AVD-Histo-Monte
Nach Monaco trotz Schnee und Eis

Herbern -

Monte Carlo im Sommer kann schön sein. Blaues Meer, tolle Yachten im Hafen, Palmen, Strand. Aber im Winter mit dem Auto quer durch die Alpen ans Mittelmeer fahren?

Mittwoch, 04.02.2015, 20:02 Uhr

In Südkirchen trafen sich die vier Münsterland-Teams zum gemeinsamen Start in Richtung Monte Carlo. Theo Wellmann (r.) hat die Tour bereits zwölf Mal absolviert.
In Südkirchen trafen sich die vier Münsterland-Teams zum gemeinsamen Start in Richtung Monte Carlo. Theo Wellmann (r.) hat die Tour bereits zwölf Mal absolviert. Foto: west

Monte Carlo im Sommer kann schön sein. Blaues Meer, tolle Yachten im Hafen, Palmen, Strand. Aber im Winter mit dem Auto quer durch die Alpen ans Mittelmeer fahren? „Man muss nicht verrückt sein,aber es hilft“, ist sich Theo Wellmann sicher. Er ist nicht der einzige verrückte Münsterländer, der gestern die Tour zum kleinen Fürstentum am Mittelmeer unter die Räder nahm. Mit ihm starteten drei weitere Rallye-Auto-Besatzungen, denn die Männer wollen nicht im Casino zocken. Das Auto-Quartett nimmt an der AVD-Histo-Monte teil, einer Rallye für Fahrzeuge, die mindestens 20 Jahre auf dem Buckel haben. Gestern trafen sich die Teams in Südkirchen, um gemeinsam nach Mainz zum Start zu fahren.

Theo Wellmann ist im positiven Sinne Motorsport-verrückt. Schon seit Jahrzehnten ist er nicht nur bei Rallye-Veranstaltungen am Start. Er unterhält auch ein Netzwerk zu anderen Fans und vielen Profis. So sollte beispielsweise der mehrfache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl auf Wellmanns Porsche an den Start gehen, doch die Rennsport-Legende in Diensten des Porsche-Werks ist auf Testfahrt am Polarkreis.

An der Histo-Monte nahm der Herberner Bäcker- und Konditormeister, der auch die monatlichen Oldtimer-Treffen am Gasthaus „Zum letzten Wolf“ mitorganisiert, mittlerweile 12 Mal teil. Sein größter Erfolg war ein zweiter Platz – hinter Klaus-Peter Thaler und dem Ex-Opel-Teamchef Jochen Berger auf dem Beifahrersitz. Ihn und seinen BMW 325 iX wird Udo Volckmann aus Birkenau in der Pfalz als Kopilot durch die Seealpen dirigieren. Die weiteren Teams bestehen aus Dirk Appel und Daniel Dumpe aus Südkirchen auf einem Lancia Delta Integrale, Josef Dumpe (Südkirchen) und Thomas Richter (Werne) auf Audi Quattro S2 sowie Hans Wessel (Ahlen) und Gottfried Burghardt (Zuffenhausen) auf Porsche Carrera.

Dass die Motorsport-Freaks aus dem Münsterland trotz Schnee und Eis gestern auf die 1850 Kilometer lange Rallye-Strecke gingen, ist fast einer Schnapsidee zu verdanken. Motorsportbegeistert sind alle. Als man im vergangenen Jahr (beim WM-Finale) zusammenhockte, machte Wellmann den Vorschlag – und alle waren begeistert. Dirk Appel und Daniel Dumpe auf ihrem Lancia haben allerdings auch eine gehörige Portion „Bammel“. Für sie ist es der erste Start bei einer so namhaften Veranstaltung. „Wir wollen dabei sein und das Auto heile wieder nach Hause bringen“, so Dirk Appel. Das will natürlich auch Hans Wessel auf seinem Carrera. Aber: „Eine solche Veranstaltung mitzumachen ist alleine schon ein Traum – einmal im Leben. . .“

Die Chancen, die schmucken Rallye-Autos wieder heil nach Hause zu bringen, stehen nicht schlecht. Letztlich geht es bei dieser „touristischen“ Veranstaltung nicht um Bestzeiten. Die Rallye ist vielmehr eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Die Teilnehmer müssen einen vorgegebenen Durchschnitt einhalten und sich an die Verkehrsregeln halten. Dass dann aber streckenweise trotzdem am Limit gefahren werden muss, liegt an den schmalen Passstraßen oder Serpentinen, denn die Tour führt kreuz und quer durch die Seealpen. „Aber im Winter ist dort ohnehin kein vernünftiger Mensch unterwegs“, so Wellmann. Zum Teil verläuft die Rallye über Strecken, die erst vor wenigen Wochen von den aktuellen Rallye-Assen der WM-Veranstaltung gefahren wurde. Endgültig absolutes Rallye-Feeling kommt dann auf, wenn die Piloten aus dem Münsterland die Prüfung am Col de Turini unter die Räder nehmen und zur Siegerehrung – wie die Profis – im Hafen von Monaco eintreffen. Im Gegensatz zu den Profis, deren Autos auf Transporter verladen werden, fahren die Münsterländer allerdings dann auch wieder mit den Rallye-Autos nach Hause. . .

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