Weltreisende aus Ascheberg in Sydney
Globetrotter in Nähe der Geiselnahme

Ascheberg -

Daniel Schröer und Nils Heubrock führte ihre Weltreise auch nach Australien. Die beiden Ascheberger waren in Sydney, als die Geiselnahme blutig verlief. Ihrer Familie konnten die Globetrotter per Smartphone Entwarnung geben.

Dienstag, 16.12.2014, 13:12 Uhr

Geiselnahme am anderen Ende der Welt, drei Tote in Sydney – als Hildegard und Josef Schröer am Montagmorgen die erste Nachricht am Radio hörten, zückte Hildegard Schröer gleich ihr Smartphone. „Wie geht‘s dir?“, schickte sie eine bange Frage an Sohn Daniel , der auf einer Weltreise gerade am anderen Ende der Welt unterwegs ist. Nicht einmal eine Minute später atmen die Schröer tief durch. „Keine Angst Mama, alles in Ordnung“, lautet die schnelle Antwort von Daniel.

Sydney ist zwar eine Millionenstadt, doch weit weg von dem Geschehen waren die Ascheberger Daniel Schröer und Nils Heubrock auf ihrer Reise durch ferne Länder nicht. Im Gegenteil: Zusammen mit Nils´ Freundin Carolin Grimmelt waren sie nah dran. „Ungefähr zur Zeit des Geschehens gegen 10.30 Uhr befanden wir uns an einer Bushaltestelle, die nur etwa 200 Meter von dem Ort entfernt lag“, berichtet Daniel Schröer den Westfälischen Nachrichten.

Als sie stadtauswärts fuhren, bekamen sie von den dramatischen Ereignissen in dem Café, an dem sie am Sonntag noch vorbeigegangen waren, nichts mit. „Erfahren habe ich es von Australiern, die direkt einen Link der BBC news gepostet haben“, erzählt Schröer. Weil die australische Metropole der deutschen Zeit zehn Stunden voraus ist, schlummerten die Eltern in Ascheberg noch im Bett.

Dem Geschehen näherte sich das Trio auf dem Rückweg. Daniel Schröer erzählt: „Als wir dann wieder stadteinwärts fahren wollten, mussten wir an einer anderen Bushaltestelle aussteigen, da das Gebiet und die Straßen in dem Bereich gesperrt waren.“ Das war dann auch die Phase, in der die Eltern daheim wach wurden und am Radio von der Geiselnahme erfuhren. „Sydney ist riesig, aber wenn der Sohn da ist, wird man unruhig“, schildert Hildegard Schröer eine normale Eltern-Reaktion.

Am Tag danach ist sie froh, dass die Antwort schnell kam: „Sonst wäre die Unruhe weiter gewachsen, aber in der heutigen Zeit kann man sich per What‘s app immer schnell austauschen.“

Die Antworten der Weltenbummler kamen zuerst aus den USA, Schröer und Heubrock haben einige große Städte und Hawaii besucht. In Australien ging es einmal von Norden nach Süden, Tauchen am Barrier Reef inklusive. Zwei Wochen Neuseeland wurden eingebaut, am Ende der Reise um die halbe Welt stehen noch fünf Wochen in Asien an.

Zurück im Hotel hatte das Trio keine Möglichkeit mehr, sich dem Geschehen gleich nebenan zu entziehen. „Den ganzen Tag lief dann natürlich nichts anderes mehr überall in den TV-Nachrichten“, berichtet Daniel Schröer.

Mittlerweile haben sie Sydney den Rücken gekehrt. Weihnachten werden sie in Melbourne feiern – hoffentlich ohne Zwischenfall.

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