Wandel ist da
Die Sportvereine bewegen Ascheberg

Ascheberg -

Weniger jüngere, mehr ältere Mitglieder - der demografische Wandel erreicht den organisierten Sport.

Samstag, 06.06.2015, 11:06 Uhr

Bei den Jüngsten sinken die Mitgliederzahlen, bei den Senioren steigen sie.
Bei den Jüngsten sinken die Mitgliederzahlen, bei den Senioren steigen sie. Foto: hbm

Die Sportvereine bewegen die Menschen in den drei Orten der Gemeinde Ascheberg . 5539 Mitglieder haben sie im vergangenen Jahr an den Landessportbund gemeldet. Eine Phase des rasanten Wachstums liegt hinter den Clubs: 1994 standen sie mit 3940 Mitgliedern vor der Schwelle zu 4000 Sportlern in ihren Reihen, zur Jahrtausendwende wurden 4767 Mitglieder gezählt, zwei Jahre später fiel die 5000er Grenze. Stabilisierend hat sich in den vergangenen Jahren das Aufblühen des Mädchen- und Frauenfußballs ausgewirkt. Deswegen sind die vergangenen zehn Jahre trotz sinkender Einwohnerzahlen an der Mitgliederkartei der Sportvereine spurlos vorbei gegangen.

Sind die Sportvereine also demografiefest? Wer tiefer in die Daten des Landessportbundes einsteigt, findet auch dies: Waren vor zehn Jahren noch sieben von hundert Mitgliedern bis zu sechs Jahre alt, waren es 2014 nicht einmal mehr vier von hundert. Bei den Allerjüngsten in den Sportvereinen macht sich der demografische Wandel bemerkbar. Auch auch bei den Älteren: Die Gruppe der Über-60-Jährigen ist von sechs Prozent im Jahr 1994 auf 14 Prozent im Jahr 2014 angewachsen.

„Wir sehen den demografischen Wandel: Kinder und Jugendliche werden weniger. Der Anteil der Älteren im Verein nimmt zu. Dieser Veränderung muss sich ein Verein stellen“, beschreibt Andrea Tegtmeier vom SV Davaria Davensberg die Lage. „Wir sind in allen Bereichen dabei, die Qualität der Übungsleiter zu steigern. In den Abteilungen werden mehr Trainer ausgebildet“, berichtet Christian Just , wie beim TuS Ascheberg auf den Rückgang der Kinder und Jugendlichen reagiert wird. Das tägliche Training wird verbessert. „Man sieht es etwa daran, dass die Fußballer sich verstärkt um Lizenztrainer bemühen“, informiert Just. Im Gegensatz zu Vätern, die Mannschaften ihrer Kinder ehrenamtlich trainieren, erhalten qualifizierte Trainer einen Obolus für ihre Arbeit. Just stimmt der These zu, dass Sportvereine ohne Turnvater Jahn und das Ehrenamt nicht auskommen werden, es allein mit Turnvater Jahn aber nicht geht. Noch ist die Qualität, die einen höheren Preis hat, nicht bei den Mitgliederbeiträgen angekommen.

Der TuS Ascheberg hat mit einem Zumba-Angebot darauf reagiert, dass Menschen in allen Altersklassen verstärkt nach anderen Sportangeboten Ausschau halten. Wobei durch Wettkampfsport in den Ascheberger Hallen das Angebot gegenüber Herbern, wo es eine ambulante Herzgruppe oder Wirbelsäulengymnastik gibt, nicht so vielfältig ausfällt.

Mehr als jedes dritte Sportvereinsmitglied in der Gemeinde Ascheberg läuft dem runden Leder nach. König Fußball ist die klare Nummer eins unter den Sportarten in Ascheberg, Davensberg und Herbern. Den schwersten Stand beim Nachwuchs hatte schon jeher der SV Davaria. Mangels ausreichender Kinderzahlen im Dorf bilden die Davaren mit dem Nachbarn BW Ottmarsbocholt über die Gemeindegrenzen hinweg Spielgemeinschaften.

An zweiter Stelle in der Sportarten-Hitliste sind die Reiter zu finden. Für sie wertet Georg Freisfeld die Lage so: „Die Probleme nuen Mitglieder zu gewinnen, sind derzeit noch nicht allein dem demografischen Wandel geschuldet, sondern in erster Linie den langen Schultagen und den neuen Medien (Internet, Facebook, Whats App) als Beschäftigungsalternative.“ Aber die Vereine werden sich wegen des deomgrafischen Wandels bewegen müssen, um Menschen weiterhin zu bewegen.

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