Rainer Bernickel
Ein Freund und Helfer aller Brummi-Fahrer

Ascheberg/Ottmarsbocholt -

Ihr Zusammentreffen ist nicht frei von Konflikten: Polizisten und Brummi-Fahrer gehören unterschiedlichen Lagern an. Nicht bei Rainer Bernickel.

Samstag, 23.05.2015, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 23.05.2015, 17:00 Uhr

Ihr Zusammentreffen ist nicht frei von Konflikten: Polizisten und Brummi-Fahrer gehören unterschiedlichen Lagern an. Was in vielen Fällen vielleicht richtig ist, greift bei einem Ottmarsbocholter, der 1970 bei der Autobahnpolizei in Ascheberg gestartet ist, nicht. Rainer Bernickel , Polizeihauptkommissar im Ruhestand, sorgte und sorgt sich in vielen Initiativen um das Wohlergehen der Brummi-Fahrer.

Als Bernickel nach Ascheberg kam, war die Hansalinie gerade fünf Jahre alt. Mit seinen Kameraden rückte er auch immer wieder ins Dorf aus. „Ich erinnere mich noch an einen schlimmen Unfall bei Hollenhorst“, waren die Anlässe für den Polizisten nicht immer schön.

Zu den Brummi-Fahrern hat Rainer Bernickel eine ganz besondere Beziehung entwickelt: „Sie sind keine Kapitäne der Landstraße mehr, stehen unter einem immensen Druck und werden mit vielen Problemen allein gelassen.“ Deswegen brachte der Ottmarsbocholter, der ein Dutzend Jahre von der Station in Ascheberg zu seinen Einsätzen gestartet ist, Brummi-Fahrer, Polizei, Dekra, Zoll und BAG an einen Tisch. Bernickel rief den ersten Fernfahrerstammtisch, einen wertfreien Gesprächskreis, ins Leben. „Mittlerweile gibt es 36 Stammtische in Deutschland, Tendenz steigend“, freut sich der Ruheständler.

Bernickel hat die Lkw-Fahrer mit ihren Winterproblemen nicht allein gelassen und Räumstellen eingerichtet. „Die ersten Gerüste standen am Autohof Bockum-Hövel und der Raststätte Münsterland“, berichtet Bernickel. Hier hatten die Brummi-Fahrer die Möglichkeit Eis-Platten von den Dächern zu holen.

Und wer vom strengen Ordnungshüter immer mehr zum Verkehrssicherheitsberater wird, der macht auch im Ruhestand weiter. 2007 rief Rainer Bernickel „DocStop“ ins Leben. Unter diesem Namen entsteht ein europäisches Netzwerk mit einer zentralen Anrufnummer, Stationen an der Autobahn und einem Ärzte-Netzwerk neben der Bahn. So wird Brummi-Fahrern eine schnelle und fachgerechte medizinische Betreuung zuteil. Wer beispielsweise in Ascheberg gesundheitliche Probleme bekommt, der steuert die Rastplätze „Eichengrund“ oder „Im Mersch“ an. Peter Jurczyk fungiert dort als Ansprechpartner. Im Dorf gehören Zahnarzt Dr. Sebastian Heising sowie die Gemeinschaftspraxis Dr. Matthias Erfmann und Frank Matthies dem Netzwerk an.

Bernickel hat aus seinem Leben auf der Autobahn übrigens ein Buch geschrieben: „Autobahn Ruf 110“.

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