Debütantin in Herbern
Aus Veronika wird Klärchen

Herbern -

Veronika Rupke verlässt die Garderobe, um die Bühne zu erobern. Mit der Spielschar Herbern fiebert die Debütantin der Theaterpremiere am 27. Dezember entgegen.

Montag, 22.12.2014, 16:12 Uhr

Ihr Debüt gibt Veronika Rupke im diesjährigen plattdeutschen Theaterstück der Herberner Laienspielschar „Heinrich un datt Etablissemant“.
Ihr Debüt gibt Veronika Rupke im diesjährigen plattdeutschen Theaterstück der Herberner Laienspielschar „Heinrich un datt Etablissemant“. Foto: tani

Über das schwarz-weiß gemusterte Kleid hat Veronika Rupke eine lilafarbene Fleecejacke gezogen. Ruhig sitzt sie am Tisch und wartet. Nur ihre Hände verraten sie. Sprechen eine eigene Sprache und zeigen wie es im Innern der 29-jähigen aussieht. Lampenfieber macht sich breit. Parallel steigt die Nervosität. Gleich ist es soweit. Dann verlässt Veronika Rupke die Garderobe, um die Bühne zu erobern. Als Klärchen ! Denn in dieser Rolle gibt sie ihr Debüt bei der Herberner Laienspielschar im plattdeutschen Theaterstück: „Heinrich un datt Etablissement. Rein äußerlich ist sie schon zu Klärchen mutiert, denn in der Maske hat Martina Nachtmann Hand angelegt. „Die Rolle an sich ist mir eigentlich nicht auf den Leib geschneidert“, erzählt Veronika, obwohl es durchaus Ähnlichkeiten mit der Figur gibt. „Ich bin zwar auch der etwas zurückhaltendere Typ, habe allerdings meine eigene Richtung. Klärchen hingegen ist, wie soll ich sagen, ansonsten eher naiv und das bin ich nicht“, zeigt sie den wesentlichen Unterschied auf. Kollegin Mathilde Forsthövel unterbricht die Ausführungen und bringt den Hauptunterschied auf einen Nenner: „Klärchen ist eher dösig und das ist Veronika keineswegs“.

Im Gegenteil: Veronika hat die Herausforderung angenommen und ist eingetaucht in die Rolle. Das Besondere dabei: Sie spielt zum ersten Mal beim plattdeutschen Theaterstück der Herberner Laienspielschar. Sie mimt die Verlobte, in einem Stück, das sich um Beziehungskisten dreht. Ein Unterfangen, dessen Weg zumindest in sprachlicher Hinsicht mit so einigen Stolpersteinen gepflastert war. Wie gut das Oma Hannah Rupke da vom Fach ist. „Ich selber kann kein plattdeutsch. Meine Oma spricht platt, da hat man als Kind also was mitbekommen, von daher verstehe ich die Sprache“, erzählt die Akteurin, die im wahren Leben als Architektin arbeitet. Oma kam dann natürlich für das neueste Unternehmen der Enkelin gleich ins Spiel. „Am Anfang habe ich das Lesen meiner Rolle mit Oma geübt“. Ferner wurde das Rollenheftchen zur Bettlektüre. Danach hat Veronika fleißig auswendig gelernt. Auf diese Weise hat „Klärchen Hoffmann“ in den letzten Monaten immer mehr Raum im Leben der Debütantin eingenommen. Mit der Sprache klappt es gut, die heimische Wohnung ist zum Schauplatz mutiert, wenn die Wesselerin dort sprechend auf und abgelaufen ist und sich auf diese Weise die Handlung einprägt hat. Sie kennt die Theater-Truppe, denn im vergangenen Jahr hat sie hinter den Kulissen der Laienspielschar ausgeholfen. „Ja und dann hat Andreas Nienhaus mich gefragt, ob ich vielleicht Lust hätte selber mitzuspielen.“ Am Samstag „sitzt“ alles. „Mal gucken wie das gleich wird“, lächelt sie schüchtern. Dann ist es soweit. Sie zieht die lilafarbene Fleecejacke aus, um bei der Generalprobe als „Klärchen“ die Bühne zu erobern.

Für das Theaterstück gibt es noch einige wenige Restkarten an der Abendkasse.

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