Ausbau der Bahnstrecke Münster - Lünen
Deutsche Bahn denkt über Alternative nach

Ascheberg -

Die Bretter, die für den Bahn-Ausbau zwischen Münster und Lünen gebohrt werden müssen, werden dicker und dicker. Das wurde in dieser Woche auf der Sitzung des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM) deutlich. Die Deutsche Bahn spricht mittlerweile davon, den Fernverkehr alternativ lieber über Hamm zu führen – und will hierfür zur Abkürzung westlich von Hamm sogar eine dreieinhalb Kilometer lange Umfahrung neu bauen. Durch bebautes Gebiet.

Freitag, 20.03.2015, 20:03 Uhr

„Völliger Blödsinn“, schimpft Lambert Lonz (SPD), „bis so etwas genehmigt ist, vergehen 30 Jahre“. Ludger Wobbe (CDU) stößt ins gleiche Horn: „Das ist der größte Witz“. Lonz wie auch Wobbe sitzen für den Kreis Coesfeld im ZVM. Dessen Vorsteher Dr. Hermann Paßlick betont, dass der Zug trotzdem noch nicht abgefahren sei. „Wir haben weiterhin realistische Chancen auf das zweite Gleis, wenn Politik und Wirtschaft im Münsterland unvermindert an einem Strang ziehen“.

Vertreter der Deutschen Bahn (DB) hatten Dr. Paßlick kürzlich dargelegt, dass der Ausbau Münster Lünen mit erheblichen technischen Problemen behaftet sei, die ins Geld gingen. So muss der Bahndamm, obwohl vor über 90 Jahren bereits für Zweigleisigkeit ausgelegt, verbreitert werden, weil heute ein größerer Gleisabstand einzuhalten ist. Hinzu kommt die Einfädelung in den Dortmunder Hauptbahnhof, die schon im derzeitigen Zustand Probleme bereitet. Bei noch mehr Zügen komme man um ein kostspieliges Überwerfungsbauwerk nicht herum. Hohen Kosten steht für die DB kein Nutzen im Güterverkehr gegenüber, weil die Strecke in Münster nicht an die Güterumgehungsbahn angeschlossen ist. So die Argumentation der Deutschen Bahn.

„Die Wirtschaftlichkeit wird immer weiter heruntergerechnet“, beklagt Ludger Wobbe, und pflichtet deshalb Dr. Paßlick bei: „Das Projekt kann jetzt nur noch politisch durchgesetzt werden“. Gelinge dies nicht, so sei das für Ascheberg „eine Katastrophe“. Neidisch blickt Wobbe in die Nachbarschaft: „Drensteinfurt ist dank seines exzellenten Bahnanschlusses zu einem Vorort von Münster geworden“. Dort fahren die Züge im Halbstundentakt, zeitweise sogar noch öfter.

Weshalb von der Deutschen Bahn jetzt die Hammer Variante ins Spiel gebracht werde, obwohl sich diese gar nicht umsetzen lasse, wundert Lambert Lonz überhaupt nicht. „Die DB hat nie ein Interesse am zweiten Gleis gehabt“, erklärt der Sendener. Verbandsvorsteher Dr. Paßlick bewertet die Sache optimistischer und sieht auf Bahnseite „nach wie vor positive Signale“. Und: „Wir bleiben im Gespräch. Ein weiterer Termin ist bereits vereinbart worden“. Gleichwohl verhehlt er nicht, dass es „schon ein ziemliches Drama“ wäre, sollte das Projekt scheitern. Der Aufschwung des gesamten Münsterlandes stehe auf dem Spiel, insbesondere wegen dem „Rhein-Ruhr-Express“, von dem man dann zwangsläufig abgekoppelt würde. „Dafür müssen wir weiter kämpfen“.

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