Indischer Pater George Joseph Pattarakalayil in Ascheberg:
„In der Stille Gottes Stimme hören“

Aschberg -

Als Priester der Weltkirche lebt und arbeitet Pater George Joseph Pattarakalayil seit Anfang März in Ascheberg. Der 39-Jährige stammt aus einer indischen Bauernfamilie und war zuletzt zehn Jahre lang auf den Philippinen tätig.

Sonntag, 10.05.2015, 11:05 Uhr

Der indische Geistliche Pater George Joseph Pattarakalayil lebt seit März in Ascheberg. Zurzeit macht er sich mit Land und Leuten vertraut und verbessert seine Sprachkenntnisse.
Der indische Geistliche Pater George Joseph Pattarakalayil lebt seit März in Ascheberg. Zurzeit macht er sich mit Land und Leuten vertraut und verbessert seine Sprachkenntnisse. Foto: sff

„Die meisten Menschen in Asien haben es schwer. Sie haben sehr wenig Geld. Und ihr Leben wird bestimmt von Naturkatastrophen“, sagt Pater George Joseph Pattarakalayil. Und wer sich an die Opfer des Erdbebens in Nepal oder des Tsunamis an Weihnachten 2004 erinnert, kann sich ein trauriges Bild davon machen, wovon der indische Pater in schlichten Worten spricht.

Als Priester der Weltkirche lebt und wirkt der Geistliche seit März in Ascheberg . „In Asien beten die Menschen für ein besseres Leben. In Deutschland ist das ganz anders. Hier herrscht Wohlstand“, ist sich der Geistliche sehr bewusst, dass der Glaube auf die jeweils passende Art und Weise verkündigt werden muss. Dazu sucht Pater George den Kontakt zu den Menschen und möchte seine Deutschkenntnisse vertiefen. „Ich bin noch in der Orientierung“, sagt der Geistliche. Worüber sich Pater George deshalb besonders freut: „Die Leute in Ascheberg sind sehr freundlich und unkompliziert.“

Als zweitjüngstes Kind ist der 39-Jährige, der am 30. Mai Geburtstag feiert, mit vier Brüdern und drei Schwestern in einer Bauernfamilie im südindischen Bundesstaat Kerala aufgewachsen. Der Anbau von Reis und Kakao sowie eine Gummibaum-Plantage bildeten die Lebensgrundlage. Nach Schule, Theologie- und Philosophiestudium und der Priesterweihe 2003 arbeitete Pater George als „Missionar des heiligen Franz von Sales“ zehn Jahre lang auf den Philippinen. Dort war er viel auf den einzelnen Insel unterwegs und hat junge Menschen, die Priester werden wollen, bei der Berufswahl beraten und begleitet.

2013 folgte er dem Ruf seines Bischofs und bereitete sich zuerst in Indien, dann ab Juli 2014 in der Akademie Klausenhof in Dingden, auf seine Arbeit als Priester der Weltkirche in Ascheberg vor, die zunächst auf fünf Jahre befristet ist.

So verschieden die Verhältnisse in Asien und Deutschland auch sein mögen, so haben für Pater George alle Menschen in Bezug auf den Glauben doch vieles gemeinsam: „Jeder muss seinen eigenen Weg zu Gott finden. Er spricht zu uns durch unsere Eltern und unsere Freunde. Aber man muss Gott auch hören, und dazu braucht es Stille. Doch manchmal ist die Welt zu laut“, sagt der Geistliche. Wohlstand und Zufriedenheit dürften nicht dazu führen, dass der Mensch sich selbst und andere verliert. Besinnung auf den Glauben sei wichtig, um zu erfahren: „Gott liebt mich. Ich bin nicht allein. Er ist immer da.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/3241880?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F158%2F4848978%2F4848986%2F
Nachrichten-Ticker