Promi-Gäste im Jagdschlösschen
Zaire residierte vor 40 Jahren in Ascheberg

Ascheberg -

Weltmeisterschaft und Jagdschlösschen – da war doch was? Vor 40 Jahren logierte die Nationalmannschaft der Zaire in Ascheberg. Am 1. Juni 1974 kamen die Leoparden ins Dorf und wurden gleich von einer Musikkapelle begrüßt. Ihr bunt bemalter Bus hatte Mühe, sich durch die Menschenmassen vor dem Hotel zu kämpfen. „Ich hoffe, dass Sie sich bei uns wohl fühlen werden und wünsche Ihnen, dass sie Weltmeister werden”, begrüßte Hotelier Hubert Reher seine Gäste. Blagojew Vidinic, der jugoslawische Staatstrainer der Zaire-Fußballer, hatte nicht nur eine Aversion gegen Journalisten, er war auch ungehalten wegen der Menschenmassen vor dem Jagdschlösschen: „Wir sind nicht als Touristen hier.” Während ihres Aufenthalts wird ein großer Raum des Jagdschlösschen-Restaurants in Zaire-Stube umbenannt.

Samstag, 28.06.2014, 08:00 Uhr

Der afrikanische Vertreter erzielte bei der Weltmeisterschaft kein Tor, vermied beim 0:9 gegen Jugoslawien sogar nur knapp eine zweistellig Niederlage. Trotzdem fuhren die Spieler nicht mit leeren Händen nach Hause. Weit vor der normalen Geschäftszeit wurde Aschebergs Bürgermeister Walter Bose am Abfahrtstag des Teams aus den Federn getrommelt. Vor der Tür seiner Drogerie stand ein Mann aus Zaire und begehrte Einlass. Wenig später hatte Bose mit dem Verkauf von Fotogeräten ein gutes Geschäft gemacht. Wie Bose erging es zahlreichen Geschäftsleuten. Zaires Nationalmannschaft nebst Anhang verscherbelte den respektablen Restbestand an D-Mark. Selbst Nähmaschinen flogen mit in die Heimat.

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