Souffleusen sitzen Walburga Sennekamp und Mathilde Forsthövel hinter der Bühne. In den Pausen bewirten Elisabeth Naendrup, Elisabeth Roters, Alfons Kraß und Ines Freise die Gäste.

Paul Ophaus organisiert das Geschehen. Er hat die „Landeier“ in der Vertriebsstelle und dem Verlag deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomonisten entdeckt und gebucht.

Mit einem Augenzwinkern an alle frauenlosen Jungbauern sei eins schon verraten: Der Ökobauer geht bei der Frauensuche nicht leer aus . . .

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