Philipp Horn möchte Freifunk-Netz für jedermann aufbauen
Erste Knoten für freies Internet geknüpft

Ascheberg -

Überall und zu jeder Zeit kostenlos im Internet surfen: Diese Vision möchte Philipp Horn in Herbern mit einem Freifunk-Netz verwirklichen. Neben mehr Komfort für jedermann hat der Wirtschaftsinformatiker auch konkrete Hilfen für Asylbewerber via Internet im Blick.

Dienstag, 05.05.2015, 11:05 Uhr

Über einen separaten Router kann jeder einen Teil seiner Internetkapazität für den Freifunk zur Verfügung stellen.
Über einen separaten Router kann jeder einen Teil seiner Internetkapazität für den Freifunk zur Verfügung stellen. Foto: sff

Kostenloser Zugang ins Internet – überall und zu jeder Zeit: Bisher ist dies noch ein weit entfernter Wunschtraum. Philipp Horn arbeitet allerdings daran, dieser Vision zumindest in Herbern ein Stück näher zu kommen. Gemeinsam mit anderen örtlichen Internetnutzern möchte er ein möglichst engmaschiges, nicht kommerzielles Freifunknetz knüpfen. Dabei kann jeder mitmachen, der über einen DSL-Anschluss verfügt und bereit ist, einen Teil seiner Internetkapazität für das Freifunknetz zur Verfügung zu stellen. Die ersten beiden Knotenpunkte bestehen bereits: einer bei Philipp Horn am Benediktus-Kirchplatz, der andere bei seiner Schwester an der Rankenstraße. An diesen Stellen kann schon jetzt jeder mit seinem Smartphone das freie WLAN „muenster.freifunk.net“ (ab 20. Mai: freifunk.net“) nutzen.

Dabei geht es dem Wirtschaftsinformatiker nicht allein um mehr Komfort und Freiheit für alle, die im Café, in der Gaststätte oder unterwegs bei der Radtour im Internet surfen wollen. Philipp Horn hat auch die Situation der Asylbewerber in den Unterkünften an der Rankenstraße und der Münsterstraße im Auge. „Die Menschen sind bei Behördenkontakten oder wenn sie die deutsche Sprache lernen wollen, auf sich allein gestellt. Und wenn sie Kontakt mit der Heimat aufnehmen möchten, sind Anrufe über das Telefonnetz teuer. Darum ist es so wichtig, dass sie Informationen und Hilfe über das Internet bekommen“, sagt Philipp Horn, der zur Unterstützung der Flüchtlinge bereits die Internetplattform www.buergerhilfe-ascheberg.de ins Leben gerufen hat.

Der Freifunk ermögliche den Menschen, kostenlos oder zumindest kostengünstig, mit der Familie im Heimatland zu telefonieren, sich Sprachkenntnisse via Internet anzueignen und sich über das Leben in Deutschland insgesamt zu informieren.

„Einer muss anfangen, andere müssen mitmachen“, weißt der Herberner darauf hin, dass die Freifunker-Community deutschlandweit mittlerweile auf über 11 000 Mitglieder – vor allem in den größeren Städten – gewachsen ist. „Ebenso wie in Herbern könnte auch in Ascheberg ein Freifunknetz aufgebaut werden“, sagt Philipp Horn.

So funktioniert‘s:

An den zu Hause vorhandenen DSL-Router wird ein Freifunk-Router angeschlossen, der bereits für 19 Euro zu haben ist. Diesem Gerät wird ein Teil der Kapazität (zum Beispiel 2 Mbit/s) zur Verfügung gestellt. Dieser Router erzeugt dann ein komplett eigenes Netz, in das sich jeder kostenlos einloggen kann. „Dieses Netz ist völlig unabhängig vom privaten Netzwerk des Freifunkers. Ein Zugriff auf dessen Daten ist darum unmöglich“, betont Philipp Horn ausdrücklich.

Von Router zu Router entsteht dann von „Fensterbrett zu Fensterbrett“, von „Dach zu Dach“ durch einzelne kurze Funkverbindungen nach und nach ein großes, autonomes Netzwerk, von dem jeder kostenlos profitieren kann.

Und wie ist es um das Risiko für den einzelnen Freifunker bestellt? „Bei Verstößen durch Nutzer drohe den Teilnehmer keine Haftung“, unterstreicht Philipp Horn. Denn die Daten des Freifunknetzes würden über einen separaten Server weitergegeben, der ihnen eine neue, eigene IP-Adresse zuordnet – nämlich die der Freifunk-Community.

www.freifunk-ascheberg.de

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